Debriefing oder Rebriefing? Oder was?

Ich hatte es mir heute Vormittag in meinem Bürosessel gemütlich gemacht, die Sonne schien durchs Fenster und ich blätterte in einem neuen Public Relations-Fachbuch. Plötzlich stutzte und staunte ich. Kurz zusammengefasst empfahl der Autor eindringlich, die mit dem PR-Konzept beauftragte Agentur sofort nach dem schriftlichen Briefing zu einem Debriefing einzuladen, um zu kontrollieren, ob die Kommunikationsaufgabe richtig verstanden sei. Wie bitte? Debriefing?

   

Debriefing als Schlussakkord

Ein Debriefing ist eine „Nachbesprechung“ oder eine „Manöverkritik“, die nach Konzeption, Planung und Realisierung des Kommunikationsprojekts ganz zum Schluss auf der Tagesordnung steht. Im gemeinsamen Gespräch von Auftraggeber und Agentur lässt man das gesamte Projekt noch einmal Revue passieren und konstatiert die Pannen und Erfolge. Die Beteiligten sichten die Ergebnisse der Erfolgskontrolle, tauschen ihre Erfahrungen aus und lernen für die nächste Planungsperiode dazu. Man könnte das Debriefing auch als Weiterbildungsveranstaltung für alle Beteiligten bezeichnen. Es macht allerdings nur Sinn, wenn alle Beteiligten ehrlich und offen kommunizieren. Mir begegnen leider immer wieder Debriefings, die als Show-Veranstaltung für die Erfolge in Szene gesetzt werden, Fehler und Flops dürfen nur als Statisten auftreten.

Rebriefing als Zwischenspiel  

Der Buchautor wollte eigentlich „Rebriefing“ schreiben. Denn das Rebriefing  ist in der Tat ein Termin, bei dem die am Konzept arbeitende Agentur zu einem frühen Zeitpunkt im Arbeitsprozess ihr Verständnis der Aufgabe, vielleicht schon erste Ideen zur Herangehensweise darstellt und sich mit dem Auftraggeber abstimmt. So ein Rebriefing ist eine Pflichtaufgabe. Denn es stellt sicher, dass die Konzeptentwicklung nicht durch falsch verstandene oder fehlende Informationen meilenweit vom Kurs abkommt und am Ende Schiffbruch erleidet. Die Agentur lässt sich quasi „einnorden“.

(Quelle Illustration: geralt | pixabay.com)