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5 Juni 2018

Die Kommunikationsaufgabe

By | 2018-06-05T08:57:29+00:00 Juni. 5th. 2018|Briefing und Analyse|

Erst die Aufgabe, dann das Konzept

Kommunikationsaufgabe auf dem Prüfstand

Die Aufgabe für ein anstehendes Kommunikationskonzept zu formulieren, ist Angelegenheit des Auftraggebers. Das Konzeptionsteam nimmt die Aufgabe als Grundstein und baut das gesamte Konzept darauf auf. Allerdings stellt die formulierte Kommunikationsaufgabe keine strikte Arbeitsanweisung dar, an die man sich in jedem Fall zu halten hat.

Vielmehr gilt der Grundsatz, dass das Konzeptionsteam ausnahmslos jede Aufgabe erst einmal auf den Prüfstand stellt. Im positiven Fall ergibt die Prüfung, dass die Aufgabe das Konzept auf den richtigen Weg schickt. Im negativen Fall muss korrigierend eingegriffen werden, denn nicht selten hat der Auftraggeber das Richtige gemeint, es aber verdreht oder verkehrt formuliert. Da eine schiefe Aufgabe immer zu einem schrägen Konzept führt, ist eine nachträgliche Änderung der Aufgabenstellung legitim und unumgänglich.

Ursachenforschung betreiben

Hinter jeder Kommunikationsaufgabe stehen ein oder mehrere Probleme als Schmerzauslöser. Auftraggeber haben häufig Schwierigkeiten, die Schmerzursachen zu erkennen, sie verwechseln Symptom und Ursache und liegen mit der Aufgabe daneben:

  • Aufgabe ist zu kurzsichtig – Der Auftraggeber fordert: „Wir kriegen kaum noch Presseresonanz, bringen Sie da mal richtig Schwung rein!“. Bei der Überprüfung stellt sich heraus, dass die mangelnde Presseresonanz ihren Ursprung in einem Glaubwürdigkeitsverlust bei den Medien hat. Das Problem liegt also tiefer und ließe sich mit taktischem Tatendrang nicht lösen. Wenn das Konzept nur die Schlagzahl der Pressearbeit erhöht, führt das zu nichts. Die Kommunikationsaufgabe muss Weitsicht beweisen und gezielt das Glaubwürdigkeitsproblem ins Visier nehmen.
  • Aufgabe überfordert die Kommunikation– „Entwickeln Sie eine neue Werbekampagne, die deutlich mehr Umsatz bringt!“ lautet die Aufgabe. Der Umsatz hängt jedoch nicht allein von Werbung ab, Produktqualität, Distribution, Preis, es gibt eine Menge Marketingfaktoren, die reinspielen und nicht in der Kompetenz der Kommunikation liegen. Die Aufgabe ist folglich eine Nummer zu groß. Bevor das Konzept angegangen wird, muss die Aufgabe auf die Reichweite der Kommunikation heruntergeschraubt werden.
  • Aufgabe ist unrealistisch– „Alle Senioren in Deutschland sollen die bahnbrechenden Benefits unseres neuen Präparats kennenlernen!“ – „Wieviel Etat steht denn zur Verfügung.“ – „Kalkulieren Sie mit 15.000 Euro pro Jahr!“ – Die Kommunikationsaufgabe verlangt das Unmögliche, Konzepte sind keine Utopien. Folglich muss die Aufgabe zuerst auf dem Boden der Tatsachen verankert werden, bevor es losgehen kann.
  • Aufgabe ist übergewichtig– „Mehr Bekanntheitsgrad für die neuen Bürgerservices, aber auch das Image unseres Bürgermeisters verbessern und außerdem…“. Es folgt eine Aufzählung von weiteren Aufgaben. Der Auftraggeber hat alles reingepackt, was ihm Schmerzen bereitet. Nur, wer mit einem Konzept zu viele Probleme angeht, der löst kein Problem. Die Aufgabenstellung muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, um der Kommunikation eine klare Richtung und eine hohe Schlagkraft zu geben.
  • Aufgabe lässt sich nicht greifen– „Irgendwie missfällt mir das ganze Change-Geschwätz unseres Managements. Da muss Ihr Konzept klare Kante zeigen.“ Okay, was meint der Auftraggeber mit seiner Aufgabe? Mehr als eine diffuse Abneigung hat er nicht artikuliert. Bevor es ans Konzipieren geht, muss das eigentliche Problem identifiziert und die Aufgabe scharf gezogen werden.

Spätestens zum Ende der Analyse

Die Prüfung und Änderung der Kommunikationsaufgabe erfolgt innerhalb des Briefings oder Rebriefings im Dialog mit dem Auftraggeber. Die letzte Chance zum Eingreifen hat das Konzeptionsteam am Ende des Analyseprozesses. Die Arbeit wird beispielsweise mit einer SWOT-Analyse abgeschlossen, die Beteiligten schauen sich das Lagebild aus Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken an und konstatieren: So geht das nicht! Die Forderung der Aufgabe ist nicht mit der Realität des Lagebilds in Einklang zu bringen. Jetzt am Ende der Analyse, kurz bevor die Weichen der Strategie gestellt werden, bietet sich die letzte Gelegenheit, die Aufgabenstellung zu ändern.   

16 Mai 2018

PowerPoint im Einsatz

By | 2018-05-16T10:16:01+00:00 Mai. 16th. 2018|Pitch und Präsentation|

PowerPoint ist das neue Word

PowerPoint ist out?

Von wegen! Ich bin gerade über eine aktuelle Befragung gestolpert. Das Ergebnis: Präsentationen wie PowerPoint sind ein wesentlicher Zeit- und Kostenfaktor für die deutsche Wirtschaft geworden. Im Business investieren die Leute durchschnittlich 100 Stunden im Jahr für die Erstellung von Präsentationen.

Das überrascht mich nicht. Meine persönlichen Erfahrungen unterstützen die Zahlen, biegen aber doch in eine andere Richtung ab: PowerPoint ist das neue Word!

Word ist out!

Ich habe in den letzten zwölf Monaten nur ein einziges meiner Konzepte mit Word ausformuliert. Alle anderen Konzepte sind als PowerPoint-Präsentationen entstanden. Meine Auftraggeber wollten es so: „Lassen Sie uns bloß mit langen Texten in Ruhe, die liest sowieso keiner. Ne´ kurze, knackige PowerPoint reicht völlig aus.“ Also packe ich meine gesamte konzeptionelle Entwicklungsarbeit in eine Präsentation – so irgendwo zwischen 16 und 36 Folien lang, vom Auftraggeber in 3 bis 5 Minuten locker zu erfassen und zu verdauen.

Auch bekomme ich im Rahmen meiner Arbeit ständig vorhandene Konzepte der Auftraggeber oder externer Dritter und siehe da: Der Trend zu PowerPoint bestätigt sich! Die meisten dieser Kampagnenkonzepte, Ideenskizzen, Kommunikationsstrategien wurden ebenfalls in einem Präsentationsprogramm entwickelt und in PDF gespeichert. Selten, dass sich ein Word-Dokument auf meinem Schreibtisch verirrt.

Präsentationen – nie präsentiert

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass gute Zweidrittel meiner Konzepte in PowerPoint nicht präsentiert werden. Sie werden nie an eine Wand projiziert, sondern dienen lediglich als schriftliches Booklet zur schnellen Lektüre.

Meine Lese-PowerPoints arbeiten mit relativ viel Text und ganzen Sätzen, gemixt mit Bildern, Infografiken und Diagrammen. Im Endergebnis kann so eine Lese-PowerPoint für sich alleine stehen. Alles, was für das Konzept entscheidend ist, steht drin und vermittelt sich schon beim schnellen Scannen. Entsprechend ist bei den PowerPoints, die ich nicht nur als PDF-Booklet rausgebe, sondern mündlich präsentiere, eine Abmagerungskur erforderlich. Ich reduziere die Texte radikal, nur kurze Spiegelstriche mit wenigen Schlagworten, auf keinen Fall ganze Sätze.

Was mich in der oben erwähnten Befragung überrascht hat, ist die kurze Ausarbeitungszeit für eine PowerPoint. Durchschnittlich arbeiten die Befragten 2.2 Stunden dran. Wie machen die das? Ich für meinen Teil feile an jeder PowerPoint durchschnittlich einen kompletten Arbeitstag. Vor allem, wenn ich das Konzept präsentieren muss, halte ich es mit alten Fritz Grillparzer, der einstmals schrieb: „Wen das Auge nicht überzeugen kann, überredet auch der Mund nicht.“

3 Mai 2018

Wissensvideo zum Kommunikationskonzept

By | 2018-05-24T12:28:22+00:00 Mai. 3rd. 2018|Briefing und Analyse|

SWOT-Analyse. Einfach. Schnell. Universell

Die Serie zum Buch

Im Sommer 2017 veröffentlichten Oliver Jorzik und ich unser Handbuch zur strategischen Kommunikationsplanung. Auf 625 Seiten haben wir alles versammelt, was eine moderne Konzeption ausmacht. Schon da war unser Plan, das Buch um eine Serie von Wissensvideos zu erweitern. Wir hatten viel um die Ohren, deshalb hat es gedauert, aber jetzt ist der Plan Wirklichkeit geworden. Den Anfang macht die SWOT-Analyse.

SWOT-Analyse endlich klar und verständlich

Die erste Folge der Serie erklärt den Einsatz der SWOT-Analyse bei der Konzeption von Kommunikation. In Praxis und Studium setzen leider viele die SWOT ungeschickt oder  falsch ein, so dass ein geniales Werkzeug weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Im neuen Wissensvideo bringen wir die wesentlichen Kennzeichen und Einsatzregeln der SWOT auf einen kurzen, klaren Nenner. Obschon über 50 Jahre alt, ist und bleibt die SWOT das Schweizer Taschenmesser der analytischen Arbeit, in den meisten unserer Konzepte kommt sie zum Einsatz.

Viel mehr zur SWOT

Wer die Details wissen und sich tiefer einarbeiten will, der findet im Buch „Wirksame Kommunikation – mit Konzept“ ab Seite 132 alle Einzelheiten zur SWOT und zu zwölf anderen nützlichen Analyse-Instrumenten.

Weitere Informationen zum Handbuch beim Verlag

Zu unserem Handbuch auf Amazon

17 April 2018

Zeitplanung im Konzept

By | 2018-05-17T14:34:16+00:00 April. 17th. 2018|Strategie und Planung|

Auf das richtige Timing kommt es an

Wenn ich nachfolgend über Zeitplanung schreibe, dann meine ich nicht eine präzise Terminplanung für alle Aktivitäten. Das ist nicht Aufgabe eines Kommunikationskonzepts. Im Konzept geht es lediglich um die zeitliche Dramaturgie. Der grobe zeitliche Zusammenhang der Aktivitäten muss transparent gemacht werden. Wann startet die Kommunikation? Wo verdichten sich die Aktivitäten zu einer Welle? Wann gibt es Höhepunkte? Wo liegen Pausen?  

Zeit ist ein wirksames Stimulans

Innerhalb der Konzeptionsarbeit ist für mich das Entwickeln der Kommunikationschronologie mehr als eine Pflichtaufgabe. Ich stecke viel Sorgfalt und kreative Initiative in die Zeitplanung. Ein wenig komme ich mir dabei wie der Regisseur eines Theaterstücks vor, denn mit der anstehenden Kommunikation will ich einen erfolgreichen öffentlichen Auftritt in Szene setzen. Der Auftritt braucht eine Story mit interessantem Handlungsfaden und zum Spinnen des Fadens gehört der stimmige Einsatz von Zeit. Ein hochwirksames Stimulans, das massiv Aufmerksamkeit wecken und Interesse wachhalten kann. Die Kommunikations-aktivitäten stimulieren Neugierde im Vorfeld, starten mit einem „Big Bang“, entwickeln einen starken Spannungsbogen mit „Cliffhanger“ und Wendepunkten. Alles läuft auf ein großes Finale zu, dessen Wirkung noch lange nachklingt.

Zeit spricht für sich selbst

In der mündlichen Präsentation des Kommunikationskonzepts mache ich die Dramaturgie mit einem übersichtlichen Zeittableau anschaulich. Kein komplexes Gantt-Diagramm mit Dutzenden von Zeitbalken! In meinem Schaubild ist die Zeit grob nach Monaten oder Quartalen gegliedert, auch bilde ich nur ausgewählte Schlüsselmaßnahmen ab, die meine Handlungsdramaturgie repräsentieren. Wichtig ist mir, dass die Zuhörer die Dramaturgie mit eigenen Augen erkennen können (ganz ohne meine Worte).

Zeit muss beherrschbar sein

Allerdings muss ich zugeben, dass sich das allgemeine Interesse der Auftraggeber in der Präsentation zuerst auf ein anderes Kriterium fokussiert. Ihr erster Blick gilt der zeitlichen Machbarkeit. Und an der Stelle kann selbst das beste Konzept mit perfekter Dramaturgie noch scheitern. Nämlich dann, wenn das Timing unrealistisch ist. Die Folie mit dem Zeitschaubild wird aufgeblendet, den Anwesenden fallen die Kinnladen runter, ein Stöhnen geht durch den Raum und jemand ruft: „Ich bitte Sie, wie sollen wir das denn alles schaffen.“

15 März 2018

Fluch des Vorurteils

By | 2018-03-15T15:16:54+00:00 März. 15th. 2018|Branche und Business|

AUSGESTOSSEN!

Ich nahm neulich an einer Podiumsdiskussion teil und wurde vom Moderator gefragt, was ich vom Trend zur digitalen Kommunikation hielte. Ich warnte davor, immer gleich der nächsten Trendsau hinterherzulaufen, die durchs digitale Dorf gejagt wird, und plädierte dafür, das Unternehmen und Institutionen den digitalen Wandel in der Kommunikationsplanung mit Besonnenheit und solidem Konzept angehen.

„Ach, Herr Schmidbauer, sie sind so herrlich 1995“, kommentierte der Moderator meine Worte und lächelte süffisant. Damit spielte er auf mein fortgeschrittenes Alter an und gab mir (und dem Publikum im Saal) zu verstehen, dass ich in Fragen der digitalen Kommunikation wohl nicht auf der Höhe der Zeit sei und mir der nötige Durchblick fehle.

Ihm jetzt zu entgegnen, dass das mit 1995 auf jeden Fall zutreffend sei, weil ich seit Sommer 1995 fast täglich online bin, weil ich in den 23 Jahren mehr Websites, Online-Kampagnen und Social Media-Auftritte konzipiert habe als die meisten jungen „Digital Natives“, das hätte nichts gebracht, denn sein Vorurteil war zementiert.

Leider ist die beschriebene Szene aus meinem Berufsleben keine Ausnahme, sondern der Normalfall. Wer wie ich deutlich über 50 Jahre alt ist, der wird bei Themen wie Online, Digital, Social Media oft ausgeschlossen und darf nicht mitreden.

Eine Agentur ließ mich den Online-Part eines Konzepts nicht präsentieren, obwohl ich den selbst entwickelt hatte, und schickte eine junge Kollegin vor, damit es überzeugender wirke. Ein Kunde, der mit meiner Arbeit sehr zufrieden war, vergab den Job für ein Web-Konzept anderweitig, weil ich längst aus dem Alter raus sei.

Ich habe das Vorurteil bei einem Branchentreff „digitale Entmündigung“ genannt, was nicht gut ankam und zu Protesten führte. Aber dennoch, es fühlt sich so an.

13 Februar 2018

Aus Fehlern lernen

By | 2018-02-13T08:19:09+00:00 Februar. 13th. 2018|Instrumente und Maßnahmen|

Herdplatten-Reflex in der Maßnahmenplanung

Vorverurteilung

Wenn ich in Gesprächen mit Kunden eine neue Kommunikations-maßnahme vorschlage, höre ich eine Aussage immer wieder: „Haben wir schon gemacht. Hat nicht funktioniert.“ –  Soll heißen, die Maßnahme kommt nicht in Frage. Ich frage trotzdem nach und versuche, dem Scheitern auf den Grund zu gehen. In  vielen Fällen ist meine Erkenntnis, dass nicht das Was (die Maßnahme), sondern das Wie (die Art und Weise der Durchführung) für das Scheitern ursächlich war. Die Maßnahme an sich hätte gepasst, aber in der Realisierung wurden Fehler gemacht.

Ein fataler Reflex

Ich nenne es den Herdplatten-Reflex. Die Maßnahme ist schiefgegangen und die Verantwortlichen haben sich die Finger verbrannt. Und damit ist die Maßnahme für sie auf lange Zeit hinaus verbrannt. Die Beteiligten haben vermeintlich dazugelernt und werden nie wieder auf die heiße Herdplatte fassen.

Ursachen erforschen

Will man erfolgreiche Kommunikationsarbeit machen, dann muss man dem Herdplattenreflex widerstehen. Es ist vielmehr eine gründliche und ehrliche Fehleranalyse erforderlich. Es gilt, die eigentlichen Ursachen für das Scheitern aufzudecken und die richtigen Schlüsse zu ziehen. So gelingt es oft, in Ungnade gefallene Maßnahmen wieder zu rehabilitieren.

Fehler als Chance sehen

Hinzu kommt, das gute Kommunikation davon lebt, dass man neue Maßnahmen ins Spiel bringt. Neue Maßnahmen sind jedoch mit Risiken verbunden. Die Fehlerzahl steigt fast immer an und allgemeine Unruhe entsteht. War das die richtige Maßnahmenentscheidung? Das Kommunikationsteam darf hier nicht zu früh aufgeben, sollte an die Maßnahme glauben und für sie ausdauernd kämpfen. Wer Kommunikation konzipiert und realisiert, darf keine Angst vor Fehlern haben.

22 Januar 2018

Konzeptionsseminare im Juni

By | 2018-02-13T09:33:15+00:00 Januar. 22nd. 2018|Branche und Business|

Neue Konzeptionsseminare mit Klaus Schmidbauer

Ich bekomme immer mal wieder eine Anfrage, wann es endlich ein offenes Konzeptionsseminar von mir gibt. Ich mache zwar jedes Jahr zahlreiche Inhouse-Workshops zur Kommunikationskonzeption bzw. zur strategischen Kommunikationsplanung, aber ein Seminar, das für alle Konzeptionsinteressierte offen ist, hat es schon länger nicht mehr gegeben. Anders in diesem Jahr.

Im Juni 2018 werde ich an der SCM School für Communication and Management in Berlin zwei Konzeptionsseminare durchführen:

  • 19. und 20. Juni 2018 – Grundlagen des professionellen PR-Konzepts – Im Seminar stelle ich am ersten Tag den kleinen Werkzeugkasten der Konzeption mit allen wichtigen Werkzeugen vor. Am zweiten Tag entwickeln die Teilnehmenden unter meiner Moderation ein komplettes PR- und Kommunikationskonzept. Das Seminar wendet sich an alle Einsteiger in die Konzeption, aber auch Fortgeschrittene können ihr Wissen wiederauffrischen. Weitere Infos gibt es hier.

 

  • 21. Juni 2018 – Vertiefung des professionellen PR-Konzepts – Das Vertiefungsseminar kann man einzeln oder additiv zum Grundlagenseminar buchen. An dem Tag wird der große Werkzeugkasten geöffnet und spezielle Konzeptionsinstrumente in der Anwendung erklärt und ausprobiert. Dazu gehören beispielsweise die TOWS-Analyse, die Stakeholder-Matrix, das Themenmanagement oder die Anwendung des Persona-Modells in der PR-Kommunikation. Weitere Infos gibt es hier.

Wer im Juni keine Zeit hat, kann bis zum November warten. Am 20. und 21. November wird das Grundlagenseminar und am 22. November 2018 das Vertiefungsseminar wiederholt. Man sieht sich!

21 Dezember 2017

Ziele und Aufgaben

By | 2018-05-17T14:26:18+00:00 Dezember. 21st. 2017|Strategie und Planung|

Wie grenzen sich Ziele von Aufgaben ab?

In meinen Konzeptionsworkshops haben die Teilnehmenden oft arge Probleme, Aufgaben und Ziele der Kommunikation auseinanderzuhalten. In der Tat gibt es Beziehungen und Ähnlichkeiten, aber gleichzeitig auch klare Unterschiede.

Unterschiede

Die Aufgaben („Tasks“) machen die Anforderungen an die Kommunikation deutlich. Sie werden in der Regel vom Auftraggeber vorgegeben. Sie werden generell formuliert und gelten sofort.

Die Ziele („Goals“) beschreiben den angestrebten Zustand, den die Kommunikation zu einem zukünftigen Zeitpunkt erreicht haben soll. Die Ziele bestimmen die Konzeptionsbeteiligten im Rahmen der strategischen Arbeit selbst. Sie werden spezifisch und konkret formuliert.

Verbindungen

Aufgaben und Zielen hängen insofern zusammen, dass die Aufgabenstellung Voraussetzung für die Zielsetzung ist. Die Aufgaben sind der noch ungeschliffene, grobe Holzklotz, aus dem dann die Kommunikationsziele fein und spitz herausgearbeitet werden.

Beispiele

Ein konkretes Beispiel wäre hilfreich? Die Aufgabe lautet: „Kaum ein Stammkunde kennt unseren Service. Stellen Sie umgehend eine bessere Information sicher!“ Daraus entwickelt sich das Ziel: „Bis Ende 2020 nennen unsere Stammkunden auf Nachfrage ungestützt durchschnittlich 5,5 von 9 Serviceleistungen.“

Noch ein zweites Beispiel. Die Aufgabe lautet: „Schon seit Monaten Funkstille! Ich brauche von Ihnen dringend ein Konzept, wie wir wieder in die Medien kommen.“ – Im Konzept steht dann später: „Nach einem Jahr hat unser Unternehmen quantitativ und qualitativ 30% mehr Resonanz in kundenrelevante Medien als alle direkten Mitbewerber erzielt.“

6 Dezember 2017

Vorkonzept als Vorhut

By | 2017-12-06T13:26:31+00:00 Dezember. 6th. 2017|Strategie und Planung|

Ein Vorkonzept bringt mehr Sicherheit

Vorkonzept. Was?

Das Vorkonzept ist ein etabliertes Instrument der strategischen Kommunikationsplanung. Es wird dem eigentlichen Konzept vorgeschaltet, versteht sich als erster Vorschlag und gibt eine grobe Orientierung. Kein großer Aufwand! Ein Vorkonzept konzentriert sich auf wenige Seiten in Präsentations- oder Textform und ist in wenigen Minuten vorgestellt.

Vorkonzept. Warum?

In der Mehrzahl der Fälle wird gleich das komplette Konzept in Angriff genommen. Nur in bestimmten Situationen macht ein Vorkonzept Sinn:

  • Das eigentliche Konzept ist weitreichend und umfangreich, ein Masterplan oder ein aufwändiges Kampagnenkonzept. Um eine hohe Planungssicherheit zu erreichen, lohnt es sich, vorher die konzeptionellen Konturen zu skizzieren und abzustimmen.
  • Problem und Aufgabe des Kommunikationskonzepts werden beim Auftraggeber kontrovers diskutiert. Man ist sich nicht einig. Das Vorkonzept dient der Sondierung und Konsensbildung, bevor es in die Details geht.
  • Das Konzeptthema ist kompliziert und das Konzeptionsteam sitzt thematisch nicht fest im Sattel. Bevor das ausführliche Konzept das Thema verfehlt und viel Arbeit umsonst ist, wird durch den Abstimmungsprozess die nötige Sicherheit geschaffen.
  • Das Vorkonzept dient als Akquisitionshilfe. Eine Kommunikationsagentur will ins Geschäft kommen und bietet einem potentiellen Auftraggeber das Vorkonzept „für lau“ an. Die Skizze versteht sich als Leistungsbeweis und soll Vertrauen schaffen. Am Ende soll ein Auftrag für das große Konzept stehen.

Vorkonzept. Wie?

Im Gegensatz zum ausführlichen Konzept geht das Vorkonzept nicht ins Detail oder in die Tiefe. Die maßgeblichen konstruktiven Merkmale der Kommunikation werden als Konturen skizziert. Außerdem ist es im Vorkonzept üblich, keine fertigen Lösungen anzubieten, sondern Varianten zur Diskussion zu stellen. Da werden zum Beispiel abweichende Umfeldszenarios, unterschiedliche Positionierungen oder alternative Maßnahmensysteme nebeneinandergestellt.

Und bisweilen ist nach dem Vorkonzept auch schon wieder Schluss. Das Hauptkonzept kommt nicht mehr zustande, denn der Auftraggeber hat es sich aufgrund der Vorüberlegungen anders überlegt.

8 November 2017

Eine Abgrenzung

By | 2017-11-08T15:04:25+00:00 November. 8th. 2017|Strategie und Planung|

Vision und Positionierung: Verbindendes und Trennendes

 

Gemeinsamkeiten

Vision und Positionierung sind zwei wichtige Modelle der modernen Kommunikation. Bei beiden geht es darum, ein emotionales Bild in den Köpfen der Menschen zu erzeugen. Beide sind wie Leitsterne, die Orientierung bieten. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten.

 

Unterschiede

Die Vision ist eine normative Leitidee, also „für die Ewigkeit gemacht“ und nicht zur Disposition stehend. Die Positionierung ist strategisch angelegt. Zwar darf sie keinesfalls wie ein Hemd gewechselt werden, aber Erneuerung und Austausch sind bei Erfordernis möglich.

Die Vision bezieht sich größtenteils auf Institutionen wie Unternehmen, Vereine, Stiftungen, Hochschulen oder Forschungsinstitute. Es kann auch ein gewichtiges Projekt oder eine starke Marke eine Vision bekommen. Positionierungen gehen weiter. Auch Produkte, Dienstleistungen, Ideen oder Verhaltensweisen werden positioniert.

Die Vision beschreibt ein von allen Beteiligten angestrebtes Idealbild, an dem das Planen und Handeln der Institution ausgerichtet wird. Sie stiftet Sinn und weckt Ambitionen. Sie muss nicht zu 100% realisierbar sein, eine Vision darf Traum bleiben.

Anders die Positionierung – sie baut auf tatsächlichen Stärken und Chancen auf und ist an Zielgruppen, Wettbewerbskonstellationen und Umfeldfaktoren ausgerichtet.

Die Vision ist ein internes Bild, das zuvorderst in den Köpfen der Mitarbeiter verankert und von diesen gelebt wird. Zu diesem Zweck wird die Vision in der Regel unter Beteiligung der Mitarbeiter entwickelt. Die Positionierung soll zwar auch von den Mitarbeitern mitgetragen werden, aber das steht nicht an erster Stelle. Vorrangig ist vielmehr, dass sich die Positionierung draußen bei den externen Zielgruppen durchsetzt.

 

Nie gegeneinander

Können normative Vision und strategische Positionierung nebeneinander existieren? Nein, keinesfalls! Wenn in einer Institution parallel beide Modelle installiert wurden, dann müssen sie unbedingt miteinander kooperieren, sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Widersprüche würden die Überzeugungskraft der Kommunikation schwächen.