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In der Konzeptpräsentation

 Formfehler wiegen schwer

Unternehmen und Agenturen entwickeln aufwändige Kommunikationskonzepte mit gründlicher Analyse, Strategie und Umsetzung. Alle Maßnahmen sind bis ins Detail durchdacht, die grafische Gestaltung steht und der Etat ist durchkalkuliert. Meist hat das Team mehrere Wochen hart am Konzept gearbeitet. Und dann kommt die Stunde der Wahrheit: die Präsentation.  Leider hinterlassen viele Präsentationen bei mir eher gemischte Gefühle. Ich bin irritiert, wie semiprofessionell manche Kommunikations-leute ihre Arbeit „verkaufen“.  

Die Zuhörer differenzieren nicht zwischen Form und Inhalt. Sie stehen unter dem Eindruck des Gesamtgeschehens. In der Konsequenz beschädigen Formschwächen den Gesamteindruck – und damit auch die Inhalte. Präsentationsentscheidend ist nämlich nicht die wahre Qualität, sondern die wahrgenommene Qualität der Konzeptinhalte. So habe ich wiederholt die Erfahrung gemacht, dass ein inhaltlich mangelhaftes Konzept, das gut präsentiert wurde, sich gegen ein gutes Konzept durchsetzte, das nur mangelhaft präsentiert wurde.

Ende Januar hatte ich mit der Präsentationstrainerin und Schauspielerin Birgit Blasche an der TU-Berlin ein Konzeptionsseminar durchgeführt. Ich kümmerte mich um das richtige Konzept und sie um die richtige Präsentation. Nicht nur für die Studenten, auch für mich war das eine lohnende Weiterbildungsveranstaltung. Ich habe von Birgit Blasche gelernt, dass inhaltliche Aussagen die richtige Ausdrucksform brauchen und dass nur wenige einfache Mittel erforderlich sind, um Inhalte und Form zusammenzufügen und einen stimmigen Präsentationsfluss zu erzeugen.

Was mich überrascht hat: Während der Präsentationen der Studenten fielen den Zuhörern die  eingesetzten Mittel der Formgebung gar nicht auf. Die Vorträge wurden von den Zuhörern schlichtweg wohltuend flüssig und schlüssig empfunden.  Eingängig, aber nie aufgesetzt und übertrieben.

Letzte Woche habe ich in einer Präsentation einen ersten Selbstversuch unternommen und intensiver als sonst an der Form meines Vortrags gefeilt. Ich wechselte beispielsweise während der Erläuterung meiner SWOT-Analyse von Stärken und Chancen zu Schwächen und Risiken nicht nur die analytische Perspektive, sondern mit zwei, drei Schritten bewusst auch meinen Standpunkt im Raum. Außerdem stieg ich nicht wie üblich mit der destruktiven Seite der Risiken aus der SWOT aus, sondern mit der konstruktiven Seite der Chancen.  Nur kleine Akzente, aber sie bringen die Inhalte besser zur Geltung.

By | 2017-07-15T15:58:12+00:00 März. 6th. 2013|Pitch und Präsentation|