Loading...

Virales Phänomen

Der Fluch des Streisand-Effekts

Streichholz

Es ist schon einige Jahre her, da hat sich die Sängerin und Schauspielerin Barbara Streisand beschwert, dass ein Fotograf eine Luftaufnahme Ihres Hauses auf seine Website gestellt hatte. Vorher hat das Foto niemanden interessiert, hinterher brach ein Sturm los und das unerwünschte Foto verbreitete sich überall im Netz.

In den Medien und im Internet wirken Gegenreaktionen oft ungewollt wie Brandbeschleuniger. Aus einem kleinen schwachen Funken wird plötzlich ein Lauffeuer. Das ist das gefährliche Prinzip des Streisand-Effekts.

Der Effekt betrifft nicht nur Promis, sondern kann jederzeit auch Unternehmen und Institutionen treffen. Man stelle sich vor, ein kleiner Mittelständler liest auf einer lokalen Internetseite, dass Gerüchte umgehen, der Betriebskindergarten solle geschlossen werden. Große Aufregung im Unternehmen, denn das Gerücht entbehrt jeder Grundlage. Was tun? Sofort lautstark dementieren? Vorsicht! Im Regelfall ist es besser, nicht zu reagieren und zu schweigen, auch wenn es schwerfällt. Denn ein Dementi hätte höchst wahrscheinlich den gegenteiligen Effekt. Es würde dem Gerücht neue Nahrung geben. So nach dem Motto: Wenn die so prompt reagieren, dann muss da doch was dran sein.

Jeder Einzelfall liegt anders und sollte individuell entschieden werden. Im Grundsatz empfehle ich meinen Auftraggebern folgende Vorgehensweise:

  • Es braucht heutzutage unbedingt ein gründliches Medien-/Internet-Monitoring, damit unliebsame Negativmeldungen sofort entdeckt werden, wenn sie an die Öffentlichkeit gelangen.
  • Handelt es sich um eine Einzelmeldung ohne Breitenwirkung, dann sollte man darauf nicht gleich reagieren, sondern abwarten.
  • Selbstverständlich bleibt die Entwicklung dieser Meldung unter ständiger Beobachtung. Außerdem wird präventiv eine Gegenreaktion mit überzeugenden Argumenten vorbereitet und ist sofort einsetzbar.
  • Breitet sich die Meldung weiter aus und wird sie von einem wichtigen Medium oder Multiplikator aufgegriffen, erst dann heißt es, auf der Stelle einzugreifen und die Dinge richtig zu stellen.

Foto: © freshidea – Fotolia.com

By | 2017-07-13T15:56:48+00:00 Januar. 29th. 2015|Strategie und Planung|