Nach der Präsentation: Stolperfalle Fragerunde

Üblicherweise hängt an jedem Präsentationsvortrag eine vertiefende Fragerunde – meist zwischen fünfzehn Minuten und einer halben Stunde lang. Der Auftraggeber stellt Fragen, kommentiert, hinterfragt, kritisiert und lobt (hoffentlich!). Ich als Vortragender bleibe in Front und muss Rede und Antwort stehen. Vielleicht habe ich mir einen Kollegen als Verstärkung mitgebracht, der jetzt unterstützend ins Geschehen eingreifen kann.

Keine nette Plauderrunde! Den  Frage- und Antwortteil sollte man keinesfalls unterschätzen.  In den letzten Minuten kann man den guten Eindruck, den die Präsentation hinterlassen hat, wieder eintrüben oder gar ins Gegenteil verkehren. Ich musste sogar schon erleben, dass mein eigentlich überzeugendes Konzept über den suboptimalen Eindruck, den ich in der abschließenden Fragerunde hinterließ, dramatisch abgestürzt ist.

Seit dieser Niederlage bereite ich mich auf die anschließende Diskussion genauso gründlich vor wie auf die Präsentation. Wird im Vorfeld eine Probepräsentation angesetzt, dann bitte ich die Probe-Zuhörer, nach meinem Vortrag kritische Fragen zu stellen und meinem Konzept auf den Zahn zu fühlen. Ansonsten setze ich mich am Tag vor der Präsentation an den Schreibtisch, versetze mich in die Rolle des Auftraggebers, notiere seine möglichen Fragen und überlege mir präventiv die passenden Antworten. 100prozentige Sicherheit gibt das nicht. Ich gerate dennoch immer mal wieder mit meinen Antworten ins Stolpern – aber toi, toi, toi, ich habe mich seither nie mehr um Kopf und Kragen geredet.