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SWOT-Analyse

SWOT: Nur Tatsachen zählen

Ich will noch einmal auf die Tatsachen zurückkommen, die im untenstehenden Blogbeitrag gleich im ersten Absatz in die vier SWOT-Felder eingeordnet werden. Tatsächlich ist es konzeptionsentscheidend, dass in einer SWOT nur handfeste, überprüfbare Tatsachen erfasst werden. Auf Nachfrage muss ich in der Lage sein, jeden Faktor der SWOT mit plausiblen Argumenten unter Beweis zu stellen.

Das versteht sich von selbst? Das sagen Sie, aber ich habe da schon ganz andere Erfahrungen gemacht. In manchen Unternehmen wird die Analyse der Stärken und Schwächen, der Chancen und Risiken von der eigenen Sicht der Dinge geprägt. In der SWOT spiegelt sich wieder, wie das Unternehmen sich und seine Umwelt sehen will. Und diese Sichtweisen haben oft mehr mit Wunschtraum und Deutung des Managements als mit Tatsachen zu tun. So wird die SWOT zu einer im Sinne der offiziellen Unternehmenssicht konstruierten Wirklichkeit.

Die realen Folgen für die Konzeption sind fatal, denn die verzogene Konstruktion bringt die Analyse in Schieflage und die darauf aufbauende Strategie ins Rutschen. Für einen Konzeptioner, der seine Sache gut machen will, gibt es in dieser Situation eigentlich nur eins: Er muss den Boden der Tatsachen mit aller Kraft verteidigen.

By | 2017-04-15T08:22:59+00:00 Juli. 11th. 2011|Briefing und Analyse|

2 Comments

  1. Simon Schneider 18. Juli 2011 at 3:04 pm - Reply

    Die SWOT-Analyse nicht als starre Schubladen ansehen!
    Bei der Bewertung von Schwächen und Risiken, genauso bei der Bewertung von Chancen und Stärken, stoße ich immer wieder auf die Frage was ein Faktum nun genau ist? Ob Risiko oder Schwäche ist oft nicht eindeutig und sofort erkennbar. Manche Schwäche hat externe Ursachen – manches Risiko ist „hausgemacht“. Gleichsam ist die Einteilung ob Chance oder Stärke, ob externe oder interne Mechanismen greifen, nicht zwingend eindeutig zu beantworten. Ein Problem, das gerade bei der Konzeption für NGO`s oder Organisationen mit vielschichtigen Stakeholdern auftaucht.
    Und eine weitere Hürde ist zu überspringen: Chancen stellen häufig gleichzeitig Risiken dar. Eine Chance nicht zu nutzen oder gar falsch in die eigene Strategie einzubinden kann schnell zu einem Risiko werden.
    Beide Hürden sind im Endeffekt einfach zu nehmen: ein starkes Konzept gibt einem selbst die Fähigkeit, das Risiko zu meiden und klare Chancen zu generieren. Doch wie überzeugt man den Auftraggeber von dieser Ansicht? Wie begegnet man den oft „kleinsinnigen“ Diskussionen über einzelne Punkte der SWOT?

  2. Klaus Schmidbauer 28. Juli 2011 at 10:35 am - Reply

    Sorry für die zeitlich verzögerte Antwort, aber ich hatte in den letzten Tagen vor dem Urlaub viel zu viel zu tun. Jetzt ist endlich Urlaub – und es regnet.
    Wie überzeugt man den Auftraggeber von der SWOT? Eine Patentlösung gibt es nicht. Aber es ist richtig, man muss ihn überzeugen. Denn wenn der Kunde dem Lagebild der SWOT-Analyse nicht zustimmt, dann gerät automatisch die darauf aufbauende Strategie gehörig ins Wanken.
    Ich persönlich gehe folgenden Weg: Ich entwickle die SWOT zusammen mit meinem Auftraggeber – mit Karten auf einer Pinnwand. Vorher „kalibrieren“ wir die SWOT. Gemeinsam legen wir z. B. fest, dass nicht der Tunnelblick des Auftraggebers den Blickwinkel auf die SWOT bestimmt, sondern die Sichtweise der Zielgruppe X. Auf diese Weise kann ich ihn jederzeit zurückholen, wenn der Auftraggeber versucht, seine eigene Sicht der Dinge in der SWOT zu verankern. Alles in allem habe ich durch diese Beteiligungslösung den Ärger mit der SWOT in den letzten Jahren mehr als halbieren können.

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