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Aufträge über Ausschreibungen

Forderung: Transparente Bewertung bei Ausschreibungen


Ich ziehe jedes Jahr in mehrere Ausschreibungsschlachten – als „Söldner“ von Agenturen engagiert. Ausgeschrieben werden Kommunikationskampagnen aller Art. Die dazugehörigen Ausschreibungstexte werden seit Jahren immer länger, immer administrativer und dadurch leider auch immer aussageschwächer. Gleichzeitig steigt der Teilnahmeaufwand stark an. Ein ganzer Stapel von Dokumenten, Bescheinigungen, Kalkulationen, Referenzen, Mitarbeiterprofilen, Konzeptentwürfen wird abgefragt. Und dabei darf man bloß nichts vergessen, sonst ist man sofort draußen.

Warum dieser Aufwand? Um Fairness und Transparenz im Ausschreibungsverfahren sicherzustellen, sagen die ausschreibenden Institutionen.

Okay, nur einer kann die Ausschreibung gewinnen. Alle anderen kassieren eine Absage. So ist nun mal das Agenturleben. Was mich frustriert, ist auch nicht die Niederlage, sondern das unfruchtbare Absage-E-Mail, das meine Niederlage begründet. . „…hat eine andere Agentur unsere Erwartungen besser getroffen“ so oder ähnlich kurz und schwammig lauten meist die Begründungshalbsätze. Da habe ich zusammen mit dem Agenturteam tagelang hart gearbeitet – und dann das!

Man lernt aus Fehlern, sagen die Pädagogen. Ich würde gern aus meinen Fehlern lernen und es bei der nächsten Ausschreibung besser machen. Nur mit solch schleierhaften Begründungen ist das unmöglich. Zwar werden im Ausschreibungstext in der Regel alle Bewertungskriterien bis hin zu Prozentwerten und Gewichtungsfaktoren aufgelistet. Aber wie die Entscheidungen dann konkret zu Stande kommen und wo die Fehler liegen, das bleibt völlig intransparent.

Es wird dringend Zeit, hier etwas zu ändern. Ich mag nicht mehr Rätsel raten und stelle die Forderung, dass jeder Ausschreibungsteilnehmer seine Bewertung mit allen Einzelkriterien schriftlich bekommt – und zwar in Relation zum Besten und zum Durchschnitt . Durch diese transparente Bewertung erkennen die teilnehmenden Agenturen, wo ihre Schwächen liegen, sie können dazulernen und es das nächste Mal besser machen. Und davon profitiert letztendlich auch die ausschreibende Institution.

By | 2017-04-14T10:59:51+00:00 November. 11th. 2014|Branche und Business|