6 März 2014

Trends und Themen zur internen Kommunikation

By | 2017-07-15T15:37:58+00:00 März. 6th. 2014|Branche und Business|

Ein neuer Blog im Blick

Bis vor wenigen Jahren war die interne Kommunikation so etwas wie das fünfte Rad am Wagen der Kommunikation. Jedenfalls habe ich es lange Zeit so erlebt. „Das darf nicht viel kosten“,  oder „Die sollen froh sein, dass sie hier einen guten Arbeitsplatz haben“, hieß es in den Chefetagen.

Inzwischen hat sich der Wind gedreht.  Wahrscheinlich haben die dunklen Wolken des Fachkräftemangels zu einem Umdenken in deutschen Unternehmen geführt. Die interne Kommunikation legt plötzlich wieder an Gewicht zu und blüht auf.  „Wir müssen unbedingt mehr für unsere Mitarbeiter tun“, heißt es jetzt.

Mitte 2011 haben Ulrike Führmann und ich unser Praxisbuch „Wie kommt System in die interne Kommunikation?“ gründlich überarbeitet und in zweiter Auflage neu verlegt. Die Neuauflage profitiert anscheinend vom aktuellen Trend und verkauft sich erstaunlich gut.

Und vor ein paar Tagen hat Ulrike Führmann nun endlich ihr Weblog zur internen Kommunikation – kurz IK-Blog – gestartet.  Da sie seit über 10 Jahren als Beraterin und Strategin für interne Kommunikation arbeitet, hat sie die Expertise, um in ihrem Blog über Trends und Tendenzen in der Mitarbeiteransprache zu reflektieren. Es geht ihr nicht um das übliche Branchengeschwätz, sondern um Einsichten und Einblicke in einen Kommunikations-bereich, der viel Feingefühl erfordert. Die ersten Einträge habe ich mit Interesse gelesen und ihren Blog auch gleich abonniert. Ich bin gespannt, wie es weitergeht: http://www.ik-blog.de

27 Oktober 2013

Wettbewerb der freien Theater in Berlin

By | 2017-07-15T15:42:46+00:00 Oktober. 27th. 2013|Branche und Business|

Theater macht Marketing

Im Sommer 2013 hat der Berliner Landesverband freier darstellender Künste einen Marketingwettbewerb für freie Theaterprojekte ausgeschrieben. Ungewöhnliche Marketing-/Kommunikationsideen wurden gesucht. 25 Projekte nahmen teil, aus denen eine Jury 10 Finalisten auswählte.

Mitte Oktober fand ein Workshop-Wochenende für die 10 Projekte der Endrunde statt. Ulrike Führmann und ich unterstützten die Teilnehmer bei der Konzeptentwicklung. Eine Woche später standen Spezialisten aus verschiedenen Kommunikations- und Marketingbereichen bereit und gaben wertvolle Tipps.

Vorgestern fand dann der große Pitch im DOCK 11 Eden***** in Berlin Pankow statt. Der Saal war gut gefüllt. Jede Gruppe hatte fünfeinhalb Minuten Zeit ihr Marketingkonzept vorzustellen. Ich saß im Publikum und hat einen riesen Spaß. Ich kam, sah und fand, das Marketing vom Theater viel lernen kann.

Wer Interesse an Präsentationen hat, die vom üblichen Konzeptvortrag mit Powerpoint-Textwüste im Hintergrund abweichen, der schaue sich die Videoclips der 10 Präsentationen an.

Heute Abend fällt dann die Entscheidung, die Sieger des Marketingwettbewerbs werden gekürt.

31 August 2013

Wandel in der Kommunikationsbranche

By | 2017-07-15T15:45:56+00:00 August. 31st. 2013|Branche und Business|

Es gibt keine Werbeleiter mehr…

Vor ewigen Zeiten sang Reinhard Mey, dass es keine Maikäfer mehr gäbe. So ganz stimmte das damals nicht. Wenn ich an dieser Stelle behaupte, dass es keine Werbeleiter mehr gibt, werden sicherlich ein paar überlebende Werbeleiter protestieren. Okay, ich gebe zu, dass es sich um meinen subjektiven Eindruck handelt.

Ich habe im Sommer einen Archivkarton voller alter Visitenkarten gesichtet und ausgesiebt. Bei der Durchsicht der Karten fiel mir auf, dass schon seit einigen Jahren kein Werbeleiter mehr mit mir am Tisch gesessen hat.  Ich sitze nämlich jedes Jahr in zahllosen Briefings, Besprechungen und Präsentationen. Die letzte Begegnung, das muss irgendwann 2005 gewesen sein. Seitdem keine Spur mehr – weder im Karton mit den Visitenkarten, noch in meinem Gedächtnis.

Die Zeiten ändern sich. In meinen Anfangsjahren als Konzeptioner hatte ich ständig mit Werbeleitern zu tun. Sie waren eine tragende Säule des Kommunikationsgeschäfts, ohne sie lief nichts. Und heute? Stehen sie anscheinend auf der Liste der aussterbenden Berufsarten.

15 Juli 2013

Kommunikation braucht Veränderung

By | 2017-07-15T15:48:30+00:00 Juli. 15th. 2013|Branche und Business|

Kommunikation sollte ewig jung bleiben

Ich lese gerade als anregende Urlaubslektüre das schlaue Buch des Neurowissenschaftlers Jonah Lehrer über die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Jonah Lehrer sagt, dass der Sänger und Songschreiber Bob Dylan gesagt hat: „Wer nicht ständig dabei ist, neu geboren zu werden, ist dabei zu sterben.“

Was hat das bitteschön mit institutioneller Kommunikation zu tun? Sehr viel, wie ich finde. Erfolgreiche Kommunikationsarbeit in Unternehmen und Institutionen lebt von Veränderung und Weiterentwicklung. Alles bleibt in Bewegung und es gibt dauernd Neues zu erzählen.

Sobald die Kommunikation aber erwachsen wird, fast nur noch aus bewährten Routinen und liebgewonnenen Standards besteht, sinkt zwar das Risiko Fehler zu machen und alle Beteiligten fühlen sich sicher. Aber diese Sicherheit ist trügerisch, denn gefangen im Kreislauf des Gewohnten verliert die Kommunikation mit der Zeit ihren Schwung, wird langsam immer grauer und fader.

15 Februar 2013

Marketing hat Image-Probleme

By | 2017-07-15T16:00:53+00:00 Februar. 15th. 2013|Branche und Business|

Makel Marketing

Im Verlauf des Briefings frage ich die Leiterin, welche Kommunikationswerkzeuge in ihrem Projekt zum Einsatz kommen. Sie berichtet von einer Infoveranstaltung, die ein volles Haus hatte, von einer Website, in deren Pflege sie viel Herzblut stecke. Noch weitere Werkzeuge werden aufgezählt – und dann scheint sie mit ihrer Liste durch zu sein. Aber im gleichen  Moment, als ich die nächste Frage stellen will, fällt ihr noch etwas ein und sie ergänzt mit einer auffällig wegwerfenden Handbewegung:  „Ach ja, und dann gibt es natürlich noch den üblichen Marketingkrempel. Anzeigen, Broschüren, Plakate  und so….“

Nach der Pressepräsentation eines neuen Produkts stehe ich mit dem Journalisten einer großen Tageszeitung am Brunchbuffet. Wir plaudern über dies und das. Schließlich frage ich ihn, was er denn von den neuartigen Leistungsmerkmalen des Produkts halte. Er winkt sofort ab: „Ehrlich gesagt, bei den Präsentationen dieser Marketingfuzzies bin ich immer misstrauisch und schaue lieber erst einmal genauer hin…“

Ich blättere eine Werbebroschüre meines Kunden durch und bin erstaunt. Die Broschüre sei doch etwas in die Jahre gekommen, sage ich, nicht mehr auf der Höhe der Zeit, deshalb empfehle ich eine komplett modernisierte Neuauflage. Mein Aufraggeber zögert und spricht von verschwendetem Geld. Verschwendetes Geld? Ich frage nach und er klärt mich auf: „Wissen Sie, um ehrlich zu sein, dieses ganze Marketingblabla in der Broschüre, das will ja doch keiner lesen…“

Ein neuer interessanter Auftrag winkt. Beim Vorgespräch hakt der potentielle Auftraggeber nach, weil ich mich als Konzeptioner bezeichnet habe und er nicht begreift,  was ich damit meine. Könne er darunter so etwas wie einen Marketingberater verstehen? Und ehe der Hahn drei Mal kräht, habe ich doch glatt widersprochen: „Nein,  nein, Marketing, das greift viel zu kurz. Mein Erfahrungshorizont ist wesentlich weiter und umsichtiger…“

21 Januar 2013

Kommunikation ist ein sozialer Akt

By | 2017-04-14T15:08:02+00:00 Januar. 21st. 2013|Branche und Business|

Das große Social Web-Mißverständnis!

Klar, Social Web, das kennt doch jeder, das ist diese neue Internethype, dazu gehören Facebook , Twitter, Xing und  vieles mehr.  So lautet die weitverbreitete und vorherrschende Meinung. 

Meine Meinung ist eine andere. Die aktuelle Verwendung des Begriffs Social Web führt aus meiner Sicht zu einer gefährlichen Verengung des Gesichtsfeldes und verkennt die Realitäten.

Tatsache ist, dass das ganze Web sozial ist. Websites sind sozial, Shops sind sozial, Mails sind sozial, E-Newsletter sind sozial, klassische Foren und Chats sind sozial.

Das ganze weltweite Netz besteht zu 100% aus Kommunikation. Und Kommunikation ist der elementare Spinnfaden aller sozialen Prozesse, Beziehungen und Kooperationen. Nicht nur über Facebook, auch über meine Website finde ich ständig neue Kontakte und baue Beziehungen auf. Nicht nur über Twitter, auch über Mails, Newsletter und Chats erfahre ich Neuigkeiten und tausche mich aus.

Aus diesem Grund gelten auf allen kommunikativen Ebenen  – auf der Facebook-Seite genauso wie auf der klassischen Website  – ohne Einschränkungen die sozialen Regeln und man muss entsprechend regelgerecht kommunizieren, um Akzeptanz und Anerkennung zu finden. Und es geht noch weiter: Man muss zugleich darauf achten, dass die Online-Kommunikation stets schlüssig zur Offline-Kommunikation passt. Beides wird nämlich von den Rezipienten im Kopf als undifferenzierte Gesamtheit abgespeichert und muss deshalb konsistent geführt werden.

16 Januar 2013

Lesetipp in der Wirtschaftswoche

By | 2017-04-14T15:08:34+00:00 Januar. 16th. 2013|Branche und Business|

 wiwo-Kolumne schaut Werbewelt auf die Finger

Wer sich für einen Blick hinter die Kulissen von Marketing und Werbung interessiert, der sollte  in die Kolumne „Werbesprech“ klicken, die von den beiden Werbeprofis Thomas Koch und Ralf Schwarz jeden Mittwoch auf  Wirtschaftswoche Online veröffentlicht wird.

Warum ich für Werbesprech spreche? Während sich die Branche gern in Positur wirft und das eigene Ego füttert, seziert Werbespruch neue Entwicklungen und Erkenntnisse aus der schönen, bunten Werbewelt mit spitzer Feder und klarem Verstand.  Denn es ist nicht alles toll, was glänzt.

„Marketing: Denn sie wissen nicht, was sie tun!“,  „Die neun Sargnägel der Werbung“ oder „Das erbärmliche Rumgeschummle mit der Stiftung Warentest“ – Die  aktuellen Kolummentitel deuten die Richtung an – und die ist kritisch, aber konstruktiv. Den Grundtenor der Kolumne Werbesprech würde ich wie folgt zusammenfassen: Die Werbebranche muss ihre Arbeitshaltung umgehend gründlich ändern, sonst ist die Versetzung gefährdet.

7 November 2012

Meine These

By | 2017-04-15T07:46:25+00:00 November. 7th. 2012|Branche und Business|

Die deutsche Sprache kehrt zurück

Seit vielen Jahren gehören englische Begriffe in Marketing- und Kommunikationskreisen einfach dazu. Sie sind das Salz in der deutschen Sprachsuppe, ohne sie scheint jeder Text irgendwie fad auf der Zunge zu liegen.  Aus „Sitzung“ wird „Meeting“,  wichtige Kunden mutieren zu „Key Accounts“, die „Veränderung“ wandelt sich zum „Change“ und die Leistung wird zur „Performance“ aufgeblasen. Zudem kommen immer mehr Werbesprüche („Claims“, „Slogans“ oder „Taglines“) und Überschriften („Headlines“) in modischem Englisch daher. Vorträge von Managern, Artikel in Fachzeitschriften und Texte in Imagebroschüren sind durchsetzt von Sätzen wie diesem: „Durch ein optimiertes Gatekeeper-Networking erreichen die Added Values unseres neuen Co-Brands endlich einen nachhaltigen Recall.“  Alles klar?

Doch noch ist Deutschland nicht verloren. Der Wind scheint sich zu drehen, noch verhalten, aber ich meine es zu spüren. Im Osten Deutschlands fing es an und jetzt breitet es sich immer weiter aus.

Seit Neuestem werde ich in Kundengesprächen immer öfter darauf  hingewiesen, dass ich in meinem Konzeptpapier englische Fachbegriffe reduzieren solle. Wenn es um Textarbeiten für Werbung und PR geht, legt man mir ans Herz: „Aber denken Sie daran, keine englischen Ausdrücke! Das kommt nicht gut an!“

Letzten Monat habe ich bei der Präsentation eines Internetkonzepts  mein „Wording“ versuchsweise eingedeutscht und weitgehend auf den üblichen englischen Webslang verzichtet. Aus der „Homepage“ wurde die „Startseite“, aus der „Community“ die „Netzgemeinschaft“ und aus der „Domain“ eine „Internetadresse“. Und was soll ich sagen, es fiel der Runde sofort auf und wurde allgemein gelobt. Ich behaupte, das kann kein Zufall sein!

29 Juni 2012

Social Networks für Strickfans

By | 2017-04-15T07:57:52+00:00 Juni. 29th. 2012|Branche und Business|

Social Networks: 2,2 Mio. hängen an der Nadel

Was für eine reißerische Schlagzeile! Es passt aber auch zu gut – und ist doch ganz anders. Zu jedem meiner Kommunikationskonzepte gehört ganz am Anfang ziemlich viel Recherchearbeit.  Bei einer Internetrecherche vor ein paar Tagen bin ich auf ein großes Netzwerk gestoßen, von dem ich  bis dato noch nie gehört hatte: www.ravelry.com.  Das ist eine weltweite Community rund ums Stricken und Häkeln. Weltweit sind über 2,2 Millionen Strickfans aus über 100 Ländern dabei. Ich habe zwar keinen Schimmer vom Stricken, aber ich habe mich angemeldet. Ich war einfach neugierig. Und tatsächlich, es hat sich gelohnt, denn Ravelry ist eine quicklebendige Weltgemeinschaft, die jedes Handarbeitsherz höher schlagen lässt. Ich verstand zwar einiges nicht, da mir die vielen englischsprachigen Strick- und Häkelbegriffe fremd sind, aber meine Testbesuche waren ein Erlebnis. Ich gewann den festen Eindruck, dass sich die hauptsächlich weiblichen Nutzer in guter Gesellschaft fühlen und überaus aktiv sind.  Mir wurde plötzlich klar, es gibt eine spannende Web 2.0-Welt jenseits von Facebook, Twitter & Xing. Man muss nur seine eingefahrenen Internethauptstraßen verlassen, sich links und rechts umschauen und Entdeckungen machen.

28 Mai 2012

Kundenrezensionen von Fachbüchern

By | 2017-04-15T08:01:00+00:00 Mai. 28th. 2012|Branche und Business|

Manipulierte Rezensionen von Fachbüchern bei Amazon & Co.

Ich investiere jedes Jahr viel Geld für Fachbücher aus dem Dunstkreis von Kommunikation und Konzeption. Da ich bei weitem nicht alle Neuerscheinungen kaufen und lesen kann, lasse ich mich bei meiner Kaufentscheidung durch die Kundenrezensionen der großen Online-Buchversender lenken.

Zu oft bin ich dabei schon auf gefälschte Rezensionen hereingefallen. Solche falschen Bewertungen haben erschreckend zugenommen und ich habe den Verdacht, dass einige Verlage systematisch damit arbeiten. Nur Bestbewertungen und tolle Rezensionen – das Buch muss ich lesen! Doch nach der Lektüre von wenigen Seiten fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Die positiven Rezensionen sind „Fake“ und das Buch hält nicht, was die Rezensenten versprechen.

Durch den Schaden bin ich vorsichtig geworden und schaue seit neuestem bei Kundenrezensionen genauer hin. Stoße ich auf nachfolgende Indizien, dann keimt in mir der Verdacht, dass die Leser hinters Licht geführt werden sollen:

  • Das Fachbuch hat innerhalb von nur wenigen Tagen oder Wochen eine zweistellige Zahl von Höchstbewertungen bekommen.
  • Die ersten euphorischen Kundenrezensionen wurden schon unmittelbar nach Veröffentlichung des Buches geschrieben.
  • Die Kundenrezensionen klingen so komisch oberflächlich, bestehen aus Marketing-Schlagworten und  setzen sich nicht wirklich mit den Inhalten auseinander.
  • Der  Rezensent schreibt unter Pseudonym, hat noch andere Bücher eines bestimmten Verlags bzw. Autors mit Höchstwertungen besprochen.
  • Der Rezensent hat vielleicht an einem einzigen Tag mehrere Superlativ-Rezensionen bei Amazon veröffentlicht. Alle beziehen sich auf Bücher aus dem gleichen Verlag.
  • Verdächtig klingende Marketing-Passagen aus den Rezensionen google ich ein und stelle fest, dass sie gleichlautend bei mehreren Buchversendern oder Meinungsportalen zu finden sind.
  • Ich überprüfe, welchen Preis das Buch bei Gebrauchtbuchshops wie Rebuy oder Momox erzielt. Liegt der Preis auf Ladenhüterniveau, werde ich misstrauisch, denn immerhin soll es sich laut Rezensenten  um ein Meisterwerk handeln.

Trotz dieser Indizienprüfung lande ich bisweilen noch einen Flop. Aber in diesem Fall reagiere ich prompt. Ich nehme mein 14-tägiges Rückgaberecht in Anspruch und schicke das  Buch mit einem Verdachtshinweis an den Buchversender zurück.  Wenn es alle so machen, die sich reingelegt fühlen, dann flutet ein „gehyptes“ Buch in großer Stückzahl an den Versand zurück und der Verlag dürfte gehörig Ärger bekommen.