Loading...

Ganzheitliche Kommunikationsstrategie

Aus der Adlerperspektive konzipieren

eagle

Einer meiner Auftraggeber schickt mir ein schriftliches Briefing darin steht: „…haben wir zunehmend Probleme unsere Kundenpotentiale zu erreichen. Deshalb wollen wir neue Web 2.0-Wege gehen und beauftragen Sie, ein entsprechendes strategisches Konzept zu entwickeln.“ – Das Briefing bereitet mir Bauchschmerzen. Ich muss den Auftraggeber anrufen und noch einmal mit ihm reden.

Strategische Kommunikationskonzepte sind nicht bestimmten Kommunikationsdisziplinen, Medien, Kanälen oder Instrumenten verpflichtet, sondern einzig und allein der anstehenden Problem- und Aufgabenstellung. Ein Konzept wird immer ausgehend von Problem und Aufgabe entwickelt.

Aus diesem Grund steigen Kommunikationskonzepte stets hoch hinaus in die Adlerperspektive, dort, wo sie über den Disziplinen stehen und alles überschauen. Sie machen sich ein analytisches Bild, definieren die strategischen Koordinaten und erst danach bestimmen sie, welche Disziplinen, Medien, Kanäle und Instrumente zum Einsatz kommen. Aufgrund der gewählten Strategie kann am Ende der Kommunikations-kurs voll auf Web 2.0-Linie liegen, es kommt aber auch vor, dass im konkreten Einzelfall keinerlei Web 2.0-Instrumente eingesetzt werden. Oder weiter noch: Ich kann mich sogar an einen Fall erinnern, bei dem ich empfohlen habe, kurzfristig das komplette schon besetzte Web 2.0-Terrain wieder zu räumen.

Wenn ich mich auf das obige Briefing meines Auftraggebers einlasse, dann wähle ich nicht die Adlerperspektive, vielmehr entwickle ich mein Konzept aus der Maulwurfperspektive mit einem Web 2.0-Tunnelblick. Das geht mir gegen den Strich, denn meine Erfahrung sagt, Voraussetzung für eine funktionierende Kommunikationsstrategie ist die interdisziplinäre Unabhängigkeit.

By | 2017-07-13T15:33:56+00:00 April. 24th. 2016|Strategie und Planung|