Präsentieren mit dem neuen iPad

Das war gerade der zehnte Präsentations- bzw. Vortragstermin, an dem meine Folien nicht  über mein Notebook,  sondern über das neue iPad liefen. Anlässlich der runden Zahl folgt  hier mein erster Erfahrungsbericht:

 

Vorteile

Gewichtsersparnis – Ich bin viel unterwegs, meine Präsentationstermine sind quer über Deutschland verteilt und ich schleppe nicht gern. Deshalb habe ich unsere Küchenwaage befragt: das iPad landet inklusive Zubehör knapp über 1 Kilo, mein Notebook samt Netzteil und Tasche liegt bei 3,6 Kilo. Das iPad bringt eine echte Erleichterung, auch die Platzersparnis in der Aktentasche ist enorm. Auf Reisen weiß ich diese Vorteile  zu schätzen.

Zeitersparnis – Ich betrete den Konferenzraum, hänge den VGA-Adapter meines iPads an den vorhandenen Beamer, klappe das Smartcover des iPads auf – und los geht´s. Eine halbe Minute… und ich stehe vorne bereit zum Vortrag.  Mit meinem Notebook  dauerte derselbe Vorgang zwischen 3 und 5 Minuten.

 

Handicaps

Wenig beweglich – Das iPad liegt unbeweglich am VGA-Kabel gefesselt  auf dem Tisch. Das Tablet in die Hand nehmen? Kann man vergessen, denn sofort verrutscht der Kabel-stecker.  Eigentlich wäre das iPad ideal für drahtlose Präsentationen, aber dazu müsste man ein kleines schwarzes Apple-TV –Kästchen kaufen, an den Beamer anschließen und sich stets in ein vorhandenes W-LAN einwählen. Das ist mir zu umständlich. Wenn ich wenigstens meinen Presenter-Stick anschließen könnte, aber auch das geht nicht.  Alles in allem engt das iPad meine Beweglichkeit während des Vortrags ein. Paradox! Das Gegenteil sollte der Fall sein.

Mehr Vorarbeit – Meine Präsentationen entstehen in Powerpoint, damit ich sie problemlos weiterreichen und mit anderen bearbeiten kann. Für die Präsentationen auf dem iPad formatiere ich das Ganze um auf Keynote, dem Präsentationsprogramm von Apple. Manche Schriften machen Probleme, Schaubilder verrutschen und die Folienübergänge verändern sich. Durchschnittlich 45 Minuten wende ich mehr auf, um aus der ursprünglichen Powerpoint-Version eine lauffähige, fehlerfreie Präsentation auf dem iPad zu machen. Nach dieser Vorarbeit laufen die Präsentationen dann allerdings leicht und flüssig durch, da gibt es nichts zu meckern.

 

Fazit

Der Gewichts- und Raumvorteil bedeutet mir viel, deshalb werde ich auch in Zukunft mit dem iPad präsentieren. Ansonsten würde ich eher zum Abwarten raten. Als unentbehrlicher Begleiter für die Präsentation braucht das iPad noch Reifezeit. Trotz der Handicaps bin ich jedoch der festen Überzeugung, dass Tablets bei Präsentationen, Vorträgen und Seminaren eine große Zukunft haben.