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Management Summary, Executive Summary, Abstract

Management Summary – Das Wichtigste in Kürze

 

Mythos Management Summary

Ein alter Richtsatz hält sich seit Jahren und ist nicht tot zu kriegen: „Jedes Konzept braucht als Einstieg ein Management Summary.“ Der Richtsatz ist nur ein Mythos, denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Lediglich in rund 10% meiner Kommunikationskonzepte steige ich mit einem Summary ein. In fremden Konzepten, die ich im Laufe des Jahres auf den Tisch bekommen habe, sieht die Bilanz ähnlich aus. Ein Management Summary kommt vor, ist aber keinesfalls die Regel. Wie kommt es zu der Abweichung. Unfähigkeit? Nachlässigkeit? Ignoranz? Nein, wohl eher eine Portion kluge Voraussicht.

 

Kurzfassungen haben einen Haken

Sobald ich eine Zusammenfassung von ein bis zwei Seiten an den Anfang meiner Konzepte setze, stelle ich hinterher fest, dass meine Auftraggeber sich vom Summary verleiten lassen, den Rest des Konzeptes nicht mehr oder nur oberflächlich zu lesen. Das ist ja auch kein Wunder! Schließlich verrät ein Management Summary alles Wesentliche, da kommt beim Lesen der ausführlichen Version weder Spannung noch Erkenntnis auf. Man schaltet fast automatisch in den Überflugmodus.

In der Folge wird es schwierig, sich mit den Beteiligten über Details und Nuancen des Konzepts auseinanderzusetzen. Sie sind nicht drin im Thema, nur an der Oberfläche. Indem ich das Summary bewusst weglasse, halte ich die Beteiligten an, dem Konzept mehr Achtsamkeit zu schenken.

 

Gute Gründe für ein Summary

Dennoch macht eine Kurzversion bisweilen Sinn. In bestimmten Fällen stelle ich ein Management Summary an den Anfang des Konzepts:

  • Mein Konzept ist überlang und textreich geraten. Das passiert nicht oft, aber ab etwa 30 Seiten Konzepttext hat der Leser das Recht auf ein Summary, finde ich.
  • Es lesen Entscheider das Konzept, die wahrhaftig wenig Zeit und Geduld haben. Zum Beispiel der Vorstand, der von Termin zu Termin hetzt und zwischendurch stapelweise Material sichten muss, ist auf ein Summary angewiesen, mehr kann er definitiv nicht verarbeiten.
  • Es sichten Multiplikatoren das Konzept, die nur am Rande interessiert oder involviert sind. Zum Beispiel der Aufsichtsrat, der nur in Kenntnis gesetzt werden muss. Das Management Summary gibt ihm einen schnellen Überblick.
  • In manchen Fällen will ich auch verhindern, dass sich ein Entscheidergremium zu intensiv auseinandersetzt und tausend Bedenken aufkommen. Das Summary ist in dem Fall Prävention, denn Bedenkenträger finden in dem kurzen Text nur wenig Munition.
By | 2017-09-27T08:16:02+00:00 September. 27th. 2017|Pitch und Präsentation|