Schlechte Präsentation versenkt Konzeption

Doch, doch, auf jeden Fall lohnt es sich, ein Kommunikationskonzept mündlich zu präsentieren. Durch einen guten Live-Vortrag gelingt es, die nötige emotionale Begeisterung für ein Konzept zu erzeugen. Ein schriftliches Papier kann das nicht leisten.

Es lohnt sich zudem, die eigene Konzeptpräsentation visuell zu unterstützen – z. B. mit Keynote, PowerPoint oder Prezi. Der Unterstützungseffekt kommt aber nur zustande, wenn die Präsentationsfolien gekonnt gestaltet sind. Ansonsten werden Folien eher zu Ballast, der alles runterzieht. Und genau hier liegt das Problem! Denn in zu vielen Präsentationen werden Folien an die Wand geworfen, die zum Fürchten sind.

Eigentlich ist Foliengestaltung keine Kunst, man muss nur wenige einfache Regeln beachten:

  • Folien ohne Formalia–Angaben wie Datum, verantwortliche Abteilung, Name des Konzepts, Name des Autors, Copyright oder Foliennummer haben auf einer Folie nichts zu suchen. Selbst das Logo des Absenders muss nicht unbedingt auf jeder Folie prangen. Weg mit dem formalistischen Fliegendreck auf Folien der mündlichen Präsentation!
  • Folien ohne Prosa– Ausformulierte Texte und komplette Sätze auf Folien sind tabu. Folientext besteht aus markanten Schlagworten, die für die Zuschauer blitzschnell zu erfassen sind.
  • Folien ohne Überfluss– Folien dürfen nicht mit Bild und Text-Informationen von oben bis unten zugepackt werden. Eine gute Folie beherrscht die Kunst der Reduktion und wirkt souverän.
  • Folien ohne Zierrat– Starke, aussagekräftige Bilder helfen der Präsentation. Andererseits haben generische, bunte Zierfotos und klischeehafte Cliparts in einer Konzeptpräsentation nichts zu suchen. Schmückendes Beiwerk gehört in den Papierkorb.
  • Folien ohne Mischmasch – Folien werden einheitlich in Schrift, Farbe und Form gestaltet. Alles aus einem Guss. Wer in der Form bunt mischt, gefährdet die klare inhaltliche Linie des Konzepts.

Des Öfteren höre ich von Konzeptionsteams die Aussage: „Die Form ist nicht so wichtig, Hauptsache die konzeptionellen Inhalte stimmen.“ Von wegen! Eine schlechte Form killt den Inhalt, und zwar gnadenlos.