13 Februar 2012

Konzeptpräsentation

By |2017-09-11T14:07:14+00:00Februar. 13th. 2012|Pitch und Präsentation|

Konzeptpräsentation: Warnung vor der Floskel-Falle!

Wenn Sie mich fragen, ich bin kein Fan von einstudierter Vortragstechnik in der Konzeptpräsentation – genau! Wenn man sich mit Mimik, Gestik und Rhetorik zu sehr ins Zeug legt, dann riskiert man, dass die eigenen Aussagen künstlich und aufgesetzt wirken – genau! Stattdessen rate ich jedem Vortragenden dazu, authentisch und ehrlich rüberzukommen, einfach so wie er ist. Meine Erfahrung zeigt, dass kleine Fehler und Schwächen im Vortrag nicht stören, sondern die Echtheit betonen  – genau! Nur wenn der Fehler zur Marotte wird und die Akzeptanz des Vortrags darunter leidet, dann sollte man ihn abstellen – ääh, genau!

Sehr beliebt ist zum Beispiel das Füllwort „ genau!“ als Ausrufezeichen am Ende des Satzes.  Sonst eher selten, schleicht  sich das sinnlose „genau! bevorzugt in Präsentationsvorträge ein. Hier fühlt es sich wie Zuhause. Warum? Das ist mir ein Rätsel! Wer es mit den Floskeln übertreibt und jedes zweite Satzende mit einem angehängten „Genau!“ unterstreicht, der fängt nach wenigen Minuten an, die Zuhörer zu belustigen.

Meist macht sich ein Hang zum Floskel-Stakkato schon in der Probepräsentation bemerkbar. Deshalb habe ich immer eine Taschenlampe dabei. Genau dann, wenn sich beim Vortragenden mal wieder „genau!“ oder eine andere Floskel in die Rede einschleicht, blinke ich kurz. Das wirkt garantiert!

23 Mai 2011

Konzeptpräsentation

By |2017-09-13T15:00:47+00:00Mai. 23rd. 2011|Pitch und Präsentation|

Parade der Pannenpräsentationen

Letzte Woche war ich als Referent zu einer Tagung eingeladen. Ich saß in der letzten Reihe und wartete auf meinen Einsatz. Als mein Vorredner das Wort übernahm, hatte die Beamer-Technik keine Lust mehr. Das Projektionsbild ging ständig aus und wieder an, aus und wieder an. Die für die Technik zuständige Dame mühte sich, konnte den Fehler jedoch nicht finden. Mein Vorredner kämpfte bewundernswert, aber der rote Faden seines Vortrags verknotete sich zusehends.

Im Anschluss war ich an der Reihe. Lass den Kelch an mir vorübergehen! Ein letztes Stoßgebet, dann stieg ich ein und hatte Glück. Bei mir zeigte sich die Technik gnädig und alles lief normal.

Abends auf der Heimfahrt im Zug ließ ich  die ganz persönlichen Präsentationsdesaster meiner Karriere vor dem inneren Auge Revue passieren. Mir wurde klar, dass alles, was schief gehen kann, irgendwann schief gelaufen ist. Ich habe noch auf der Fahrt ein kleines „Best of“ meiner Flops zusammengestellt:

1995 – Am frühen Nachmittag sollte ich vor zwei politischen Entscheidern eine Kampagne präsentieren. Ich war pünktlich, die beiden Herren nicht. Der Assistent meinte, wichtige politische Entscheidungen hätten sie aufgehalten und ich solle warten, denn es könne jeden Moment losgehen. Ich saß im Vorzimmer und wartete – wartete bis kurz vor Mitternacht, geschlagene 9 Stunden. Endlich kamen sie. Die Herren waren fix und fertig vom politischen Tagesgeschäft. Ich auch – vom Rumsitzen. Ich mobilisierte meine letzten Reserven und präsentierte. Die Herren konnte ich nicht mehr packen. Der eine gönnte sich ein Glas Wein, dem anderen fielen  die Augen zu. Na dann, gute Nacht!

1997 – Ich präsentierte mit Overhead und legte die erste Folie auf. Ein Raunen ging durch den Raum, Beschwerden wurden laut. Ich stutzte, wunderte mich und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da hatte ich doch glatt den falschen Foliensatz in die Tasche gepackt und schickte mich gerade an,  ein wildfremdes Konzept zu präsentieren.

2000 –  Sommer, Sonne, über 30 Grad. Der reservierte Ratssaal war überraschend belegt und wir mussten zur Präsentation in einen anderen Raum ausweichen. Der Raum war eigentlich viel zu klein für die vielen Zuhörer. Dennoch quetschten sich alle rein, bis er proppenvoll war. Ich begann meinen Vortrag, der Beamer blies mir seinen heißen Atem ins Gesicht. Zu allem Übel mussten die Fenster geschlossen werden, weil es draußen so laut war, dass meine Worte im Straßenlärm untergingen. Ich hörte mich reden, ich spürte mich schwitzen, der Kopf schmerzte – dann riss der Film und mir verging Hören und Sehen. Eine gefühlte Ewigkeit später wachte ich auf der Bahre des Notarztes wieder auf.

2004 – Ein Verband lud in ein Berliner Hotel zur Wettbewerbs-präsentation. Ich war der erste Vortragende morgens um 9 Uhr. Wegen des schlechten Wetters waren die meisten Verbandsmitglieder noch nicht da. Um die Agenda nicht zu gefährden, nötigte man mich, dennoch anzufangen. Unseligerweise wurde ich während der Präsentation gleich neben die Tür platziert. Und die Tür ging alle naslang auf, ein Zuspätkommender trat ein, entschuldigte sich vielmals, grüßte in die Runde und suchte einen freien Platz. Direkt auf der Bühne, auf der ich gerade meinen großen Monolog vortrug, platzte ständig jemand dazwischen. Nur war das Stück, das da gerade gegeben wurde, keine lustige Slapstick-Show, sondern die Präsentation eines Konzepts, an dem ich wochenlang hart gearbeitet hatte.

2007 – Der Agenturchef , für den ich als „Freelancer“ im Einsatz war, wurde am Abend vor der Präsentation von Panik erfasst. Er baute die bereits präsentationsfertige Powerpoint noch einmal gehörig um; nur leider sagte er mir nichts davon. Am nächsten Tag stieg ich in die Präsentation ein und geriet gleich bei einer der ersten Powerpoint-Folien ins Schleudern, fasste mich wieder, bekam einen zweiten, einen dritten Schlag. Die Präsentation war nicht mehr vertraut. Einige Inhalte fehlten, andere waren mir fremd. Ich konnte mir das alles nicht erklären, reagierte verwirrt, stotterte herum, wusste nicht mehr aus noch ein…und verstummte.  Die Zuhörer starrten mich an, warteten, dass es weiterging, aber nichts ging mehr. Totaler Blackout! Und ich dachte immer, so etwas könne mir nicht passieren.

1 März 2011

Ein Bild von einem Konzept

By |2017-09-13T15:16:31+00:00März. 1st. 2011|Pitch und Präsentation|

Ein Bild von einem Konzept

Man nennt es „Graphic Recording“  und „Visual Facilitation“. In Workshops und Seminaren werden die gesammelten Ideen und konzeptionellen Beiträge der Teilnehmer mit einfachen Illustrationen, grafischen Formen und kurzen Schlagworten auf großen Papierbahnen visualisiert. Die Technik ist eine sehenswerte Alternative zu Flipchart-Krakeleien, Powerpoint-Wüsten und Mindmap-Kraken. In Amerika gibt es die Live-Skribbletechnik schon seit vielen Jahren. Neuerdings wird man auch in Deutschland auf sie aufmerksam. Entsteht da ein neuer Trend?

Unser Gehirn liebt Bilder über alles. Die visuelle Umsetzung von Gedankenketten und -netzen regt das assoziative Denken an, Verbindungen werden schneller erkannt, es fällt uns leichter, weiter- und querzudenken. Abstraktes und Strategisches bekommt sichtbare Handlungslinien. Zudem bleiben die Scribble-Gemälde nach dem Workshop besser im Gedächtnis haften.

Ja, auch die Ergebnisse von klassischen Konzeptionsworkshops können grafisch protokolliert werden. Meine eigenen Versuche als Zeichner sind allerdings jämmerlich gescheitert, meine künstlerischen Fähigkeiten reichen nicht aus. Inzwischen gibt es in Deutschland jedoch spezielle Kurse, um die notwendige Skribble-Technik zu lernen. Es wird sogar schon entsprechende Software angeboten. Wer Angst vorm Dilettieren hat, der sollte lieber gleich einen professionellen visuellen Übersetzer engagieren, der im nächsten Konzeptionsworkshop die freien Gedanken der Teilnehmer in Bilder transformiert.

4 Januar 2011

Agenturpitch

By |2017-09-13T15:23:46+00:00Januar. 4th. 2011|Pitch und Präsentation|

Wettbewerbe transparent bewerten

Wer ein Kommunikationskonzept im Rahmen einer Wettbewerbspräsentation („Pitch“) erstellen lässt, der sollte im schriftlichen Briefing oder in den anliegenden Wettbewerbsbedingungen klar machen, wie er zu bewerten gedenkt. Welche Kriterien fließen mit welcher Gewichtung in die Entscheidung ein. Die Bewertungsangaben sind ein nützlicher Hinweis für die Teilnehmer.  Sie helfen ihnen, nicht an der falschen Stelle viel Aufwand zu betreiben, sondern die Kräfte gezielt einzusetzen.


Immerhin 60% Kreativität. Im ersten Gewichtungsbeispiel empfiehlt es sich, die meiste Energie in die Ideenfindung zu stecken. Auch lohnt es sich, an der Präsentation zu feilen, denn die fließt bei diesem Pitch in die Bewertung ein.

Gut zu wissen, wie viel Wert der Kunde hier auf Branchenerfahrung legt. Wer die nötige Erfahrung nicht mitbringt, hat schlechte Karten. Überhaupt ist dieser Job nichts für Kreative und Strategen, es wird ein branchenerfahrener Kommunikationshandwerker gesucht.


70% auf die Kosten. Leider ist eine dominante Kostengewichtung des Öfteren anzutreffen. Die Kosten sind das Maß der Dinge. Nicht der Beste, der Billigste gewinnt. Ganz ehrlich, ich würde bei diesem Pitch erst gar nicht antreten. 

9 Juli 2010

Präsentation und Pitch

By |2017-09-14T15:13:28+00:00Juli. 9th. 2010|Pitch und Präsentation|

So killt man ein Konzept

Mal angenommen, demnächst stehen in Ihrer Firma Wettbewerbspräsentationen für eine neue Kampagne an. Sie sollen zusammen mit einigen Kollegen die Auswahl treffen. Unter anderem präsentiert auch dieser Konzeptioner Schmidbauer. Keine Ahnung, wie der in den Wettbewerb gekommen ist, Sie wollen aber auf jeden Fall verhindern, dass sein Konzept gewinnt. Was tun?

Verlassen Sie sich nicht drauf, dass Schmidbauer ein lausiges Konzept abliefert oder schlecht präsentiert. Der ist seit Jahren dabei und sattelfest. Besser Sie suchen die Entscheidung in der Fragerunde, die sich an die Präsentation anschließt. Wenn Sie hier an zwei, drei kritischen Punkten geschickt nachhaken, stehen die Chancen gut, dass der Konzeptioner ins Stolpern gerät und einen unsicheren Eindruck hinterlässt.

Ihre Fragen dürfen sich nicht auf das heimische Terrain des Konzeptioners konzentrieren. Mit Fragen zur Zielgruppendefinition, zur Positionierung oder zur Umsetzungsstrategie wäre Schmidbauer wohl kaum aus dem Gleichgewicht zu bringen. Auf diesem Feld ist er zu Hause und findet sich blind zurecht.

Nein, Sie müssen ihn auf fremdes, unbekanntes Gebiet locken, dort an konkreten Punkten festnageln und zappeln lassen. Dazu wählen Sie genau die Gegenden aus, die Ihnen und Ihren Kollegen bestens vertraut sind. Und hier wiederum konzentrieren Sie sich auf Punkte, die vermint sind. Sie kennen Lage und Sprengkraft der Minen, Schmidbauer ist weitgehend ahnungslos.

Beispielsweise könnten die schwierigen Wettbewerbsverhältnisse Ihrer Firma vermint sein. Sie fragen also nach: „Herr Schmidbauer, Sie schlagen vor, dass wir eine multimediale Präsentation entwickeln und auf  der nächsten Verbandstagung in Szene setzen. Wie muß ich mir diese Präsentation vorstellen?“ –  Was nur Brancheninsider wissen, ist, dass die Konkurrenz besagte Branchentagung fest im Griff hat und eine Präsentation schnell nach hinten losgehen könnte.

Auch im eigenen Unternehmen gibt es verminte Zonen. Sie locken Schmidbauer aus der Reserve: „Sehr interessant finde ich Ihren Kniff, unseren CEO stärker in die interne Kommunikation einzubinden. Mir ist der Vertrieb besonders wichtig. Wie könnte die Einbindung dort aussehen?“ – Was nur Firmeninsider wissen, ist, dass die Vertriebsmannschaft zurzeit schlecht auf den Chef zu sprechen ist und sich jeder Kontakt zur Konfrontation auswachsen könnte.

Drittes Beispiel. Vielleicht finden sich Minen im Produktportfolio. Falls ja, haken Sie punktgenau nach: „Unter Ihrer Idee mit dem Storytelling kann ich mir wenig vorstellen. Wir hatten Ihnen im Briefing die Broschüre zum amorphen Dämpfungssystem ans Herz gelegt. Wie ließe sich eine Geschichte rund um dieses Produkt entwickeln?“ – Nur Produktinsider wie Sie und ihre Kollegen wissen, dass schon mehrere freie Texter an den vertrackten Details des Systems gescheitert sind. Schmidbauer hat zwar die Broschüre gelesen und eine ungefähre Vorstellung, aber von den Tücken ahnt er nichts. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er mit seiner Antwort vom Weg abkommt und auf eine Mine tritt. Wohlmöglich müssen Sie mit weiteren Fragen nachsetzen, aber das dürfte kein Problem sein, schließlich fragen Sie auf vertrautem Terrain und sind Ihrem Gegenüber haushoch überlegen.

Nach den Präsentationen bewerten Sie im Kollegenkreis die Konzepte. Wenn die Rede auf Schmidbauer kommt, dann loben Sie, dass sein Konzept gut vorgetragen wurde und durchdacht wirkte. Aber… Pause… sobald Schmidbauer in der anschließenden Fragerunde konkreter wurde, drängte sich der Eindruck auf, dass er nur spärliches Verständnis für  Branche, Firma und Produkte mitbringt.  Sollte man sich für sein Konzept entscheiden, wäre Ärger in der Umsetzung schon vorprogrammiert.

23 März 2010

Präsentation mit Prezi

By |2017-09-14T15:31:14+00:00März. 23rd. 2010|Pitch und Präsentation|

Jenseits von PowerPoint

Lang, lang ist es her. 1993 bin ich von Harvard Graphics auf Powerpoint umgestiegen. Und seitdem besteht meine Präsentationswelt nur noch aus Powerpoint-Folien.

Deshalb war es für mich ein echtes Aha-Erlebnis, als neulich Abend eine meiner Studentengruppen nicht mit der unvermeidlichen Powerpoint-Präse auflief, sondern eine Präsentationssoftware der etwas anderen Art an die Wand projizierte.  Nein, ich meine nicht Apples Keynote, denn das ist letztendlich auch nur Powerpoint für Schöngeister. Ich meine eine Präsentationssoftware mit dem putzigen Namen „Prezi“.  Sofort beim Start der Präsentation erwachte das Publikum aus der üblichen Powerpoint-Lethargie und schaute genauer hin. Es war in der Tat ein neues, ungewohntes Präsentationserlebnis, denn die Prezi-Leute haben das Medium der Präsentation ganz neu gedacht. Bei Powerpoint klicke ich linear Folie für Folie durch – wie früher beim Diaabend. Prezi dagegen arbeitet mehr mit filmischen Mitteln.

Wie soll ich das erklären? Ich stelle mir ein großes Pinboard in einer Agentur vor, so groß, dass es über die ganze Wand geht. Alle Überschriften, Fakten, Schaubilder, Fotos und Videos, die ich präsentieren will, sind gut strukturiert an diese Wand gepinnt. Mit der imaginären Kamera fahre ich ohne Schnitt die gesamte Wand ab, halte an jedem Informationspunkt an, zoome näher heran, drehe den Ausschnitt, zoome wieder weg und schwenke weiter und weiter und weiter. Die Präsentation läuft so wesentlich dynamischer, eleganter und fließender. (Allerdings sind auch die Anforderungen für den Präsentator höher. Sein Vortrag muss quasi mitfließen, sonst entstehen Dissonanzen zwischen Wort und Bild.)

An besagtem Abend fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es gibt ein Leben jenseits von Powerpoint! Wer sich selbst ein Bild machen will, hier ist der Link: www.prezi.com

22 August 2009

PowerPoint leicht gemacht

By |2017-04-16T14:24:43+00:00August. 22nd. 2009|Pitch und Präsentation|

Mehr Freiheit für Folien!

Jede Agentur, die auf sich hält, hat heutzutage ihre Powerpoint-Masterfolie als feste Vorlage. Alle Präsentationen basieren auf dieser Folie und bekommen ein einheitliches Design. Typische Masterfolien sehen wie im Beispiel unten aus. Ich habe das Beispiel mit einer fiktiven Agentur nachgebaut, um Ärger zu vermeiden. Da sind alle Zutaten drin, die eine Masterfolie braucht. So oder ähnlich wird die Folie auch in Fachbüchern und Weiterbildungskursen als Muster an die Wand geworfen. Ich bin so frei und sage: Murx! So sehen Masterfolien aus, die den Nutzer zum Sklaven machen.

Nach solch groben Anschuldigungen bin ich natürlich verpflichtet, den Beweis anzutreten. Meine Beweisführung geht vom Grundprinzip jeder guten Präsentation aus: Die Folie ist der Freiraum für die Entfaltung der Inhalte! Die Foliengrundgestaltung muss alles tun, um diesen Freiraum zu erhalten. Die Masterform darf die Inhalte keinesfalls drangsalieren. Aber genau das passiert bei obigem Master.  Ich gehe mal der Reihe nach die relevanten Elemente durch:

·         Das Agenturlogo gehört nicht auf jede Folie. Ich weiß, dass jetzt viele Corporate-Identity-Apologeten laut aufschreien. Dennoch wiederhole ich: Das Logo gehört nicht als Konstante auf jede Präsentationsfolie. Das Logo nimmt nur Platz weg, überstrahlt mit seiner Designpräsenz die Inhalte und verkommt durch die ständige Wiederholung zum Imponiergehabe. Es reicht völlig aus, wenn die Titelfolie der Präsentation das Logo groß herausstellt und wenn sich die Agentur zu Präsentationsbeginn mit markanten Worten kurz vorstellt. Dann sind die Zuschauer voll im Bilde und gespannt auf die Inhalte.

·         Nicht den Präsentationstitel auf jeder Folie wiederholen. Wie auf der Beispielfolie oben links. Zum einen nimmt der Titel wieder nur unnötig Platz weg. Zum anderen ist jedes Wort weniger auf der Folie einfach mehr.

·         Kein Copyrighthinweis auf jede Folie. Diese Unsitte greift in letzter Zeit um sich. Liebe Präsentatoren, es reicht, wenn ihr dezent auf der ersten oder letzten Folie einen solchen Hinweis unterbringt. Aber eine ständige Wiederholung während der gesamten Präsentation wirkt kleinkariert und „würdelos“ wie diese paranoiden „Raubkopierer sind Verbrecher“-Drohgebärden, die man als Käufer einer DVD vor jedem Spielfilm über sich ergehen lassen muss.

·         Keine Foliennummer und kein Datum auf den Folien. Wozu auch? Den Zuschauer interessiert die Nummerierung nicht die Bohne. Der Referent hat in Powerpoint sowieso die Referentenansicht eingestellt und bekommt auf seinem Notebook die jeweilige Foliennummer gut sichtbar eingespielt. Für die Printversion ist die Nummer nützlich? Ja, aber Powerpoint ist durchaus in der Lage, die Foliennummern mitzudrucken, ohne sie in der Präsentation zu zeigen. Das gilt übrigens auch für das Datum. Auch das lässt sich in den Ausdruck einspielen, ohne es in der Präsentation zu zeigen.

·         Keine raumgreifenden Tabuzonen. Etwa 40% des obigen Folienraums sind für die Inhalte tabu. Der Raum wird durch überflüssige Formalismen oder Zierelemente belegt. Besonders störend ist die raumgreifende Graufläche auf der linken Seite. Es ist schon richtig, man sollte auf Folien nicht alles vollknallen und Freiraum lassen. Im vorliegenden Beispiel wird der graue Freiraum jedoch vom Master als Niemandsland für alle Folien und Präsentationen diktatorisch festgelegt. Die Inhalte sind auf Dauer ausgesperrt und an der freien Entfaltung gehindert.

Alle beschriebenen Elemente treiben die Inhalte in die Enge und lenken vom Wesentlichen ab. Man stelle sich ein Theater vor, bei dem der Vorhang aufgeht und ein ergreifendes Drama beginnt – nur, was ist das? Da hängt oben in der Kulisse das imposante Logo des Theaters. Daneben ist in großen Lettern die ganze Zeit der komplette Titel des Dramas zu lesen. Unten direkt vor den Schauspielern zeigt eine große Digitaluhr durchgehend das Datum und die aktuelle Spielzeit an. Außerdem ist immer im Blick, in welchem Akt sich die Zuschauer gerade befinden. Und nebenan verkündet ein gut sichtbares Warnschild, dass die Inhalte der gerade laufenden Handlung urheberrechtlich geschützt sind. So würde jedes Drama zur Posse!

Noch einmal: Ja, ich weiß, dass heutzutage die meisten Masterfolien so wie oben aussehen. Aber weil es alle machen, muss es noch lange nicht richtig sein. Deshalb starte ich einen Aufruf: Entschlackt eure Masterfolien! Freiheit für die Inhalte!

15 August 2009

Loosing the Pitch!

By |2017-04-16T14:42:50+00:00August. 15th. 2009|Pitch und Präsentation|

Der ewige Zweite

Gestern fiel die Pitch-Entscheidung. Ich (bzw. die Agentur, für die ich im Einsatz war) bin wieder mal nur Zweiter geworden. Das darf doch alles nicht wahr sein, ich hatte nach der Präsentation so ein gutes Gefühl! Aber Fakt ist, dass den Etat ein Mitbewerber geholt hat. Jetzt bloß keinen Frust schieben. Nach dem Pitch ist vor dem Pitch, die nächste Wettbewerbspräsentation habe ich schon in Arbeit.
Eins macht mich allerdings stutzig: Ich ging in den letzten Jahren bei ungefähr jedem zweiten verlorenen Pitch nach Auskunft des Auftraggebers als Zweiter durchs Ziel. Bin ich nicht gut genug? Klebt an mir das verdammte Pitch-Pech? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Stattdessen keimt ein anderer Verdacht auf. Ich schätze, Auftraggeber trösten die Verlierer vorzugsweise mit „Sie sind ehrenvoller Zweiter geworden“, „Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen“ und „Sie haben gute Arbeit geleistet und es fehlte nicht viel“. Aber das ist alles nur Taktik! Alles nur Psychologie! So versüßen sie die bittere Medizin, damit man die Niederlage besser schluckt.  Der Frust wird gedämpft und dem Verlierer fällt es schwerer, kritisch nachzufragen oder wohlmöglich sogar seinem Ärger Luft zu machen.

 

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30 September 2008

Neue Art der Präsentation

By |2017-04-19T14:24:54+00:00September. 30th. 2008|Pitch und Präsentation|

 Pecha Kucha

Pecha Kucha  ist  Kult. Pecha Kucha ist die etwas andere Präsentationsform speziell für Kreative. Aber auch Konzeptioner können sie einsetzen.

Das Pecha Kucha-Format lässt sich schnell erklären. 20 Powerpoint-Charts kommen zum Einsatz. Inhalte und Reihenfolge der Charts bestimmt der Präsentator. Fest steht, dass die Charts im 20-Sekunden-Takt automatisch hintereinander ablaufen. Pecha Kucha-Präsentationen sind also auf die Sekunde exakt 6 Minuten lang.

Dieser Tage habe ich das Präsentationsformat mit den Teilnehmern eines Konzeptionsworkshops ausgetestet. Das Format ist erbarmungslos. Wer sein Konzept nicht gründlich durchdenkt und auf das Wesentliche reduziert, der gerät schon nach wenigen Charts ins Schleudern und wird aus dem Zusammenhang getragen. Umständlichkeiten und Unschärfen lassen sich nicht kaschieren.

Auch wenn Pecha Kucha nicht für Präsentationen von Kommunikationskonzepten erdacht wurde, lohnt sich der Einsatz. Wer die 6 Minuten souverän übersteht, dem ist es gelungen, sein Konzept fit zu machen. Er hat seinen konzeptionellen Weg auf eine schlanke, schlüssige Linie gebracht.

Mein Testurteil: Für mich ist Pecha Kucha ein gutes  Training, aber auch nur ein Training. Beim Kunden würde ich keinesfalls im automatisierten 20-Sekunden-Takt präsentieren. Denn im Ernstfall sollten die Inhalte die Form bestimmen und nicht umgekehrt.

31 März 2008

Tipps für PowerPoint

By |2017-04-20T14:15:27+00:00März. 31st. 2008|Pitch und Präsentation|

PowerPoint – Gewusst wo?

Wie das Bloggerleben so spielt. Es kommt ein Kommentar auf einen meiner Einträge. Ich bin natürlich neugierig, inspiziere das Weblog des Kommentators und stoße auf einen Link zu „Mehr als 34 Tipps für Powerpoint und Präsentation“. Was soll ich sagen: eine wahre Fundgrube für alle, die mit Powerpoint arbeiten und besser auf den Punkt kommen wollen. Denn mal ehrlich: Die meisten Präsentationsprobleme gehen nicht auf das Konto von Powerpoint, sondern auf das Kerbholz von Leuten, die nicht richtig mit Powerpoint umgehen können.