Keep, Drop, Try – Tool mit hohem Erkenntniswert

Tool für Retrospektive und Debriefing

Mein letzter Eintrag vor zwei Wochen schaute sich Retrospektive und Debriefing näher an. Zwei Meeting-Arten, in denen das Konzeptionsteam zurückschaut, Tops und Flops sichtet und ehrlich bewertet. Keep, Drop, Try ist ein hilfreiches Tool, um diesen Teamdialog produktiv zu gestalten.

Keep? Drop? Try?

Was steckt hinter den Begriffen? Das Debriefing nimmt zum Abschluss die Erfolge eines Kommunikationsprojekts unter die Lupe. Die Retrospektive schaut zwischendurch oder hinterher auf die Performance der Teamarbeit. In beiden Foren kann Keep, Drop, Try zum Einsatz kommen. Auf analoger Flipchart oder digitalem Whiteboard werden drei Spalten gezogen, jeweils mit einem der Begriffe im Kopf:

  • Keep! – Was wollen wir von dem, was wir bisher im Teamwork/in der Kommunikation gemacht haben, in Zukunft bewahren und wiedereinsetzen?
  • Drop! – Was von den Dingen, die bisher gelaufen sind, funktionierten nicht und sollten deshalb zukünftig unterbleiben?
  • Try! – Her mit neuen Ideen! Was wollen wir aufgrund der vorliegenden Erfahrungen beim nächsten Durchgang verändern und neu angehen?

Kurze Gebrauchsanweisung

Der Freiraum unter den drei Spaltenköpfen ist der Erkenntnisraum, der von den Teammitgliedern in einem Brainstorming gefüllt und analysiert wird. Die Abläufe und Resultate der zurückgegangenen Kommunikation/Teamarbeit werden reflektiert und Konsequenzen für die Zukunft abgeleitet. Dafür nimmt sich das Team maximal 90 Minuten Zeit.

Das Team sollte die drei Spalten nacheinander in Reihenfolge füllen. Die Mitglieder schreiben ihre Anregungen, Kritikpunkte und Ideen auf analoge bzw. digitale Post-its und hängen sie in das jeweilige Feld. Sind alle Felder belegt, analysiert das Team die Ergebnisse. Der Input wird gruppiert (Welche Erkenntnisse gehören zusammen?) und priorisiert (Welche Erkenntnisse sind besonders wichtig?) und operationalisiert (Wie könnten die Erkenntnisse in konkrete Aktionen umgesetzt werden?).

Alternative zum Soll/Ist-Vergleich

In Debriefings habe ich lange Jahre den klassischen Soll/Ist-Vergleich eingesetzt. Dort vergleicht man die Kommunikationsziele des ursprünglichen Konzepts mit dem tatsächlich Erreichten, sucht Erklärungen und zieht Konsequenzen.

Nicht immer, aber immer öfter ziehe ich inzwischen Keep, Drop, Try vor. Während Soll/Ist als Kontrollinstrument im Debriefing in der Regel pflichtbewusst „abgearbeitet“ wird, gehen die Beteiligten beim neuen Tool viel freier, frischer, spontaner an die Sache – oft mit überraschend produktiven Ergebnissen. Try it!