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Dialoggruppen ohne Worte

Die Dialog-Lüge

Pssst

Zielgruppen sind veraltet. In der modernen Kommunikation spricht man heute nur noch von Dialoggruppen. Wirklich? Ich bin da anderer Meinung.

In der Regel bleibe ich beim Begriff der Zielgruppen. Von Dialoggruppen spreche oder schreibe ich nur, wenn tatsächlich ein Dialog stattfindet. Und mit Dialog meine ich mehr als eine kostenfreie Service-Hotline für Kunden oder der jährliche Tag der offenen Tür.

Mit dem Begriff „Dialog“ wird im Kontext der unternehmerischen und gesellschaftlichen Kommunikation viel Etikettenschwindel betrieben. Der Begriff ist positiv besetzt, deshalb wird er gern genutzt. Und öfter Mal steht irgendwo Dialog drauf, wo jedoch kein Dialog drin ist.

Ich erinnere mich an einen Bürgermeister, der ein neues Gewerbegebiet ausweisen will und zu diesem Zweck die Bürgerinnen und Bürger zu einer Dialogveranstaltung einlädt. Nur leider sind bereits alle Entscheidungen gefallen. Der Bürgermeister informiert und die Bürger können nicht mehr als ein paar Fragen stellen.

Oder ein Unternehmen startet einen Blog, der sogar das Wort „Kundendialog“ im Untertitel führt. Aber schon nach einigen Wochen werden die Kommentarfunktionen geschlossen und unliebsame Kommentare gelöscht, nachdem die Kritik einiger Kunden lauter wurde.

All das ist kein Dialog. Kennzeichen eines Dialogs ist zum einen die Augenhöhe der beiden Seiten im Gespräch. Und zum anderen die Ergebnisoffenheit. Beide Seiten sind im Grundsatz bereit, der anderen zuzuhören und Standpunkte und Haltungen zu verändern. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist kein Dialog möglich.

By | 2017-04-14T10:54:31+00:00 April. 28th. 2015|Strategie und Planung|