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Problem vieler Konzepte

Konzeption vom Konjunktiv befallen

Im Vagen bleiben

Ich zitiere aus dem Kommunikationskonzept einer Agentur: „Die Zielgruppe 50+ sollte in Zukunft stärker adressiert werden, ohne andere Zielgruppen zu vernachlässigen. Denkbar wäre, die 50plus-Personen über geeignete Online-Medien zu erreichen. Falls die (Name des Kunden) unserem Vorschlag folgt, könnte Facebook eine Führungsrolle übernehmen. Aber auch ein spezieller „Silver Blog“ könnte die Ansprache tragen.“

Und so geht es weiter. Die Agentur bevorzugt an dieser und vielen anderen Stellen des Konzepts den Konjunktiv. Könnte, könnte, Fahrradkette.

Der Konjunktiv darf sich in einem Konzept nie invasiv ausbreiten. Ein Konzept beschreibt keine vagen Möglichkeiten, sondern versteht sich als klare und eindeutige Gebrauchsanweisung für die zukünftige Kommunikation. Das Agenturteam hat die Expertise. Es erkennt, wie die Dinge stehen, und bestimmt, wo es hingeht. Zu dieser Verantwortung sollte muss das Team stehen!

 

Regel: Konjunktiv schädlich

Dennoch trifft man in Konzeptpapieren und Präsentationen ständig auf den Konjunktiv. Warum? In Frage kommt eine ganze Reihe von Ursachen:

  • Briefing, Recherche und Analyse waren oberflächlich, so dass die Agentur im Nebel stochert und sich an einigen Stellen nicht sicher ist.
  • Die Agentur hat einen Konzeptjob angenommen, der sie oberfordert. Es fehlt schlichtweg an Erfahrung und Sachkompetenz.
  • Der Kunde ist schwierig und der Agentur ist es nicht gelungen, sich einzufühlen. Man hat Angst, daneben zu liegen.
  • Die Agentur sieht das Konzept nicht als strategischen Kommunikationsplan, sondern als taktisches Akquisitionspapier. Man will die Verkaufschancen erhöhen.

 

Ausnahme: Konjunktiv erforderlich

Wer ein Konzept entwickelt hat, der sollte beim Redigieren des Textes Konjunktive jagen und den Bestand dezimieren. Aber nicht alle „könnte, würde, hätte, wäre, sollte“ werden beseitigt, denn in bestimmten Fällen ist der Konjunktiv notwendig. Und zwar dann, wenn die unsichere Lage Tatsache ist und ins Bild gehört. Keiner weiß so genau, was die Zukunft bringt. In dem Fall ist das Ungefähre wirklichkeitsgetreu und gehört ins Konzept.

By | 2017-09-09T09:40:05+00:00 September. 9th. 2017|Text und Gestaltung|