21 Dezember 2010

apps im Trend?

By | 2017-04-15T08:40:28+00:00 Dezember. 21st. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Blick zurück nach vorne – Part two

Gerade bin ich doch noch über eine Beobachtung gestolpert, die ich unbedingt loswerden will. Ich habe mehr zufällig mit der Desktop-Suche meine Konzepte aus den Jahren 2009 und 2010 durchforstet. 2009 kam der Begriff „App(s)“ in meinen Konzepten genau 1x vor. Im Jahr 2010 habe ich Apps schon in jedem zweiten Konzept vorgeschlagen. Insgesamt 27 x. Hoppla, wie schnell sich der mobile Trend durchgesetzt hat. Und was wird 2011 der allerneueste letzte Schrei sein?

19 November 2010

Google Street View

By | 2017-04-15T08:43:09+00:00 November. 19th. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Unübersehbar unsichtbar

Seit zwei Tagen ist das virtuelle Berlin in Google Street View begehbar. Gleich heute Morgen habe ich einen ersten Rundgang durch mein Viertel gemacht. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass unser schönes altes Haus das Einzige entlang der Straße ist, das verpixelt wurde. Der Ergebnis ist ein anderes als beabsichtigt.

Statt anonym zu bleiben, fallen wir jetzt erst recht auf. Durch diese „Gebäude-Burka“ ist unser Haus zwar unsichtbar, aber alle bleiben stehen und gucken hin. Es springt einem förmlich ins Auge. Mein Sohn wurde von seinen Kumpels bereits gefragt, wer denn der Spinner aus unserem Haus wäre, der bei Google Widerspruch eingelegt hätte. Meine Frau hat auch schon einen konkreten Verdacht.

Das Phänomen nennt sich übrigens „Streisand-Effekt“. Wer in der Kommunikation arbeitet, der sollte darüber Bescheid wissen. Sobald man versucht, eine Information zu unterdrücken, bekommt sie eine umso größere Beachtung.

 

12 Oktober 2010

Verständliche Sprache

By | 2017-04-15T08:45:45+00:00 Oktober. 12th. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Sozusagenhaft!

„… moderne Bürgeransprache in Deutschland hat sozusagen die demokratisch legitimierte Verpflichtung, der sogenannten schweigenden Mehrheit sozusagen gemeinnützige Informationen mit dem Ziel zu vermitteln, dass diese sich dem Thema öffnen und sozusagen eine angemessene Akzeptanz an den Tag legen. Um das zu erreichen, muss sich die öffentliche Hand als Sprachrohr nicht nur  inhaltlich verständlich machen, sondern  sozusagen auch den passenden Ton bei den Zielgruppen treffen. Man könnte also sozusagen sagen, dass erst, wenn die Kommunikation der Inhalte auch die richtige Form bekommt, der Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern sozusagen Tür und Tor geöffnet wird. Darauf stellen wir uns vermehrt ein. In unserem gesamten Informationsaufkommen fangen wir an, es stets so zu sagen, dass es den Menschen überall im Land sozusagen mit Kopf und Herz zusagt, wenn Sie verstehen, was ich sagen will…“

(Zitat aus einem Fachvortrag)

10 September 2010

Im Effizienzwahn

By | 2017-04-16T13:55:21+00:00 September. 10th. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Sich Gastfreundschaft sparen

Gerade als der Hochsommer Anlauf nahm, einen Temperaturrekord
zu brechen, wurde ich zum „Strategie-Meeting“ in eine öffentliche Einrichtung
eingeladen. Der Sitzungsraum hatte keine Klimaanlage und nirgendwo waren kalte
Getränke zu entdecken. Ich nahm in der Runde Platz und saß auf dem
Trockenen. 

Mit der Zeit versiegte mein Speichelfluss und der Geschmack
im Mund wurde unerträglich. Ich erwog, nach einem Glas Wasser zu fragen, aber
brachte dann doch nicht den Mut auf. Schließlich saß ich zum ersten Mal in der
Runde und fürchtete unangenehm aufzufallen. Allein es wurde immer schlimmer. Bald
war mein Mund völlig ausgetrocknet und die Zunge blieb beim Sprechen oben am
Gaumen  kleben. Außerdem meinte ich
zu spüren, wie mein Blut  langsamer
floss und  mein Gehirn einen Gang
herunterschaltete. Als in meinen Ohren schließlich ein leises Summen einsetzte,
entschloss ich mich zu einer Verzweiflungstat. Ich tat so, als hätte ich auf
dem Display meines Handys ein dringendes Gespräch entdeckt, sprang mit einer
Geste der Entschuldigung auf, verließ eilends den Raum und stürzte durch den langen
Gang bis zur Herrentoilette, die mir trotz ihres üble Geruchs als rettende Oase
erschien. Der Wasserhahn erlöste mich von meinen Leiden, selten hat mir
Leitungswasser einen solchen Genuss bereitet.

Letzte Woche stand wieder ein Termin in besagter Einrichtung
an. Vorsichtshalber hatte ich mir eine Flasche Mineralwasser in die Tasche
gepackt und vor der Tür präventiv noch einen großen Schluck getrunken. Am Rande
der Besprechung fasste ich mir ein Herz und sprach einen der Mitarbeiter auf
den Flüssigkeitsmangel an.

Hier kommt seine Geschichte (kein Märchen!): Die öffentliche
Hand muss sparen. Also wurde eine Controller (klang in den Ohren der Mitarbeiter
wie „Killer“) durchs Haus geschickt, mit dem Auftrag auch die verstecktesten
Einsparmöglichkeiten aufzuspüren. So kam es, dass unter anderem auch der
Budgetposten „Bewirtung“ auf der Streichliste landete. Es wurde entschieden, dass
ab sofort nur noch für Gäste der Leitung und für ausländische Besucher Getränke
und Kekse bereit gestellt werden. Allen anderen sollten gefälligst
dursten. Den Mitarbeitern war das peinlich. Deshalb organisierten die
Abteilungen die Bewirtung eine Zeit lang selbst und bezahlten aus eigener
Tasche. Aber als dann zu allem Überfluss auch noch  das Urlaubs- und Weihnachtsgeld zusammengestrichen wurde,
lief das Fass über. Seitdem ist aus dem Sitzungsraum ein Trockendock geworden.

31 Mai 2010

Ein Zitat

By | 2017-04-16T14:03:04+00:00 Mai. 31st. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Schweigen ist nicht immer Gold

Am Wochenende bin ich über ein kleines, aber feines Zitat gestolpert, das sich alle Kommunikationsprofis und solche, die es werden wollen, ins Poesiealbum schreiben sollten:

„Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz oder Gift.“

Cyril Northcote Parkinson, britischer Soziologe und Historiker

27 März 2010

Sommerzeit, Winterzeit

By | 2017-04-16T14:08:33+00:00 März. 27th. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Und ewig grüßt die Zeitumstellung…

Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit. Damals in den 60ziger Jahren hat meine Oma an Weihnachten immer gleich nach der Bescherung ihr Bügelbrett aufgestellt. Sie sammelte das gesamte Weihnachtspapier und die Geschenkbänder ein, um alles sorgsam zu bügeln. Dann wurden Papiere und Bänder in einen Pappkarton verpackt und im Kellerspint eingelagert. Nächsten Weihnachten kamen sie wieder zum Einsatz. So ging das Jahr für Jahr.

Auch morgen, Kinder wird´s was geben, denn morgen wird die Zeit umgestellt. Und pünktlich zur Umstellung fällt mir jedes Mal wieder die Weihnachtspapieraufbügelaktion meiner Oma ein. Denn man kann darauf wetten, drei Tage vor Umstellung kramen die Medien wie jedes Jahr die gleichen vergilbten Zeitumstellungsthemen hervor, bügeln sie auf und präsentieren sie uns als topaktuell. Gähn! Zeitumstellung erzeugt Müdigkeit, Zeitumstellung stört den Biorhythmus, Zeitumstellung spart keine Energie, Zeitumstellung erhöht die Zahl der Unfälle, Zeitumstellung schafft Aggression, Zeitumstellung schadet der Landwirtschaft. Das ist dann auch genau der kurze Augenblick, an dem die nahezu unbekannte Spezies der Chronoforscher für einige Stunden aus ihrer Zeitschleife auftaucht und die Nachrichten erobert.

Noch einmal zurück in die Zeit. Als 1980 erstmals die Sommerzeit eingeführt wurde, war ich in einer Wohngemeinschaft in Gelsenkirchen-Buer zu einer Sommerzeitparty eingeladen. Das war ein kleines Freudenfest. Ein Sieg über die kleinbürgerlichen „dunklen Mächte“, die im Sommer schon kurz vor 21:00 Uhr beim allerersten Anflug von Dämmerung mit demonstrativen Kraaaachbumm ihre Rollläden runterließen und gegen jedes Sommerleben auf den Straßen entschlossen opponierten. Für uns schien die Sommerzeit  eine Art Befreiung zu sein, ein kleiner Sieg des mediterranen Lebensgefühls über den deutschen Michel.

15 März 2010

Arbeit ohne Ende

By | 2017-04-16T14:10:04+00:00 März. 15th. 2010|Persönliches und Sonstiges|

Was zu viel ist, ist zu viel

Die anhaltende Sendepause des Konzeptionerblogs hat nichts mit fehlenden Themen oder mangelnder Lust zu tun. Themen laufen mir fast täglich über den Weg und die Lust ist nach wie vor ungebrochen. Nur ist mir in den letzten Tagen schlichtweg die Puste ausgegangen. Ich habe nämlich nicht aufgepasst und einen Konzeptauftrag zu viel angenommen. Dadurch stecke ich bis zum Hals in Arbeit und sehe kein Land mehr. Die letzten beiden Wochenenden waren futsch und jeden zweiten Abend schiebe ich eine Spätschicht ein. Und weil bekanntlich die Arbeit zuerst kommt, muss das Blog-Vergnügen derzeit einfach warten. Wahrscheinlich bis nächste Woche, dann dürfte es wieder etwas luftiger werden.

9 November 2009

November 1989

By | 2017-04-16T14:18:13+00:00 November. 9th. 2009|Persönliches und Sonstiges|

Blitzlichterinnerung

Ende September 1989 wagte ich den großen Schritt und machte mich in Berlin als Konzeptioner selbstständig. Wenige Tage später bekam ich den ersten Konzeptionsauftrag, ein Werbekonzept für eine Biermarke mit Großplakaten, TV-Spots und allem Pipapo. Leider blieb das Konzept in den nächsten Monaten auch mein einziger Auftrag. Meine Freundin musste uns mit ihrem schmalen Gehalt über den Winter bringen.

An den 9. November 1989 erinnere ich mich bestens, denn am nächsten Tag war die große Präsentation meines Bierkonzepts in Frankfurt angesetzt. Abends hockte ich am Ofen in der Küche meiner Wohnung in der Weddinger Triftstraße, legte Briketts nach und probierte die Präsentation: „Meine Damen und Herren, Bier ist immer auch ein sozial geprägtes Produkt …“ Mittendrin kam meine Freundin ganz aufgeregt in die Küche. Die Mauer sei offen, verkündete Moni, sie habe es im Radio gehört. Sie wollte auf der Stelle los, der nächste Grenzübergang lag nur fünf Minuten entfernt und hinterher könnten wir noch auf ein Bier ins Taxemoon. Doch mit mir war das nicht zu machen, am 9. November hatte ich andere Probleme, Präsentationsprobleme.

Am nächsten Morgen saß ich in aller Frühe in einem Taxi zum Flughafen. Der Taxifahrer setzte mich ins Bild, er war mit seinem Wagen auf dem Kurfürstendamm in der Menschenmenge stecken geblieben. Drei Stunden später stand ich im Sitzungsraum der Frankfurter Brauerei und begann mit meinem Präsentationsvortrag. Besser gesagt, ich startete den Versuch, denn die Leute von der Brauerei waren so gar nicht bei der Sache. Sie wollten von mir unbedingt aus erster Hand alles über die Lage in Berlin erfahren, von der ich herzlich wenig wusste, weil ich mich doch einzig um ihr blödes Bier gekümmert hatte.

Wieder daheim in Berlin war die U-Bahn brechend voll. Am U-Bahnhof Leopoldsplatz gelang es mir nur mit Mühe und viel Körpereinsatz aus dem U-Bahn-Waggon zu kommen. Die Menschenmassen drängten dicht an dicht über alle Bahnsteige und Treppen, es war kaum ein Durchkommen. Oben am Ende der Treppe war der Eingang von Karstadt umlagert von Menschen, ich musste die Straßenseite wechseln, um wegzukommen. Eigentlich hatte ich vor, mich für den Präsentationsstress im Plattenladen auf der Luxemburger Straße mit einer LP zu belohnen. Aber Pustekuchen! Der kleine Laden war mit neugierigen Plattenfans aus Ost-Berlin bis oben hin vollgestopft, man kam nicht einmal durch die Tür. Auch an der benachbarten Tankstelle standen die Menschen in dichten Trauben. Sie stauten sich vor der Waschanlage und bestaunten die laufende Autowäsche wie eine Weltsensation. An der Tankstelle Ecke Genter Straße bin ich dann endlich aufgewacht, der Bann der Bierpräsentation fiel von mir ab und ich begriff.

29 September 2009

konzeptionerblog als E-Book

By | 2017-04-16T14:21:14+00:00 September. 29th. 2009|Persönliches und Sonstiges|

E-Book: Dem guten Konzept auf der Spur

Rein marketingtechnisch gesehen ist Zweitverwertung eine gute Sache. Deshalb habe ich am letzten Wochenende aus meinem Konzeptionerblog nur die Einträge mit fachlichem Nährwert herausgepickt und völlig neu geordnet. Von der zeitlichen Chronologie des Weblogs in die methodische Schrittfolge eines klassischen Kommunikationskonzepts. Der ganze, lange Arbeitsweg von der Aufgabenstellung über Analyse, Strategie und Kreation bis hin zur Präsentation des fertigen Konzepts wird transparent. Hinterher habe ich das Ganze neu formatiert, zu einem E-Book zusammengefasst und ins Netz gestellt. Auf rund 144 Seiten können alle, die in Studium oder Beruf mit Konzeption und Kommunikation zu tun haben, Witterung aufnehmen und der Spur praktischer Konzeptionsarbeit folgen. Mein E-Book im PDF-Format ist kostenlos. Es liegt auf meiner Website zum Download bereit.

(Hinweis: Der Download ist veraltet und funktioniert nicht mehr)

31 Juli 2009

konzeptionerblog hat Geburtstag

By | 2017-04-16T14:45:04+00:00 Juli. 31st. 2009|Persönliches und Sonstiges|

Schon so alt und kein bißchen weise

Wisst ihr, was heute für ein Tag ist? Ein besonderer Tag! Am 31. Juli 2005 habe ich den ersten Konzeptionerblogeintrag ins Netz gestellt. Meine Studenten lästerten damals, dass ich eh nicht lange durchhalten würde. Nicht mal ein Jahr wollten sie mir geben. Von wegen! Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Kaum zu fassen, wie die Zeit vergeht. Heute wird mein Konzeptionerblog vier Jahre alt – und fühlt sich in seiner kleinen Nische putzmunter.  Nein wirklich, dieser Anlass muss gefeiert werden. Ich erhebe ein virtuelles Glas Champagner und trinke auf die nächsten 4 Jahre!