Der Niedergang der Imagebroschüre

Pfau

Es gab eine Zeit, da schmückten sich Unternehmen und Institutionen, die auf sich hielten, gern mit einer tollen Imagebroschüre. Das gehörte einfach zum guten Ton. Die Broschüren waren oft sehr aufwändig und umfangreich gestaltet – mit prächtigem Fotos und großzügigem Design, die Umschlagseite lackiert und teilweise sogar geprägt. Man scheute keine Kosten und Mühen, denn schließlich ging es ums Image.

Da ich schon eine halbe Ewigkeit dabei bin, habe ich diese Zeiten selbst miterlebt. Damals habe ich 3 – 4 Mal im Jahr Konzepte oder sogar  Texte für eine Imagebroschüre entwickelt. Das gehörte zum „Butter und Brot-Geschäft“ eines Konzeptioners.

Letzte Woche mistete ich mein Archiv aus und entsorgte einen Stapel alter Imagebroschüren. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Ich habe seit Jahren kein Konzept mehr für eine Imagebroschüre geschrieben. Auch wenn ich komplexe Kampagnenkonzepte entwickle, spielt das Instrument der Imagebroschüre kaum noch eine Rolle.

Was ist der Grund? Da kann ich nur vermuten. Der erste Grund: Die Imagebroschüre kostete viel Geld und hatte letztendlich wenig Nutzen. Imagebroschüren waren reine Status- und Repräsentationsinstrumente. Sie passen nicht mehr in die heutige Zeit, die von Evaluierung und Effizienzdenken geprägt ist. Der zweite Grund: Das Internet hat die Imagebroschüre gekillt. Es fing damit an, dass die Druckauflagen von Imagebroschüren massiv gesenkt und die Broschüren hauptsächlich als PDF-Dokumente ins Internet gestellt wurden. Irgendwann hat man dann gemerkt, dass die eigene Website, wenn sie gut gemacht ist, die Imagefunktion gleich ganz übernehmen kann – mit weniger Kosten, mehr Reichweite und der Möglichkeit der ständigen Aktualisierung. Denn das war auch so ein Problem der guten alten Imagebroschüre. Kaum gedruckt, war sie schon in Teilen wieder veraltet.

Quelle Broschüre: © kirill4mula – Fotolia.com  – Quelle Pfau: © JackF – Fotolia.com