7 April 2017

Wenig Aufwand. Viel Wirkung. Pitch geht auch anders

By | 2017-04-14T10:05:50+00:00 April. 7th. 2017|Pitch und Präsentation|

Pitch as Pitch can?

 

Zu viel Pitch-Aufwand treiben

Ich liebe Pitches – die Wettbewerbe zur Etatvergabe an Agenturen. Da kommt Spannung auf und die abschließende Präsentation ist wie ein Pokalfinale beim Fußball. Ich möchte den Adrenalinstoß nicht missen, wenn ich als Freelancer für eine Agentur „in die Bütt“ gehe.

Ich hasse Pitches – weil sich die Agenturen für ein minimales Ausfallhonorar oder ganz für lau jede Menge Arbeit machen müssen. 5, 6 oder 7 Agenturen treten an. Jede Agentur investiert – in Selbstkosten gerechnet – einen Kleinwagen, aber nur eine kann den Etat gewinnen, die anderen haben für die Tonne gearbeitet. Mehrere nagelneue Kleinwagen verschwinden in der Tonne.

 

Plädoyer für den Workshop-Pitch

Es gibt eine Alternative. Sie wird leider viel zu selten genutzt, obwohl sie gut funktioniert. Der Auftraggeber lädt die Agenturen zum Workshop-Pitch ein. Mehrere Agenturteams (genau die Leute, die später für den Auftraggeber arbeiten sollen) gehen zum Pitch-Termin vor Ort in Klausur und erarbeiten in zwei Stunden spontan eine Konzeptskizze für die anstehende Kommunikationsaufgabe. In direktem Anschluss präsentieren und diskutieren die Teams im Wettbewerb nacheinander ihr Konzept vor dem Entscheidergremium des Auftraggebers.

In diesem schlanken Workshop-Prozess trennt sich die Spreu vom Weizen in Echtzeit. Es ist unmittelbar erkennbar, welches Agenturteam mit der Kommunikationsaufgabe überfordert war und welches Team ein gutes konzeptionelles Gespür hatte.

Ein Workshop-Pitch funktioniert nicht für jede Aufgabe. Für eine neue Markengestaltung oder eine komplexe Imagekampagne greift das Instrument zu kurz, aber in vielen Fällen ist der Workshop-Pitch sogar aufschlussreicher, weil authentischer als die klassische Wettbewerbspräsentation. Hinzu kommt: Die beteiligten Agenturen müssen keinen Kleinwagen investieren, ein Fahrrad reicht völlig aus.

1 November 2016

Konzeptpräsentation im Blick

By | 2017-04-14T10:26:32+00:00 November. 1st. 2016|Pitch und Präsentation|

Da guckst du! Konzeptpräsentation im Blick

auge2

Jedes Kommunikationskonzept sollte präsentiert werden. Die mündliche Präsentation ist die große Chance, um das Konzept beim Auftraggeber durchzusetzen.

Es gibt zahlreiche Fachbücher und spezielle Seminare, die Tipps für die Performance der Präsentation geben. Da geht es um die Gestaltung der Folien, um die richtige inhaltliche Darstellung, um Mimik und Gestik.

Ein weiterer Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Präsentation ist der richtige Blickkontakt. Bitte verdrehen Sie jetzt nicht die Augen! Nein wirklich, der richtige Einsatz der Augen ist wichtig.

Ich erlebe ständig Präsentationen, da drehen sich die Vortragenden während der Präsentation ständig Richtung der projizierten Folien und verlieren die Zuhörer völlig aus dem Blick. Dadurch leidet die Überzeugungskraft erheblich.

Die Regel lautet: Wende dich den Zuhörern zu und schaue sie an. Auch sollte man versuchen, den Blick nicht auf einzelne Personen zu fixieren, sondern die Augen wandern zu lassen und alle in den Blick zu nehmen. Alle fühlen sich direkt angesprochen. Es gibt allerdings eine Ausnahme. Personen, die durch negative Gestik oder abfällige Bemerkungen, ihre Ablehnung zeigen, die ignoriert man. Denn jemand, der bei jedem Blickkontakt den Kopf schüttelt, kann den Vortragenden gehörig aus dem Konzept bringen.

Und noch eine Ausnahme gibt es. Beim Überbringen von schlechten Nachrichten schaut man die Zuschauer nicht an (…es sei denn, man will ihnen ausdrücklich ins Gewissen reden). Nehmen wir als Beispiel die Präsentation der SWOT-Analyse. Bei den Feldern der Stärken und Chancen gibt es direkten Blickkontakt. Anders bei den Feldern Schwächen und Risiken, hier empfiehlt es sich, die Zuhörer bewusst zu übersehen.

Wie bekommt man den Blickkontakt in Griff? Da hilft die Probepräsentation. Während der Probe sollte es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Mimik, Gestik, Bewegung im Raum – und eben um den richtigen Einsatz der Augen gehen.

17 November 2015

Der Präsentationsvortrag

By | 2017-04-14T10:46:58+00:00 November. 17th. 2015|Pitch und Präsentation|

Genau. Ganz genau.

Präsenration

Was ist die häufigste in Präsentationsvorträgen artikulierte Floskel? Ist es vielleicht „Genau“?  Ja, genau! Ganz genau!

Ich sitze alle paar Wochen in einer Präsentation und staune immer wieder. In vielen Präsentationen bricht sich ein aggressiver Genauigkeitsvirus Bahn und führt teils zu heftigen Symptomen. Es ist wie eine Seuche, die vor allem Anfänger und Gelegenheitsvortragende befällt.

Längere Sinnzusammenhänge werden bevorzugt mit einem angehängten „Genau!“ finalisiert. Wobei das Genau nicht entschlossen und bekräftigend, sondern eher unsicher und selbstbestätigend klingt. Nachdem der Vortragende den Zusammenhang hergestellt hat, blickt er noch einmal fragend auf die Powerpoint-Folie, unsicher, ob noch etwas fehlt, um dann mit einem Genau dem gerade Gesagten den Dispens zu erteilen. Daran schließt sich stets eine kleine Pause an, in der das Genau nachwirken und sich beim Zuhörer setzen soll. Das verschafft dem Vortragenden Luft, um seine Gedanken für den nächsten Zusammenhang neu zu sammeln.

Peinlich genau wird es, wenn besagte Genau-Floskel ständig über die Lippen des Vortragenden kommt und den gesamten Vortrag kontrapunktiert. Und das erstaunlicherweise ohne jede Variation. Kein Exakt, kein Präzis, kein Akkurat, sondern immer wortwörtlich Genau! Mein Eindruck ist, dass durch den Drang zur Genauigkeit am Ende die fachliche Autorität des Vortragenden leidet. Genau.

3 Oktober 2015

Pitchbewertung

By | 2017-04-14T10:48:19+00:00 Oktober. 3rd. 2015|Pitch und Präsentation|

Wie viele Punkte im Pitch? Fortsetzung

pitch

Ich komme noch einmal auf meinen letzten Eintrag zur Punktewertung bei Pitches zurück. Nein, ich bin nicht gegen solche Messmethoden, habe aber stets ein ungutes Gefühl, wenn die Bewertung von komplexen Kommunikationskonzepten auf ein reines Punkte-Ranking reduziert wird.

Da ich schon unzählige Male im Rahmen von Pitches selbst präsentiert habe, werde ich bisweilen von Unternehmen und Institutionen als Pitch-Begutachter engagiert. In diesen Fällen rate ich meinen Auftraggebern stets zu einem einfachen Punkt-Check, um die Performance der Agenturen einzuordnen. Gleichzeitig rate ich aber davon ab, sich voll auf diesen Check zu verlassen. Die Punktewertung ist eine nützliche Orientierungshilfe, sie ersetzt aber nicht die kluge Abwägung und intensive Diskussion der bewertenden Entscheider. Beides muss zusammenkommen, damit ein tragfähiges Urteil getroffen werden kann.

Das bedeutet auch, dass ich meinen Auftraggebern empfehle, die Punktewertung nicht als absolut bindend zu sehen, sondern sich Entscheidungsspielraum zu lassen. Will sagen, die Agentur mit den meisten Punkten hat nicht automatisch gewonnen, der Entscheiderkreis kann sich aus triftigen Gründen über die Punkte-Ergebnisse hinwegsetzen. Ich kann mich konkret an zwei Fälle in den letzten Jahren erinnern, wo die Entscheider diesen Weg gegangen und damit gut gefahren sind. Beide Male hatte sich eine Agentur zwar rein punktemäßig durchgesetzt, aber die Beteiligten bekamen in der Diskussion ziemliche Bauchschmerzen. Beim ersten Pitch kam die Agentur dermaßen arrogant rüber, dass alle Beteiligten Angst vor den Qualen hatten, mit diesen Snobs über längere Zeit eng zusammenarbeiten zu müssen. Das andere Mal war die Kreation genial, eine tolle konzeptionelle Idee – das wurde von allen bestätigt, dennoch hatte die große Mehrheit der Entscheider das Gefühl, dass sie mit dieser Idee „in den falschen Anzug“ gesteckt werden. Trotzt aller Begeisterung, konnte man sich mit der Idee letztendlich nicht identifizieren.

11 September 2015

Bewertungen im Agenturwettbewerb

By | 2017-04-14T10:49:07+00:00 September. 11th. 2015|Pitch und Präsentation|

Wie viele Punkte im Pitch?

IMG_0052

In Wettbewerbspräsentationen – sogenannten „Pitches“ – treten mehrere Kommunikationsagenturen gegeneinander an. Die Beste soll gewinnen. Der Auftraggeber bewertet und wählt den Gewinner aus. Meist sind mehrere Personen in die Bewertung einbezogen: Führungskräfte, ausgewählte Mitarbeiter, bisweilen auch externe Experten. Sie bewerten anhand einer vorgegebenen Bewertungsliste, die aufgabenrelevante Kriterien definiert, für die jeweils Punkte vergeben werden. Die Agentur mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden, denn durch die Punktwertung wird das Ergebnis messbar und überprüfbar.

Neben mir liegt die Bewertungsliste eines laufenden Wettbewerbs für einen größeren PR- und Event-Auftrag. Sie besteht aus 32 – in Worten „zweiunddreißig“ – Kriterien, die alle einzeln bepunktet werden sollen. Kreativität, technische Qualifikation, konzeptionelle Stringenz usw. usw. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gibt es für jeden dieser Kriterien noch einen Gewichtungsfaktor. Die armen Leute, die diese Liste gewissenhaft ausfüllen müssen!

Grundsätzlich gilt die Regel, dass quantitative Bewertungslisten in Wettbewerbspräsentationen einfach und übersichtlich zu gestalten sind. Statt Punkte für jede Kleinigkeit zu vergeben, sollte man sich auf die entscheidenden Kriterien konzentrieren. Manchmal reichen schon drei Kriterien, fünf sind eine normale Größenordnung, bei sieben ist die Grenze erreicht und 32 Kriterien sind der totale Overkill!

22 Dezember 2014

Präsentationstechnik

By | 2017-04-14T10:58:05+00:00 Dezember. 22nd. 2014|Pitch und Präsentation|

Präsentationstechnik: Es geht voran!

Leinwand Was die technische Seite von Präsentationen angeht, blieb bei mir jahrelang alles beim Alten. In diesem Jahr ging es dann plötzlich in vielerlei Hinsicht voran:

  • Präsentation in 16:9 – 2014 waren erstmals alle meine Powerpoint-Präsentationen ausnahmslos im Format 16:9 angelegt. Nicht mehr das enge 4:3 von gestern. Im breiten Format wirken Präsentationen einfach großzügiger und offener.
  • Präsentation über HDMI – In den Konferenzräumen von Unternehmen und Institutionen reagierte man 2014 endlich nicht mehr irritiert, wenn ich mein HDMI-Kabel auspackte und digitalen Anschluss an den Beamer suchte. Es lief knapp die Hälfte meiner Präsentationen über HDMI statt über das veraltete VGA-Kabel. Vorteil von HDMI: Einstecken und fertig! Die Projektion an der Wand hat automatisch die optimale Qualität, ohne Nachjustieren an Beamer oder Notebook.
  • Präsentation ohne Stromkabel – Anfang des Jahres leistete ich mir ein neues Notebook. Seitdem nehme ich kein Stromkabel mehr zu Präsentationen und Vorträgen mit. Bis zu 6 Stunden fühle ich mich ohne Netz sicher. Vorbei ist das Kriechen unter den Konferenztisch zur Klappe mit den Steckdosen oder das Betteln um eine Verlängerungsschnur. Alles in allem benötige ich, wenn es darauf ankommt, keine Minute vom Betreten des Raumes bis zum Start meiner Präsentation.
  • Präsentation mit dem ipad – Lange Zeit war mir eine Präsentation über iPad und Beamer zu umständlich. Das hat sich 2014 geändert. Powerpoint für iPad ist auf dem Markt und läuft stabil. Deshalb verzichte ich neuerdings bei kurzen, unkomplizierten Präsentationen auf das Notebook, hänge einfach die kleine Apple-TV-Box an den Beamer, baue eine schnelle Peer-to-Peer-Verbindung zum iPad auf – und los geht’s! Kein Kabel stört mehr, ich kann mich mit dem Tablet in der Hand frei und ungebunden durch den Raum bewegen.

Fällt mir noch ein: Ich habe im letzten Sommer auch erstmals einen von diesen zierlichen Pico-Beamern ausprobiert. Von der Technik war ich allerdings nicht überzeugt. Nettes Spielzeug, aber Bildqualität und -größe lassen noch zu wünschen übrig.

3 September 2014

Eine Polemik

By | 2017-04-14T11:01:39+00:00 September. 3rd. 2014|Pitch und Präsentation|

Die Präsentationsfolie als Leergut. Eine Polemik

Blog-Zen

Referenten, die an den Zeitgeist glauben, nutzen in letzter Zeit gern diese leergeräumten, pseudoplakativen Präsentationsdesigns als Kulisse für ihren Fachvortrag.

Der Trend kam aus den USA. Meines Wissens fing es mit dem Buch „Presentation Zen“ von Garr Reynolds an. Textbasierte Folien überfordern die Zuhörer und lenken vom Wesentlichen ab, hieß es. Stattdessen wurden die „neue Einfachheit“ und die „hohe Kunst der Reduktion“ zur Erlösung von allem Powerpoint-Übel erklärt.

Seitdem beginnen die Vortragsfolien ihr Äußeres zu wandeln. Schlichte Fakten auf weißem Grund sind völlig out und werden durch vollflächige Fotos ersetzt – meist Stockfotos aus Fotoarchiven mit bedeutungsschwangeren Motiven wie „erfolgreicher Manager überwindet Hürde“ oder „motiviertes Team zieht an einem Strang“. Gern genommen werden auch esoterische anmutende Motive wie das „vergängliche Wort im Sand am Strand“ oder die „Erleuchtung im Gegenlicht einer Waldlichtung“.

Dazu gibt es dann keine spiegelstrichsteifen Textaussagen mehr, sondern kurze, bahnbrechende Erkenntnisse wie „Im Wandel liegt die Kraft“ oder „Ohne Content keine Awareness“.

Neulich saß ich als Zuhörer im Auditorium einer Marketingveranstaltung und gab mich den transzendenten Folien eines Powerpoint-Vortrags hin, konnte den tieferen Sinn nicht entdecken, sondern nur ästhetisierende Oberflächlichkeit. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Mir fiel ein altmodisches Wort ein, das nur selten verwendet wird, das die Sache aber in doppelter Hinsicht auf den Punkt bringt: Alles nur Blendwerk.

(Steinpyramide Copyright: © grafikplusfoto – Fotolia.com)

23 August 2014

Jetzt bei Slideshare

By | 2017-04-14T13:51:24+00:00 August. 23rd. 2014|Pitch und Präsentation|

Meine Skripte: Jetzt bei Slideshare

Slideshare2

Neulich beim Entrümpeln und Renovieren meiner Website stellte ich erschreckt fest, dass meine Skripte zur konzeptionellen Planung, die ich unter „Tipps & Tools“ zum Download bereit gestellt hatte, Baujahr 2009 und in die Jahre gekommen waren.

Ich habe daraufhin ein Wochenende geopfert, um die maßgeblichen Skripte komplett zu überarbeiten und zu aktualisieren.

slideshareBlogDie neuen Skripte entsprechen im Wesentlichen meinen „Handouts“, die ich auf Workshops den Teilnehmern an die Hand gebe. Ich habe die Skripte allerdings mit zusätzlichen Folien und Texten angereichert, damit sie sich selbsterklären.

Die vier Basisskripte zur Konzeptionslehre stehen nicht nur auf meiner Website www.schmidbauer-berlin.de, sondern zusätzlich auch auf Slideshare zum Durchklicken, Anschauen und Runterladen:

28 September 2013

Typische Störfaktoren einer Konzeptpräsentation

By | 2017-04-14T14:00:51+00:00 September. 28th. 2013|Pitch und Präsentation|

Präsentation: Wehret den Widrigkeiten!

Die Inhalte des Kommunikationskonzepts kommen auf den Punkt, die dazugehörigen Powerpointfolien sind in Bestform. Eigentlich kann in der Präsentation nichts mehr schief gehen. Oder doch? Oft sind es kleine Widrigkeiten während der Präsentation, die das Gleichgewicht meines Vortrags stören, mir ungeahnte Schwierigkeiten bereiten und manchmal sogar mein Konzept in Absturzgefahr bringen.

Selten tauchen diese Widrigkeiten überraschend auf, fast immer kann man sie schon vor der Präsentation erkennen. Nur denkt man sich: Es wird schon irgendwie gehen! Und das war dann ein Denkfehler.

Ich habe es mir deshalb zur Regel gemacht, kurz vor der Präsentation möglichst alle Störfaktoren auszuschließen.   In drei anfälligen Bereichen sollte man besonders aufpassen:

Räumliche Störfaktoren – z. B.:

  • Neulich wollte mich der Kunde hinter den Beamer platzieren, wie früher beim Dia-Vortrag. Das geht gar nicht!  Der Standort des Präsentators ist vor dem Beamer gleich neben der Leinwand.
  • Ich komme in den Präsentationsraum und erkenne, dass zwischen mir und den Zuhörern mehrere Meter freier Raum, quasi „Niemandsland“ ist. Das darf ich als Präsentator nicht akzeptieren. Ich muss ran an meine Zuhörer.

Technische Störfaktoren – z. B.:

  • Der Kunde stellt seine Technik zu Verfügung und drückt mir seinen Infrarot-Presenterstick in die Hand. Vorsicht! Bei Infrarot-Sticks muss man gut zielen, sonst transportieren sie die Folien nicht weiter. Deshalb habe ich bei Präsentationen grundsätzlich meinen erprobten Funk-Stick dabei, der mich nie im Stich lässt.
  • Ich nehme mir vor, während der Präsentation einige Schlüsselbegriffe des Konzepts an die Flipchart zu schreiben. Pech gehabt, denn die beiden Eddings, die in der Flipchart-Rinne liegen, sind eingetrocknet. Deshalb immer dran denken: Will man die Charts nutzen, sollte man vorher Papier und Stifte checken und bei Mängeln um Abhilfe bitten.

Physische Störfaktoren – z. B.:

  • Alle in der Männerrunde behalten ihr Sakko an, obwohl es unangenehm warm im Sitzungssaal ist. Ich stehe vorne, das Adrenalin wogt und mein Kreislauf kommt auf Touren. Dennoch fehlt mir der Mut, mich als Einziger des Sakkos zu entledigen. So wird die Präsentation zum Saunagang. Ich fühle mich 45 Minuten unwohl. Alter Feigling! Runter mit dem Jackett, den obersten Knopf auf und wenn es hilft, die Ärmel hochgekrempelt. Man muss alles tun, um sich da vorne wohl zu fühlen.
  • Ich komme ans Präsentationspult. Nur ein vom Vorredner bereits angenipptes Glas Wasser steht da, ansonsten nichts zu trinken in Reichweite. Ich lege ohne los und bald holt mich der Frosch im Hals ein. Selber schuld!  Wer eine empfindliche Stimme hat, sollte stets nach einem frischen Glas Wasser fragen.

6 März 2013

In der Konzeptpräsentation

By | 2017-04-14T15:05:48+00:00 März. 6th. 2013|Pitch und Präsentation|

 Formfehler wiegen schwer

Unternehmen und Agenturen entwickeln aufwändige Kommunikationskonzepte mit gründlicher Analyse, Strategie und Umsetzung. Alle Maßnahmen sind bis ins Detail durchdacht, die grafische Gestaltung steht und der Etat ist durchkalkuliert. Meist hat das Team mehrere Wochen hart am Konzept gearbeitet. Und dann kommt die Stunde der Wahrheit: die Präsentation.  Leider hinterlassen viele Präsentationen bei mir eher gemischte Gefühle. Ich bin irritiert, wie semiprofessionell manche Kommunikations-leute ihre Arbeit „verkaufen“.  

Die Zuhörer differenzieren nicht zwischen Form und Inhalt. Sie stehen unter dem Eindruck des Gesamtgeschehens. In der Konsequenz beschädigen Formschwächen den Gesamteindruck – und damit auch die Inhalte. Präsentationsentscheidend ist nämlich nicht die wahre Qualität, sondern die wahrgenommene Qualität der Konzeptinhalte. So habe ich wiederholt die Erfahrung gemacht, dass ein inhaltlich mangelhaftes Konzept, das gut präsentiert wurde, sich gegen ein gutes Konzept durchsetzte, das nur mangelhaft präsentiert wurde.

Ende Januar hatte ich mit der Präsentationstrainerin und Schauspielerin Birgit Blasche an der TU-Berlin ein Konzeptionsseminar durchgeführt. Ich kümmerte mich um das richtige Konzept und sie um die richtige Präsentation. Nicht nur für die Studenten, auch für mich war das eine lohnende Weiterbildungsveranstaltung. Ich habe von Birgit Blasche gelernt, dass inhaltliche Aussagen die richtige Ausdrucksform brauchen und dass nur wenige einfache Mittel erforderlich sind, um Inhalte und Form zusammenzufügen und einen stimmigen Präsentationsfluss zu erzeugen.

Was mich überrascht hat: Während der Präsentationen der Studenten fielen den Zuhörern die  eingesetzten Mittel der Formgebung gar nicht auf. Die Vorträge wurden von den Zuhörern schlichtweg wohltuend flüssig und schlüssig empfunden.  Eingängig, aber nie aufgesetzt und übertrieben.

Letzte Woche habe ich in einer Präsentation einen ersten Selbstversuch unternommen und intensiver als sonst an der Form meines Vortrags gefeilt. Ich wechselte beispielsweise während der Erläuterung meiner SWOT-Analyse von Stärken und Chancen zu Schwächen und Risiken nicht nur die analytische Perspektive, sondern mit zwei, drei Schritten bewusst auch meinen Standpunkt im Raum. Außerdem stieg ich nicht wie üblich mit der destruktiven Seite der Risiken aus der SWOT aus, sondern mit der konstruktiven Seite der Chancen.  Nur kleine Akzente, aber sie bringen die Inhalte besser zur Geltung.