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Der neue PR-Trendmonitor

By |2017-04-24T10:52:46+00:00Juni. 28th. 2006|Branche und Business|

Pressesprecher machtlos?

„Solange wir in der konzeptionellen Phase stecken und noch nicht genau wissen, was wir wollen, lassen wir besser unsere Pressesprecherin raus. Die bremst uns sonst nur wieder aus.“ Soweit die Direktive eines meiner Kunden – und er ist beileibe kein Einzelfall.

Wie der Zufall so spielt, blätterte ich gestern im neuen PR-Trendmonitor. Beim Wandern durch die Zahlenkolonnen sprangen mir zwei Ergebnisse ins Auge. 49,5 % aller Pressestellen finden mit ihren konzeptionellen Vorstellungen bei den Chefs kein Gehör. In nur 44,5 Prozent der Fälle stimmen die Kommunikationsabteilungen im Hause ihre Konzepte mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ab. Im Klartext: In jedem zweiten Unternehmen sitzt der Pressesprecher auf der Reservebank und hat auf das Spiel der kommunikativen Kräfte nur begrenzten Einfluss. Traurig! Traurig!

Ich starte mal einen spontanen Erklärungsversuch. Erstens. Im bunten Völkchen der Kommunikationsbranche wirken viele Pressesprecher auffällig orthodox. Zwar hat sich in den letzten Jahren das Weltbild der Kommunikation rasant gedreht, aber an vielen Presseabteilungen scheint diese Entwicklung vorbeizugehen. Zweitens. Die meisten Presseverantwortlichen, die ich kenne, haben von Marketing wenig bis keine Ahnung. Doch das moderne Marketing gibt inzwischen in vielen Unternehmen den Ton an. Wem da das nötige Wissen und ein Quäntchen Einfühlungsvermögen fehlt, der gerät leicht außen vor.

Sind also die Pressesprecher selber Schuld? Nein, so einfach liegen die Dinge nicht. Denn, drittens, darf man nicht übersehen, dass es die Mission der Pressesprecher ist, die Reputation des Unternehmens zu pflegen. Immer mehr Unternehmen interessieren sich aber nur noch für die kurzfristige Umsatzrendite. Und wo nackten Zahlen zum Maß aller Dinge werden, verkommt die Reputation zu einem saumseligen Deckmäntelchen.