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Konzeptionsseminare

Das richtige Timing für Seminare

Kurz hinter Hannover. Ich sitze im ICE auf dem Weg zum nächsten Konzeptionsseminar.  Bei fünf Stunden Zugfahrt im strömenden Regen bleibt genügend Zeit für einen Eintrag in meinem Blog.

Wie schaffen Sie das, bei einem ganztägigen Workshop pünktlich um 18:00 Uhr mit dem Stoff durch zu sein? Das fragte mich letzte Woche einer meiner Studenten in der Pause. Alles Technik, so lautete meine kurz angebundene Antwort – und hier folgen nun die dazugehörigen technischen Einzelheiten.

Mein Seminartag unterteilt sich in der Regel in 5 Seminarblöcke à 1,5 Stunden. Für jedes Blockende lege ich einen inhaltlichen Messpunkt fest: An welcher Stelle des Seminarstoffes will ich am Ende des Blocks stehen? Beim ersten Seminardurchlauf liegen die Messpunkte noch ziemlich daneben. Aber nach drei, vier Seminaren habe ich die Messfehler im Griff und komme auf den Punkt.

Da mein Seminar nicht aus einem standardisierten Referat besteht, sondern in freier Rede vorgetragen wird und mit vielen Fragen und Anmerkungen der Teilnehmer durchsetzt ist, lässt sich der Ablauf trotz der Messpunkte nie exakt kontrollieren. Immer wieder gibt es Diskussionen, die das vorgeplante Timing aus dem Takt bringen. Deshalb setze die Seminarinhalte – als zusätzliche Sicherung – aus Pflicht- und  Kann-Elementen zusammen. Die Pflichtteile bringe ich auf jeden Fall, sie sind für das Verständnis des Seminarstoffes unersetzlich.  Anders die Kann-Elemente. Sie ergänzen, vertiefen und illustrieren den Stoff und es geht auch ohne sie. Die Kann-Elemente sind für mich wie Ballastsäcke beim Ballonflug. Liege ich auf der Höhe der Zeit, dann baue ich sie ein, verliere ich an Zeit, dann werfe ich Ballast ab und lasse einzelne Kann-Elemente kurzerhand weg, um wieder in die Zeit zu kommen. Auf diese Weise gelingt es mir, meinen Seminarablauf  in der Balance zu halten.

Und es gibt noch eine dritte Sicherungsstufe. Für den Schluss des Seminars halte ich einen letzten Puffer in Reserve. Das ist ein zusätzliches Fallbeispiel aus meiner Konzeptionspraxis. Falls ich also trotz allem zu früh in die Zielgerade meines Seminars einbiege, höre ich dennoch nicht vor der Zeit auf, sondern hänge mein Praxisbeispiel hinten an.

By | 2017-04-14T15:02:01+00:00 Mai. 27th. 2013|Persönliches und Sonstiges|