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Faktencheck fürs Konzept

By |2018-08-09T11:12:21+00:00August. 9th. 2018|Briefing und Analyse|

Fakten! Fakten! Fakten?

Warum Faktencheck

In meiner Recherche für das anstehende Kommunikationskonzept stoße ich auf wichtige Fakten zur Zielgruppe. Es geht um einen überraschenden Verhaltenswandel, der neue Chancen öffnet. Wahrscheinlich werde ich den strategischen Kurs meines Konzepts an den Fakten ausrichten. Aber Vorsicht ist angesagt, denn sollte sich der Wandel als Fake herausstellen, wäre mein Konzept Makulatur. In dieser Situation ist ein Faktencheck unverzichtbar.

Wie Faktencheck

Ich prüfe, ob die maßgeblichen Fakten valide sind, auf wackligen Prognosen basieren oder vielleicht sogar freie Erfindung sind. Mein Check erfolgt parallel auf mehreren der folgenden Recherchewege:

  • Welche Substanz haben die Fakten? Ich schaue im Ursprungsmaterial nach. Stehen die Fakten dort als Behauptung oder werden sie beweiskräftig mit überprüfbaren Angaben dargestellt?
  • Wo stehen die Fakten? Die Ursprungsquelle – z. B. eine Website – wird gründlich unter die Lupe genommen, ob der Auftritt seriös und professionell ist. Auch der Stil der Inhalte gibt wertvolle Hinweise: sachlich informativ oder sensationsheischend?
  • Wer hat die Fakten publiziert? Ich recherchiere den Autor oder Herausgeber der Fakten. Was schreibt er sonst, welche biografischen Daten sind bekannt? Aufschlussreich ist auch, wie er sich in den sozialen Medien präsentiert.
  • Wie verbreitet sind die Fakten? Ich suche nach weiteren unabhängigen Quellen, die ebenfalls mit den betreffenden Fakten arbeiten. Vielleicht sind die Fakten ja schon im öffentlichen Gespräch. Es muss klar erkennbar sein, dass die Quellen solide und eigenständig arbeiten. Keine Nachahmer, die einfach nur abschreiben.
  • Gibt es Gegenstimmen zu den Fakten? Fakten mit Tragweite erzeugen schnell Reaktionen. Besonders interessant ist der Widerspruch. Wie stark und überzeugend sind die Argumente der Gegenstimmen?
  • Was sagen neutrale Dritte zu den Fakten? Ich nehme Kontakt zu Experten auf – z. B. einem Fachjournalisten oder einem Professor des entsprechenden Fachbereichs. Ich lege ihnen die Fakten vor und bitte um Feedback. Oder ich gehe in eine passende Gruppe auf LinkedIn oder Xing und bitte die Gruppenmitglieder um Rat.
  • Wie schätzt der Auftraggeber die Fakten ein? Abschließend schildere ich meinem Auftraggeber in einem Rebriefing die Faktenlage und bin gespannt auf seine Reaktion. Bestätigt er meine Recherchen oder winkt er ab?

Fallen die Fakten beim Faktencheck durch oder bleiben größere Zweifel, dann sind sie als Koordinaten für den strategischen Kurs ungeeignet. Mein Konzept muss neu ausgerichtet werden.

Warum der Auftraggeber zum Schluss

Ich könnte es mir doch einfach machen und gleich als Erstes den Auftraggeber fragen, was er von den Fakten zum Verhaltenswandel der Zielgruppen hält. Wenn er grünes Licht gibt, dann wäre doch alles paletti.

Eine gefährliche Abkürzung! Auftraggeber neigen zu einem verengten Tunnel-Blick, der nicht selten von der Realität abweicht. Da werden Fakten für unbedeutend erklärt oder umgedeutet, weil sie so besser zum Selbstbild des Unternehmens passen. Als Außenstehender erkenne ich die Abweichung nicht und lasse mich in die Irre führen. Deshalb frage ich den Auftraggeber immer erst zum Schluss.