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Online-Pressearbeit

Qualitätsprobleme in der Online-Pressearbeit?

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PIPI

„Online-Medien werden immer wichtiger. Aber in unserem Presseverteiler kann ich die nirgendwo entdecken?“

„Ich hab da eine neue Medienliste mit Bloggern ….“

„ Blogger sind gut! Nehmen Sie die in den Verteiler auf. Die bekommen ab sofort unsere Presseinformationen.“

So oder ähnlich muss es da draußen laufen. Irgendwann bin ich in eine Medienliste mit Bloggern gerutscht und finde seitdem 3 – 4 Presseinformationen pro Arbeitstag in meinem elektronischen Postfach.

Gestern Abend habe ich mir den Spaß gemacht, die letzten 100 Pressemitteilungen genauer unter die Lupe zu nehmen und auszuwerten. Die Prozentzahlen runde ich bewusst auf. Es geht mir nicht um statistische Genauigkeit, sondern um auffällige Tendenzen:

  • 30% der Presseinformationen hätten nie versandt werden dürfen, denn sie besitzen keinen Nutzwert und sind eher eine Belästigung. Dass Herr A in die Geschäftsführung der GmbH B aufrückt oder dass Agentur X nächste Woche auf der Messe Y am Gemeinschaftsstand Z zu finden ist, das interessiert nicht die Bohne.
  • 50% wurden anscheinend nach dem Schrotflintenprinzip gestreut. Sie treffen nicht meinen Nerv, sondern gehen auf die Nerven. Stützstrümpfe, Autoreifen oder Naturkosmetik sind nun mal nicht mein Thema. Mein konzeptionerblog ist ein Spezialblog, der sich mit strategischer Kommunikationsplanung befasst.
  • 70% haben schlichtweg die althergebrachte Printmedien-Presseinformation in ein Mail transformiert und versandt. Es sind keine Anpassungen an die speziellen Bedürfnisse der Online-Medien oder der Blogger erkennbar.
  • 60% begrüßen mich mit einem faden Aufmacher wie „Unsere neue Software ab 1. Januar im Fachhandel“. Es fehlt jegliche Zuspitzung, der Funke geht nicht über und ich lese nicht weiter.
  • 30% der Texte sind viel zu lang für das Medium Internet. Ich blicke auf eine Textwüste in Mail-Form.
  • 20% kranken an technischen Fehlern – Augenpulver-Textgrößen, Fotos mit hohem Volumen im Anhang, verrutschte Formatierungen, Links ins Nirgendwo.
  • 0% der in meinem Postfach gelandeten Presseinformationen haben bisher zu einer Resonanz in meinem Blog geführt. Obwohl ich durchaus willens wäre, eine Information als Impuls für einen Beitrag zu nutzen. Bisher ist mir nur nicht die Richtige begegnet.

Das Fazit? Aus meiner Sicht hapert es, was die Qualität von Online-Presseinformationen angeht – und zwar in jeder Beziehung: Verteiler, Inhalt und Form. Die Verantwortlichen in Unternehmen, Agenturen und Institutionen haben in der Online-PR noch erkennbaren Lernbedarf.

By | 2017-07-13T15:59:36+00:00 Dezember. 9th. 2014|Instrumente und Maßnahmen|