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Suchmaschinenoptimierung – kritisch betrachtet

„SEO Follows Sense“ *

© Aiko – fotolia.de

SEO im Trend

Seit einiger Zeit gehört es zum guten Ton, Webtexte für die Suchmaschine zu optimieren. In manchen Kommunikationsabteilungen wird die Optimierung mit großer Leidenschaft betrieben. Gut ist, was dem Traffic nutzt. SEO geht auf die Überholspur.

Mir stellen sich jedes Mal die Nackenhaare auf. Wer die Sprache gekonnt einsetzt, der kann viel bewegen. „Das Wort ist ein mächtiges Schwert“, heißt ein altes Sprichwort. Durch SEO kann das Schwert mächtig stumpf werden.

 

SEO suboptimal

Die Online-Spezialisten lehnen meinen Text ab, weil das Focus-Keyword nicht in der Headline steht. Das Keyword muss in die Headline! Und auch der Fließtext geht nicht, denn es gibt keine Zwischenüberschriften, die Sätze sind zu lang, der Text ist insgesamt zu kurz. Das ist nicht gut für die Suchmaschine. Außerdem habe ich das Keyword im Text nur ein einziges Mal erwähnt und nirgendwo ist ein Link zu finden. Das ist schlecht für die Suchmaschine.

In der Folge wird mein in Sprache und Intention runder Text zurechtgebogen, bis die Suchmaschine ihn mag. Sorry, aber in der Form ist SEO „Bullshit“!

 

SEO einfühlsam

Ich bin für SEO, aber unter der Maxime „SEO follows Sense“.  Zuallererst muss der Text inhaltlich und sprachlich optimal sein, erst dann geht es an die Optimierung für die Suchmaschine. Alles was SEO-mäßig möglich ist, ohne die Sprache und den Sinn zu kompromittieren, wird gemacht, alles andere wird gelassen. Wenn das Keyword nicht in die Überschrift passt, dann bleibt es draußen. Wenn der Text lange Sätze braucht, weil dadurch die Worte den richtigen Fluss bekommen, dann bleiben die Sätze lang. Der Text wird für die Leser gemacht und nicht für die Suchmaschine.

 

* Ursprünglich heißt es eigentlich  „Form Follows Function“

By | 2017-05-22T10:21:40+00:00 April. 24th. 2017|Instrumente und Maßnahmen|