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Die 6-Hut-Technik

By |2017-09-13T15:13:38+00:00März. 28th. 2011|Strategie und Planung|

Entscheidung mit Hut

Schritt für Schritt arbeitet sich unser Team im Konzeptions-workshop voran, bis endlich die „Big Idea“ in Sicht kommt.  Meist haben wir nicht nur eine, sondern zwei oder drei aussichtsreiche Ideen zur Auswahl. Nur welche ist die Richtige? Die Entscheidung fällt schwer und jeder im Team hat seinen Favoriten, von dem er nicht lassen will.

Um  die richtige Idee schnell und sicher zu sondieren, greife ich  auf die sechs Hüte von Edward de Bono zurück. Sechs Workshopteilnehmer bekommen einen Hut verpasst. Jeder Hut hat eine andere Farbe und steht für einen speziellen Standpunkt. Die Hutträger sind nun aufgefordert, jede der zur Auswahl stehenden Ideen gnadenlos parteiisch von ihrem Standpunkt aus zu kommentieren:

  • Der weiße Hut repräsentiert die distanzierte objektive Neutralität.
  • Der rote Hut lebt das persönliche emotionale Empfinden aus.
  • Der schwarze Hut nimmt eine total negativ kritische Haltung ein.
  • Der gelbe Hut ist ein Optimist und begeistert sich für die Chancen.
  • Der grüne Hut spinnt die Idee mit Fantasie und Kreativität weiter.
  • Der blaue Hut behält den Überblick und gibt sich entscheidungsfreudig.

Ich habe zumeist die kleinen farbigen Fang-den-Hut-Hütchen meiner Tochter dabei, die ich vor den sechs Protagonisten auf den Tisch stelle.  Nach zehn Minuten Eindenkzeit geht es los. Die erste Idee kommt auf den Prüfstand. Jeder Hut knöpft sich die Idee vor und analysiert sie in einer kurzen Stellungnahme.  In der Regel beginnt der weiße Hut, denn die neutrale Position eignet sich gut als Orientierung zum Einstieg. Den Abschluss bildet der blaue Hut, der die Beiträge der anderen vergleichend kommentiert und erste Schlüsse daraus zieht.

In der nächsten Runde ist die zweite Idee an der Reihe und dann folgt die Dritte. Im laufenden Meinungsbildungsprozess trennen sich mit jedem neuen Argument die bedenklichen immer deutlicher von den denkwürdigen Ideen. Am Ende fällt es uns nicht nur leichter, die „Big Idea“ zu küren, das Team fühlt sich auch sicherer in der weiteren konzeptionellen Ausarbeitung der Idee.