28 September 2013

Typische Störfaktoren einer Konzeptpräsentation

By | 2017-07-15T15:45:10+00:00 September. 28th. 2013|Pitch und Präsentation|

Präsentation: Wehret den Widrigkeiten!

Die Inhalte des Kommunikationskonzepts kommen auf den Punkt, die dazugehörigen Powerpointfolien sind in Bestform. Eigentlich kann in der Präsentation nichts mehr schief gehen. Oder doch? Oft sind es kleine Widrigkeiten während der Präsentation, die das Gleichgewicht meines Vortrags stören, mir ungeahnte Schwierigkeiten bereiten und manchmal sogar mein Konzept in Absturzgefahr bringen.

Selten tauchen diese Widrigkeiten überraschend auf, fast immer kann man sie schon vor der Präsentation erkennen. Nur denkt man sich: Es wird schon irgendwie gehen! Und das war dann ein Denkfehler.

Ich habe es mir deshalb zur Regel gemacht, kurz vor der Präsentation möglichst alle Störfaktoren auszuschließen.   In drei anfälligen Bereichen sollte man besonders aufpassen:

Räumliche Störfaktoren – z. B.:

  • Neulich wollte mich der Kunde hinter den Beamer platzieren, wie früher beim Dia-Vortrag. Das geht gar nicht!  Der Standort des Präsentators ist vor dem Beamer gleich neben der Leinwand.
  • Ich komme in den Präsentationsraum und erkenne, dass zwischen mir und den Zuhörern mehrere Meter freier Raum, quasi „Niemandsland“ ist. Das darf ich als Präsentator nicht akzeptieren. Ich muss ran an meine Zuhörer.

Technische Störfaktoren – z. B.:

  • Der Kunde stellt seine Technik zu Verfügung und drückt mir seinen Infrarot-Presenterstick in die Hand. Vorsicht! Bei Infrarot-Sticks muss man gut zielen, sonst transportieren sie die Folien nicht weiter. Deshalb habe ich bei Präsentationen grundsätzlich meinen erprobten Funk-Stick dabei, der mich nie im Stich lässt.
  • Ich nehme mir vor, während der Präsentation einige Schlüsselbegriffe des Konzepts an die Flipchart zu schreiben. Pech gehabt, denn die beiden Eddings, die in der Flipchart-Rinne liegen, sind eingetrocknet. Deshalb immer dran denken: Will man die Charts nutzen, sollte man vorher Papier und Stifte checken und bei Mängeln um Abhilfe bitten.

Physische Störfaktoren – z. B.:

  • Alle in der Männerrunde behalten ihr Sakko an, obwohl es unangenehm warm im Sitzungssaal ist. Ich stehe vorne, das Adrenalin wogt und mein Kreislauf kommt auf Touren. Dennoch fehlt mir der Mut, mich als Einziger des Sakkos zu entledigen. So wird die Präsentation zum Saunagang. Ich fühle mich 45 Minuten unwohl. Alter Feigling! Runter mit dem Jackett, den obersten Knopf auf und wenn es hilft, die Ärmel hochgekrempelt. Man muss alles tun, um sich da vorne wohl zu fühlen.
  • Ich komme ans Präsentationspult. Nur ein vom Vorredner bereits angenipptes Glas Wasser steht da, ansonsten nichts zu trinken in Reichweite. Ich lege ohne los und bald holt mich der Frosch im Hals ein. Selber schuld!  Wer eine empfindliche Stimme hat, sollte stets nach einem frischen Glas Wasser fragen.

6 März 2013

In der Konzeptpräsentation

By | 2017-07-15T15:58:12+00:00 März. 6th. 2013|Pitch und Präsentation|

 Formfehler wiegen schwer

Unternehmen und Agenturen entwickeln aufwändige Kommunikationskonzepte mit gründlicher Analyse, Strategie und Umsetzung. Alle Maßnahmen sind bis ins Detail durchdacht, die grafische Gestaltung steht und der Etat ist durchkalkuliert. Meist hat das Team mehrere Wochen hart am Konzept gearbeitet. Und dann kommt die Stunde der Wahrheit: die Präsentation.  Leider hinterlassen viele Präsentationen bei mir eher gemischte Gefühle. Ich bin irritiert, wie semiprofessionell manche Kommunikations-leute ihre Arbeit „verkaufen“.  

Die Zuhörer differenzieren nicht zwischen Form und Inhalt. Sie stehen unter dem Eindruck des Gesamtgeschehens. In der Konsequenz beschädigen Formschwächen den Gesamteindruck – und damit auch die Inhalte. Präsentationsentscheidend ist nämlich nicht die wahre Qualität, sondern die wahrgenommene Qualität der Konzeptinhalte. So habe ich wiederholt die Erfahrung gemacht, dass ein inhaltlich mangelhaftes Konzept, das gut präsentiert wurde, sich gegen ein gutes Konzept durchsetzte, das nur mangelhaft präsentiert wurde.

Ende Januar hatte ich mit der Präsentationstrainerin und Schauspielerin Birgit Blasche an der TU-Berlin ein Konzeptionsseminar durchgeführt. Ich kümmerte mich um das richtige Konzept und sie um die richtige Präsentation. Nicht nur für die Studenten, auch für mich war das eine lohnende Weiterbildungsveranstaltung. Ich habe von Birgit Blasche gelernt, dass inhaltliche Aussagen die richtige Ausdrucksform brauchen und dass nur wenige einfache Mittel erforderlich sind, um Inhalte und Form zusammenzufügen und einen stimmigen Präsentationsfluss zu erzeugen.

Was mich überrascht hat: Während der Präsentationen der Studenten fielen den Zuhörern die  eingesetzten Mittel der Formgebung gar nicht auf. Die Vorträge wurden von den Zuhörern schlichtweg wohltuend flüssig und schlüssig empfunden.  Eingängig, aber nie aufgesetzt und übertrieben.

Letzte Woche habe ich in einer Präsentation einen ersten Selbstversuch unternommen und intensiver als sonst an der Form meines Vortrags gefeilt. Ich wechselte beispielsweise während der Erläuterung meiner SWOT-Analyse von Stärken und Chancen zu Schwächen und Risiken nicht nur die analytische Perspektive, sondern mit zwei, drei Schritten bewusst auch meinen Standpunkt im Raum. Außerdem stieg ich nicht wie üblich mit der destruktiven Seite der Risiken aus der SWOT aus, sondern mit der konstruktiven Seite der Chancen.  Nur kleine Akzente, aber sie bringen die Inhalte besser zur Geltung.

16 November 2012

Präsentationstechnik

By | 2017-09-08T15:07:13+00:00 November. 16th. 2012|Pitch und Präsentation|

Schon wieder einen Presenter verbummelt

Presenter-Sticks sind diese handlichen kleinen Fernbedienungen, mit denen man Präsentationen vor und zurückklicken kann. Ich schleppe meinen Presenter permanent in der Aktentasche mit mir rum. Man kann ja nie wissen. Alle paar Tage hänge ich den Sender des Presenters ans Präsentationsnotebook, um mich frei im Raum bewegen und von überall her meine Folien wechseln zu können. Eine praktische Sache.

Allerdings scheint ein Fluch auf meinen Presentern zu liegen, denn ich vergesse die Dinger alle paar Monate auf irgendeinem Termin. Ich bin wohl mit den Gedanken woanders und nicht bei der Sache – und schon ist es geschehen.  Meist finden sie sich nie mehr an und ich muss ein neues Exemplar kaufen. Der letzte Stick ist mir vor einigen Tagen  in einem Sitzungsraum des EIT ICT Labs am Ernst-Reuter-Platz verlustig gegangen. Den Nachfolger hat Amazon heute geliefert, gleich nächste Woche kommt er auf zwei Workshops zum Einsatz.

Die meisten Menschen vergessen immerzu irgendwo ihre Regenschirme. Mit Schirmen habe ich kein Problem, bei mir sind es die Presenter.

23 Oktober 2012

Vor der Präsentation

By | 2017-09-08T15:09:55+00:00 Oktober. 23rd. 2012|Pitch und Präsentation|

Notizen als Adrenalinsenker

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich präsentiere meine Konzepte oft und gerne. Ohne abschließende Präsentation fehlt mir was. Ob ich für meine Präsentationen Stichwortzettel nutze? Ja, ich drucke mir meine Powerpoint-Präsentationen stets mit Notizspalte aus, schreibe mir die wichtigen Stichpunkte in die Seitenspalte und bereite mich sorgfältig vor. Die Präsentation ist die Stunde der Wahrheit, da sollte man nichts dem Zufall überlassen.

Wenn ich dann zur Präsentation beim Kunden  „in die Bütt steige“, schaue ich die ersten zwei, drei oder vier Folien ständig auf meine Notizen – aber dann, mit einem Mal, löse ich mich und komme in Fluss, vergesse umzublättern und verliere völlig  den Blickkontakt zum Notizzettel. Den allergrößten Teil meiner Präsentationszeit rede ich frei und lasse die Notizen links liegen.

Es stimmt schon: eigentlich ist meine ganze Notizenschreiberei unnützer Aufwand. Aber es geht nicht ohne! Ich habe es versucht! Ohne meine Notizen  überspült mich eine Adrenalinwelle und lässt mich nicht mehr los. Ich starte völlig von der Rolle und finde nur schwer in meinen Vortrag . Ich brauche zum Einstieg  schlichtweg das adrenalinsenkende Gefühl, dass meine Stichpunkte immer zur Hand sind und mich im (noch nie eingetretenen) Fall der Fälle retten könnten. 

14 August 2012

Nach der Präsentation

By | 2017-09-08T15:13:23+00:00 August. 14th. 2012|Pitch und Präsentation|

Nach der Präsentation: Stolperfalle Fragerunde

Üblicherweise hängt an jedem Präsentationsvortrag eine vertiefende Fragerunde – meist zwischen fünfzehn Minuten und einer halben Stunde lang. Der Auftraggeber stellt Fragen, kommentiert, hinterfragt, kritisiert und lobt (hoffentlich!). Ich als Vortragender bleibe in Front und muss Rede und Antwort stehen. Vielleicht habe ich mir einen Kollegen als Verstärkung mitgebracht, der jetzt unterstützend ins Geschehen eingreifen kann.

Keine nette Plauderrunde! Den  Frage- und Antwortteil sollte man keinesfalls unterschätzen.  In den letzten Minuten kann man den guten Eindruck, den die Präsentation hinterlassen hat, wieder eintrüben oder gar ins Gegenteil verkehren. Ich musste sogar schon erleben, dass mein eigentlich überzeugendes Konzept über den suboptimalen Eindruck, den ich in der abschließenden Fragerunde hinterließ, dramatisch abgestürzt ist.

Seit dieser Niederlage bereite ich mich auf die anschließende Diskussion genauso gründlich vor wie auf die Präsentation. Wird im Vorfeld eine Probepräsentation angesetzt, dann bitte ich die Probe-Zuhörer, nach meinem Vortrag kritische Fragen zu stellen und meinem Konzept auf den Zahn zu fühlen. Ansonsten setze ich mich am Tag vor der Präsentation an den Schreibtisch, versetze mich in die Rolle des Auftraggebers, notiere seine möglichen Fragen und überlege mir präventiv die passenden Antworten. 100prozentige Sicherheit gibt das nicht. Ich gerate dennoch immer mal wieder mit meinen Antworten ins Stolpern – aber toi, toi, toi, ich habe mich seither nie mehr um Kopf und Kragen geredet.

5 Juli 2012

Präsentationstechnik

By | 2017-09-08T15:19:58+00:00 Juli. 5th. 2012|Pitch und Präsentation|

Präsentieren mit dem neuen iPad

Das war gerade der zehnte Präsentations- bzw. Vortragstermin, an dem meine Folien nicht  über mein Notebook,  sondern über das neue iPad liefen. Anlässlich der runden Zahl folgt  hier mein erster Erfahrungsbericht:

 

Vorteile

Gewichtsersparnis – Ich bin viel unterwegs, meine Präsentationstermine sind quer über Deutschland verteilt und ich schleppe nicht gern. Deshalb habe ich unsere Küchenwaage befragt: das iPad landet inklusive Zubehör knapp über 1 Kilo, mein Notebook samt Netzteil und Tasche liegt bei 3,6 Kilo. Das iPad bringt eine echte Erleichterung, auch die Platzersparnis in der Aktentasche ist enorm. Auf Reisen weiß ich diese Vorteile  zu schätzen.

Zeitersparnis – Ich betrete den Konferenzraum, hänge den VGA-Adapter meines iPads an den vorhandenen Beamer, klappe das Smartcover des iPads auf – und los geht´s. Eine halbe Minute… und ich stehe vorne bereit zum Vortrag.  Mit meinem Notebook  dauerte derselbe Vorgang zwischen 3 und 5 Minuten.

 

Handicaps

Wenig beweglich – Das iPad liegt unbeweglich am VGA-Kabel gefesselt  auf dem Tisch. Das Tablet in die Hand nehmen? Kann man vergessen, denn sofort verrutscht der Kabel-stecker.  Eigentlich wäre das iPad ideal für drahtlose Präsentationen, aber dazu müsste man ein kleines schwarzes Apple-TV –Kästchen kaufen, an den Beamer anschließen und sich stets in ein vorhandenes W-LAN einwählen. Das ist mir zu umständlich. Wenn ich wenigstens meinen Presenter-Stick anschließen könnte, aber auch das geht nicht.  Alles in allem engt das iPad meine Beweglichkeit während des Vortrags ein. Paradox! Das Gegenteil sollte der Fall sein.

Mehr Vorarbeit – Meine Präsentationen entstehen in Powerpoint, damit ich sie problemlos weiterreichen und mit anderen bearbeiten kann. Für die Präsentationen auf dem iPad formatiere ich das Ganze um auf Keynote, dem Präsentationsprogramm von Apple. Manche Schriften machen Probleme, Schaubilder verrutschen und die Folienübergänge verändern sich. Durchschnittlich 45 Minuten wende ich mehr auf, um aus der ursprünglichen Powerpoint-Version eine lauffähige, fehlerfreie Präsentation auf dem iPad zu machen. Nach dieser Vorarbeit laufen die Präsentationen dann allerdings leicht und flüssig durch, da gibt es nichts zu meckern.

 

Fazit

Der Gewichts- und Raumvorteil bedeutet mir viel, deshalb werde ich auch in Zukunft mit dem iPad präsentieren. Ansonsten würde ich eher zum Abwarten raten. Als unentbehrlicher Begleiter für die Präsentation braucht das iPad noch Reifezeit. Trotz der Handicaps bin ich jedoch der festen Überzeugung, dass Tablets bei Präsentationen, Vorträgen und Seminaren eine große Zukunft haben. 

18 Mai 2012

Die Probepräsentation

By | 2017-09-11T13:57:17+00:00 Mai. 18th. 2012|Pitch und Präsentation|

Probepräsentation: Chancen und Gefahren

Unbedingt, keine Frage! Ich empfehle dringend, vor der Präsentation von wichtigen Konzepten eine Probepräsentation anzusetzen. Es sollten möglichst realistische Bedingungen geschaffen und ein paar wache Zuhörer einbezogen werden. Die Probepräsentation ist die Generalprobe für die  Stunde der Wahrheit.  Deshalb muss sie von allen Beteiligten Ernst genommen werden. Kein Unterbrechungen und keine Störungen während des Vortrags. Der Vortragende präsentiert in einem Stück nonstop durch, ganz egal, was auf der Strecke passiert.

In aller Regel wird die Präsentation beim Auftraggeber durch eine vorherige Probe spürbar besser. Die Probe macht Fehler offensichtlich und diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen. Die häufigsten Fehler sind:

  • Brüche, Lücken und Knoten in der inhaltlichen Linie des Konzepts werden gnadenlos aufgedeckt. Die Zuhörer stolpern regelrecht darüber.
  • Überladene, textgesättigte Vortragsfolien entlarven sich, denn sie lenken die Zuhörer ab. Es entsteht eine Konkurrenz zwischen Vortragendem und Folie. Meist gewinnt die Folie.
  • Schwächen im Vortrag fallen rechtzeitig auf. Sei es, dass der Vortragende permanent die Folienprojektion fixiert und den Zuhörern den Rücken zukehrt, oder dass viel zu hastig, ohne Punkt und Komma vorgetragen wird.

Allerdings birgt eine Probepräsentation auch Gefahren. Im Einzelfall kann es passieren, dass aufgrund eine verkorksten Probepräsentation, die  eigentliche Präsentation runtergezogen wird. Die häufigsten Ursachen für den Qualitätseinbruch sind:

  • Im Anschluss an den Vortrag stürzen sich die Zuhörer auf den Vortragenden und decken ihn mit Kritik ein. Es hagelt Fehlermeldungen und Änderungswünsche. Der Präsentator wird durch die Last erdrückt und fängt an, sich vor der Präsentation zu fürchten.
  • Die Beteiligten erleben das Konzept das erste Mal im Zusammenhang und lassen sich verunsichern. Die Inhalte wirken plötzlich so blass und dünn. In Panik wird in letzter Sekunde alles umgeschmissen und mit heißer Nadel eine neue Version gestrickt.  Das Ergebnis ist meist Flickwerk und die Präsentation fällt entsprechend aus.
  • Die Zuhörer haben nach der Probe das Gefühl, es wurde zu wenig gesagt. Viele mühsam erarbeitete Einzelheiten blieben unerwähnt. An manchen Stellen fehlten Details, auf die der Kunde wohlmöglich großen Wert legt. Also wird die Präsentation noch einmal gründlich angedickt.  Das geht meist schief, denn die Kunst der Präsentation ist die Kunst der Reduktion.

Übrigens laufe ich bei meinen eigenen Probepräsentationen nur selten zu überzeugender Form auf, weil mir in der Probe nämlich ein wesentlicher Energiespender der Präsentation fehlt: Adrenalin.

13 März 2012

PowerPoint in Aktion

By | 2017-09-11T14:04:01+00:00 März. 13th. 2012|Pitch und Präsentation|

Masterfolienmassaker!

Als freischaffender Konzeptioner entwickle ich Kommunikations-konzepte für Organisationen aller Art von der Werbeagentur über den Konsumgüterhersteller bis zum Forschungsinstitut. Von allen bekomme ich ein Powerpoint-Master im eigenen Corporate Design, verbunden mit der Bitte, meine Konzeptpräsentation im Master anzulegen.

Von rund 50 Masterfolien, die auf diese Weise in den letzten Jahren von mir genutzt wurden, waren 49 nicht konform. Sie setzten sich über die Konventionen von Powerpoint hinweg. Die Palette reichte von leichten Widrigkeiten bis hin zur kompletten Negierung aller Regeln.  Eine funktionssichere Masterfolie zu bauen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Aber aus mir unverständlichen Gründen macht sich keiner die Mühe, in die Mastermaterie einzusteigen, es wird einfach drauflos gebastelt.

Ein sauber gebauter Master in Powerpoint bringt eine enorme Arbeitserleichterung, eine schlampige Vorlage dagegen ist die Hölle. „Bullet Points“ (deutsch: Anstriche) sind als Grafiken formatiert, Schriften wurden nicht eingebettet, die Farbpalette ist nicht definiert, Zeilenabstände hat man kurzerhand als Leerzeilen eingefügt, zwei Masterfolien sind übereinander gepackt,  und das Ganze wurde nicht im Vorlagenformat .potx, sondern im Dateienformat .pptx abgespeichert. Alles was man falsch machen kann, wurde in irgendeiner der Masterfolien falsch gemacht, das können Sie mir glauben, denn ich habe es durchlitten.

Besonders irritieren mich die Masterfolien von Agenturen. Hier sitzen die Grafikprofis, da kann doch nichts schief gehen, sollte man meinen.  Aber speziell die Grafik hat ein gestörtes Verhältnis zu Powerpoint. Sie rümpft die Nase und lässt das Programm so gut es geht links liegen. Vor einigen Jahren habe ich mich beim zuständigen Professor einer Designhochschule diesbezüglich beschwert. Ohne Erfolg! „Powerpoint ist kein Grafikprogramm und deshalb für uns kein Thema“, war seine lapidare Antwort.

13 Februar 2012

Konzeptpräsentation

By | 2017-09-11T14:07:14+00:00 Februar. 13th. 2012|Pitch und Präsentation|

Konzeptpräsentation: Warnung vor der Floskel-Falle!

Wenn Sie mich fragen, ich bin kein Fan von einstudierter Vortragstechnik in der Konzeptpräsentation – genau! Wenn man sich mit Mimik, Gestik und Rhetorik zu sehr ins Zeug legt, dann riskiert man, dass die eigenen Aussagen künstlich und aufgesetzt wirken – genau! Stattdessen rate ich jedem Vortragenden dazu, authentisch und ehrlich rüberzukommen, einfach so wie er ist. Meine Erfahrung zeigt, dass kleine Fehler und Schwächen im Vortrag nicht stören, sondern die Echtheit betonen  – genau! Nur wenn der Fehler zur Marotte wird und die Akzeptanz des Vortrags darunter leidet, dann sollte man ihn abstellen – ääh, genau!

Sehr beliebt ist zum Beispiel das Füllwort „ genau!“ als Ausrufezeichen am Ende des Satzes.  Sonst eher selten, schleicht  sich das sinnlose „genau! bevorzugt in Präsentationsvorträge ein. Hier fühlt es sich wie Zuhause. Warum? Das ist mir ein Rätsel! Wer es mit den Floskeln übertreibt und jedes zweite Satzende mit einem angehängten „Genau!“ unterstreicht, der fängt nach wenigen Minuten an, die Zuhörer zu belustigen.

Meist macht sich ein Hang zum Floskel-Stakkato schon in der Probepräsentation bemerkbar. Deshalb habe ich immer eine Taschenlampe dabei. Genau dann, wenn sich beim Vortragenden mal wieder „genau!“ oder eine andere Floskel in die Rede einschleicht, blinke ich kurz. Das wirkt garantiert!

23 Mai 2011

Konzeptpräsentation

By | 2017-09-13T15:00:47+00:00 Mai. 23rd. 2011|Pitch und Präsentation|

Parade der Pannenpräsentationen

Letzte Woche war ich als Referent zu einer Tagung eingeladen. Ich saß in der letzten Reihe und wartete auf meinen Einsatz. Als mein Vorredner das Wort übernahm, hatte die Beamer-Technik keine Lust mehr. Das Projektionsbild ging ständig aus und wieder an, aus und wieder an. Die für die Technik zuständige Dame mühte sich, konnte den Fehler jedoch nicht finden. Mein Vorredner kämpfte bewundernswert, aber der rote Faden seines Vortrags verknotete sich zusehends.

Im Anschluss war ich an der Reihe. Lass den Kelch an mir vorübergehen! Ein letztes Stoßgebet, dann stieg ich ein und hatte Glück. Bei mir zeigte sich die Technik gnädig und alles lief normal.

Abends auf der Heimfahrt im Zug ließ ich  die ganz persönlichen Präsentationsdesaster meiner Karriere vor dem inneren Auge Revue passieren. Mir wurde klar, dass alles, was schief gehen kann, irgendwann schief gelaufen ist. Ich habe noch auf der Fahrt ein kleines „Best of“ meiner Flops zusammengestellt:

1995 – Am frühen Nachmittag sollte ich vor zwei politischen Entscheidern eine Kampagne präsentieren. Ich war pünktlich, die beiden Herren nicht. Der Assistent meinte, wichtige politische Entscheidungen hätten sie aufgehalten und ich solle warten, denn es könne jeden Moment losgehen. Ich saß im Vorzimmer und wartete – wartete bis kurz vor Mitternacht, geschlagene 9 Stunden. Endlich kamen sie. Die Herren waren fix und fertig vom politischen Tagesgeschäft. Ich auch – vom Rumsitzen. Ich mobilisierte meine letzten Reserven und präsentierte. Die Herren konnte ich nicht mehr packen. Der eine gönnte sich ein Glas Wein, dem anderen fielen  die Augen zu. Na dann, gute Nacht!

1997 – Ich präsentierte mit Overhead und legte die erste Folie auf. Ein Raunen ging durch den Raum, Beschwerden wurden laut. Ich stutzte, wunderte mich und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da hatte ich doch glatt den falschen Foliensatz in die Tasche gepackt und schickte mich gerade an,  ein wildfremdes Konzept zu präsentieren.

2000 –  Sommer, Sonne, über 30 Grad. Der reservierte Ratssaal war überraschend belegt und wir mussten zur Präsentation in einen anderen Raum ausweichen. Der Raum war eigentlich viel zu klein für die vielen Zuhörer. Dennoch quetschten sich alle rein, bis er proppenvoll war. Ich begann meinen Vortrag, der Beamer blies mir seinen heißen Atem ins Gesicht. Zu allem Übel mussten die Fenster geschlossen werden, weil es draußen so laut war, dass meine Worte im Straßenlärm untergingen. Ich hörte mich reden, ich spürte mich schwitzen, der Kopf schmerzte – dann riss der Film und mir verging Hören und Sehen. Eine gefühlte Ewigkeit später wachte ich auf der Bahre des Notarztes wieder auf.

2004 – Ein Verband lud in ein Berliner Hotel zur Wettbewerbs-präsentation. Ich war der erste Vortragende morgens um 9 Uhr. Wegen des schlechten Wetters waren die meisten Verbandsmitglieder noch nicht da. Um die Agenda nicht zu gefährden, nötigte man mich, dennoch anzufangen. Unseligerweise wurde ich während der Präsentation gleich neben die Tür platziert. Und die Tür ging alle naslang auf, ein Zuspätkommender trat ein, entschuldigte sich vielmals, grüßte in die Runde und suchte einen freien Platz. Direkt auf der Bühne, auf der ich gerade meinen großen Monolog vortrug, platzte ständig jemand dazwischen. Nur war das Stück, das da gerade gegeben wurde, keine lustige Slapstick-Show, sondern die Präsentation eines Konzepts, an dem ich wochenlang hart gearbeitet hatte.

2007 – Der Agenturchef , für den ich als „Freelancer“ im Einsatz war, wurde am Abend vor der Präsentation von Panik erfasst. Er baute die bereits präsentationsfertige Powerpoint noch einmal gehörig um; nur leider sagte er mir nichts davon. Am nächsten Tag stieg ich in die Präsentation ein und geriet gleich bei einer der ersten Powerpoint-Folien ins Schleudern, fasste mich wieder, bekam einen zweiten, einen dritten Schlag. Die Präsentation war nicht mehr vertraut. Einige Inhalte fehlten, andere waren mir fremd. Ich konnte mir das alles nicht erklären, reagierte verwirrt, stotterte herum, wusste nicht mehr aus noch ein…und verstummte.  Die Zuhörer starrten mich an, warteten, dass es weiterging, aber nichts ging mehr. Totaler Blackout! Und ich dachte immer, so etwas könne mir nicht passieren.