SWOT-Analyse mit Tiefenwirkung

Die SWOT ist ein Standardinstrument der Kommunikationsanalyse. Jeder kennt sie, fast jeder hat bereits das SWOT-Kreuz mit den vier Feldern Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken eingesetzt. Alle wichtigen Infos zur klassischen SWOT habe ich vor einem Jahr in einem Wissensvideo auf YouTube zusammengefasst.

Aber das klassische Kreuz ist nicht alternativlos. Um mehr Tiefenwirkung in das Lagebild der SWOT zu bekommen und Zwischentöne herauszuarbeiten, nutze ich bisweilen ein Mindmap. Das Tool öffnet die vier Felder und ermöglicht eine mehrstufige SWOT.

Wie baut man eine Mehrstufige?

Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sind die vier dicken Mindmap-Äste, von denen die kommunikationsrelevanten Faktoren abzweigen. Die Besonderheit: die Faktoren können sich in weiteren Stufen tiefer verästeln. Hauptfaktoren bekommen Unterfaktoren und werden so in ihren maßgeblichen Ausprägungen transparent. Wenn es der Analyse nützt, können sogar die Unterfaktoren verästeln – es wachsen quasi Unter-Unterfaktoren.

Wann macht die Mehrstufige Sinn?

Es gilt die Maxime, dass die SWOT ein kompaktes, übersichtliches Lagebild skizziert, das der Betrachter schnell erfassen kann. Deshalb arbeitet meine Mindmap nur solche Faktoren mehrstufig aus, bei denen durch zusätzliche Stufen wichtige Einsichten entstehen.

Der anstehende Kommunikationsfall ist kompliziert, die Situation hat ihre Tücken und mich beschleicht das Gefühl, ich sollte genauer hinschauen. Zum Beispiel in der B2B-Kommunikation, wenn High Tech-Produkte innovativ und erklärungsbedürftig sind, oder bei der Vermittlung von sensiblen öffentlichen Themen wie Organspende oder Verkehrswende, hier bringt die Mehrstufige deutlich mehr Tiefenschärfe in die SWOT-Analyse.

Wie entsteht die Mehrstufige?

Ich nutze eine der bekannten Mindmap-Apps. Die App funktioniert herrlich intuitiv, zuerst klicke ich die vier zentralen Äste Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken in die Map, an die ich nacheinander die maßgeblichen Hauptfaktoren hänge. Anschließend ergänze ich die relevanten Subfaktoren. Zum Abschluss schaue ich mir die Mindmap im Überblick an, kürze hier oder füge dort noch einen Ast ein. So entsteht mit wenigen Klicks und kurzen Stichworten ein aussagekräftiges Lagebild, von dem ausgehend im nächsten Arbeitsschritt der strategische Kurs bestimmt werden kann.