Laden...
27 November 2020

Neues Buch zur internen Kommunikation

Von |2020-12-02T10:46:32+00:00November. 27th. 2020|Persönliches und Sonstiges|

Praxisbuch mit eingebautem Weitblick

Warum ist unser Buch anders als andere?

Unser neues Buch hat einen „Unique Reading Point“, klar! Klassische Projektplanungsbücher fassen sich superkurz, wenn es um die strategischen Aspekte eines Projekts geht. Auf der anderen Seite vernachlässigen die meisten Bücher zur strategischen Kommunikationskonzeption Vorbereitung, Planung und Umsetzung. Das Praxisbuch von Ulrike Führmann und mir vereinigt zum ersten Mal beide Dimensionen: Projektplanung und Kommunikationskonzeption. Endlich wächst zusammen, was zusammengehört.

Was steht drin?

Bei unseren Gesprächen in Unternehmen fällt uns auf, dass interne Kommunikation an Geltung gewinnt und kräftig ausgebaut wird. Und wir prophezeien, dass der Ausbau durch die anstehenden kulturellen Umbrüche (Boomer-Generationswechsel, Female Shift, New Work, Home-Office etc.) zunehmen wird. In der Folge steigt die Zahl der internen Kommunikationsprojekte und der Anspruch an ihre Performance.

Vor diesem Hintergrund vermittelt „Interne Kommunikation mit Weitblick“ handfestes Praxiswissen. Alle Stationen von der initialen Projektidee bis zur abschließenden Nachbereitung des Projekts beschreiben wir in der praktischen Anwendung, machen die Inhalte mit vielen Schaubildern und Beispielen anschaulich. Wir liefern keine trockene Theorie ab, sondern pures Praxiskonzentrat auf 211 Seiten.

Für welche Projekte eignet sich das Praxiswissen?

„Interne Kommunikation mit Weitblick“ ist universell einsetzbar. Wir haben die Methoden und Werkzeuge so zusammengestellt, dass sie sich auf das komplette Spektrum der internen Kommunikationsprojekte anwenden lassen: z. B. wird eine neue Kantine eröffnet, das Weiterbildungsprogramm ausgebaut, Social Media-Funktionen ins Intranet integriert, neue Compliance-Regeln eingeführt oder die Home-Office-Möglichkeiten erweitert. In jedem Fall ist professionelle Kommunikation erforderlich.

Wir garantieren, dass die Inhalte nicht aus anderen Fachbüchern und Blogs zusammengeschrieben wurden, sondern auf unserem eigenen Mist gewachsen sind. Ulrike Führmann (www.interne-kommunikation.info) ist seit 15 Jahren in der internen Kommunikation aktiv und ich mache seit 30 Jahren nichts anderes als strategische Kommunikationsplanung. Wir stecken tief im Thema.

An wen wendet sich das Buch?

Unser Verlag schreibt: „Es wendet sich an alle, die in Unternehmen und Institutionen mit der internen Kommunikation weiterkommen wollen. Auch Studierenden, Weiterbildende und fachlich interessierte Menschen bringt das Buch voran.“ Ich ergänze: „Wenn ihr eure interne Kommunikationsarbeit weitsichtiger angehen und die Kommunikationsperformance steigern wollt, dann bekommt ihr im Buch wertvolle Impulse für die nächsten Projekte.“

Wer kann sich den Kauf sparen?

Ich formuliere es mal so: Gänzlich ungeeignet ist „Interne Kommunikation mit Weitblick“ für intern Kommunizierende, die auf Routine setzen und jede interne Kommunikationsaufgabe seit Jahren mit den bewährten sieben Standardmaßnahmen begleiten. Entbehrlich ist das Buch zudem für Kommunikationsakteure, die Konzeption und Planung für weitgehend überflüssig halten, lieber auf Sicht fahren und sich auf ihr Bauchgefühl verlassen.

Ist der Inhalt auf dem neuesten Stand?

Ja, das Buch hatte Redaktionsschluss im Sommer 2020 und wir haben, zum Leidwesen unseres Verlags, bis zur letzten Minute daran gefeilt. Es ist folglich corona-tauglich, denn es geht auf die neuen virtuellen Wege von Konzeption und Planung ein. Außerdem nutzt es, wo möglich und sinnvoll, agile Methoden aus den Werkzeugkästen von Kanban, Scrum und Co. Aber Achtung! Zum einen packen wir nicht den großen Projektplanungshammer aus, bleiben so schlank wie möglich. Zum anderen laufen wir nicht jeder angesagten Trend-Sau hinterher, die gerade durchs Dorf der internen Kommunikation getrieben wird. Was wir in „Interne Kommunikation mit Weitblick“ beschreiben, das musste erst unseren Praxistest bestehen und sich im Einsatz an der Planungsfront bewähren.

Zu kaufen gibt es „Interne Kommunikation mit Weitblick“ überall im Buchhandel oder direkt beim Verlag.

12 November 2020

Online-Seminar zur strategischen PR-Konzeption

Von |2020-11-12T11:05:50+00:00November. 12th. 2020|Branche und Business|

Fitness-Kurs für die PR-Konzeption!

Präsenzseminare? Zurzeit unmöglich! Am 3. und 4. Februar 2020 läuft die nächste Ausgabe meines zweitägigen Online-Seminars zu den Grundlagen der strategischen Kommunikationsplanung – veranstaltet von der SCM Berlin. Das Seminar wendet sich an Anfänger*innen, die tiefer in die Konzeption einsteigen, und Professionals, die ihr Konzeptionswissen auffrischen wollen. Die beiden Tage laufen jeweils von 9:00 bis 17:00 Uhr und bauen aufeinander auf.

Mittwoch: Konzeptionswissen tanken

Am ersten Tag öffne ich den kleinen Werkzeugkasten der Konzeptionslehre, nehme die wichtigen analytischen, strategischen und operativen Werkzeuge heraus und demonstriere ihren Einsatz – von der SWOT-Analyse über Positionierung und Botschaften bis zum Maßnahmenplan. Kleine Übungen und Praxisbeispiele komplettieren den Seminartag. Im Vordergrund steht dabei immer die praktische Anwendung im Kommunikationsalltag.

Donnerstag: Konzeptionswissen anwenden

Am zweiten Tag entwickeln die Teilnehmenden unter meiner Anleitung eine komplette Konzeptskizze auf Basis eines realen Kommunikationsfalls. Am Anfang steht das Briefing durch den Auftraggeber. Anschließend analysieren wir die Ist-Situation, bauen auf deren Fundament die strategischen Eckpfeiler der Kommunikation und richten daran die operativen Mittel und Maßnahmen aus.

Alle Konzeptionsfortschritte werden auf einem Online-Whiteboard erfasst. Die Teilnehmenden erkennen: Ein praxistaugliches Konzept ist keine aufwendige Kunst, sondern lässt sich in einem Tag skizzieren.

Weitere Informationen und Anmeldung bei der SCM Berlin

23 Oktober 2020

Kommunikationsmodell PESO

Von |2020-10-23T08:56:53+00:00Oktober. 23rd. 2020|Strategie und Planung|

Paid, Earned, Shared, Owned – Modell mit Handicap

Seit 2013 habe ich in meinen Konzeptionsworkshops immer mal wieder das PESO-Modell eingesetzt, um den Maßnahmen oder dem Content des Konzepts eine zweckdienliche Struktur zu geben. Was soll ich sagen: mein jeweiliges Team und ich, wir wurden damit nicht richtig glücklich. Man kann PESO nutzen, die Methode funktioniert, um zu scannen, welche Möglichkeiten in der neuen digitalen Welt zur Verfügung stehen. Aber bei einem Kommunikationskonzept kommt es eher darauf an, die Aktivitäten möglichst einfühlsam an den Einstellungen und Verhaltensweisen der Zielgruppen auszurichten. Und da sind wir mit Paid, Earned, Shared, Owned nicht nah genug herangekommen. Die Tuchfühlung blieb aus.

Nachfolgend habe ich meine Workshop-Erfahrungen in einer kleinen Story verarbeitet. Stellt euch vor, es geht nicht um Instrumente für eine Kampagne, sondern um Werkzeuge für einen Regal-Aufbau:

„Wow, du hast dein Handwerkszeug geordnet. Für den Aufbau des Regals sicher ´ne gute Sache.“

„Ja, nicht wahr! Um Struktur reinzukriegen, habe ich das Peso-Modell genutzt.“

„Peso? Nie gehört!“

„Ich erklär´s dir kurz. Schau her, hier sind vier verschiedene Kästen mit Werkzeug.

„Ein Haufen Zeugs!“

„Ja, alles da, was man so braucht. Also, der erste Kasten, das sind die Paid Tools – alles Sachen aus Maker-Stores, für die musste ich eine Gebühr bezahlen. Dann die Earned Tools. Spezialwerkzeuge, die ich mir beim Praktikum als Auszeichnung für gute Arbeit verdient habe. Daneben die Shared Tools, Werkzeuge, dich ich zusammen mit Kumpels gemeinsam benutze. Und da die Owned Tools, Werkzeuge, die allein mir gehören. Das sind nicht so viele.

„Und du meinst, damit kommen wir klar?“

„Denke schon!“

„Dann lass uns loslegen. Schrauben wir zuerst die Regalwände zusammen. Reich mir mal einen Imbus-Schlüssel.“

„Imbus? Warte, wo habe ich den? Shared? Ne! Owned? Ne! Oder doch Paid? Ah, da ist er ja!“

(Einige Regal-Bretter später)

„Mist, die blöde Schraube hat sich verkeilt. Jetzt brauche ich eine Zange von dir.“

„Okay, Zange. Earned? Ne! Shared? Ne! Echt jetzt, wo steckt die bloß?

„Sei mir nicht böse, aber warum hast du die Werkzeuge nicht nach Funktion und Einsatzzweck geordnet? Bezahlt, Verdient, Besitzt, Geteilt – sorry, aber das hilft uns beim Regalaufbauen nicht wirklich weiter.

„Aber im Internet habe ich gelesen, dass man das jetzt so macht!“ 😉 Zwinkerndes Gesicht Emoji — Bedeutung, Kopieren und Einfügen

28 September 2020

Kommunikationspositionierung

Von |2020-09-28T10:09:27+00:00September. 28th. 2020|Strategie und Planung|

Ein Mantra ist ein Mantra ist ein Mantra ist ein Strategie-Tool

Wo kommt das Mantra zum Einsatz?

Innerhalb einer Kommunikationskonzeption liegt der Schwerpunkt auf dem strategischen Teil, der die essentiellen Koordinaten für den zukünftigen Kommunikationskurs fixiert. Innerhalb der Strategie kommt der Positionierung die Schlüsselstellung zu.

Die Positionierung in Gestalt des „Positioning Statements“ ist eine kurze Bildbeschreibung. Das Statement beschreibt das Bild des Kommunikationsobjekts, das in den Köpfen der Zielgruppe verankert werden soll. Gefragt ist kein Bild wie jedes andere, sondern eines, das sich abhebt. Es geht um ein oder zwei Sätze, die das Besondere herausstellen. Die gesamte Kommunikation soll später von diesem Statement ausgehen.

An dieser Stelle kommt das Mantra ins konzeptionelle Spiel. Es steht als Headline über dem Statement und hat die Aufgabe, die ausformulierte Bildbeschreibung auf eine superkurze, leicht zu merkende Formel zu bringen. Ein Mantra besteht aus 3 bis 5 Worten, mehr nicht.

Warum ist ein Mantra hilfreich?

Die meisten Positioning Statements bauen sich aus ein bis zwei Sätzen auf, die teilweise noch einen Nebensatz haben. Wirklich kurz und prägnant ist das nicht! Die Gefahr, dass die Positionierung im Alltag der Kommunikation untergeht, ist groß. „Wie war noch unsere Positionierung“, fragt einer aus dem Konzeptionsteam. „Da muss ich erst im schriftlichen Konzept nachschlagen“, sagt ein anderer.  So wird das nichts!

Weil die Positionierung in Konzeption, Kreation, Planung und Umsetzung immer präsent bleiben muss. wird ihr das Mantra zur Seite gestellt.  Die kurze magische Formel geht leicht über die Lippen und wird immer wieder ins Gespräch gebracht. Lernen durch Wiederholung, heißt das Prinzip.

Ein fiktives Beispiel soll das Prinzip verdeutlichen. Meine Positionierung lautet „Unser neuer LED-TV ist der erste Modular-Fernseher, der sich den Wünschen seines Besitzers und dem Fortschritt der Digitaltechnik flexibel anpassen lässt.“ Das ist inhaltlich richtig, aber zu lang. Deshalb setze ich ein Mantra „Der modulare Möglichmacher“ an die Spitze und bringe es immer wieder ins Gespräch: „Vergesst nicht, das neue Modell ist ein modularer Möglichmacher!“ oder „Passt diese Werbebotschaft wirklich zu unserem modularen Möglichmacher?“ oder „Wir drehen einen kurzen Videoclip mit dem modularen Möglichmacher in der Hauptrolle.“

Was ist der Unterschied zum Slogan?

Ein Mantra wird ausschließlich intern eingesetzt. Das dienliche Tool funktioniert als einfache Gedächtnisstütze, damit alle Beteiligten in ihrer täglichen Arbeit die Positionierung präsent behalten und stets in ihrem Sinne planen und handeln.

Dagegen geht der Slogan selbstbewusst nach draußen in Richtung Zielgruppen. Auch er basiert auf der Positionierung, aber entwickelt sich viel freier und ungebundener. Der Slogan lässt sich von der Positionierung inspirieren und interpretiert sie emotional, griffig und kreativ.

24 August 2020

Online-Meetings und mehr

Von |2020-08-24T09:52:19+00:00August. 24th. 2020|Branche und Business|

Mein Arbeitsplatz im Wandel der Zeit

Online ist das neue Normal

Wenn mir vor einem Jahr jemand erklärt hätte, dass ich im Sommer 2020 die Mehrzahl meiner Konferenzen, Workshops, Vorlesungen oder Präsentationen online von meinem Büro aus durchführen würde, hätte ich ihn für total übergeschnappt erklärt. Inzwischen gehören Greenscreen und Softboxen zu meiner Büroausstattung und ich gehe mehrere Male pro Woche online.

Pannen gehören dazu

Bei meinen ersten virtuellen Gehversuchen im März war ich brutal nervös, ob ich alles in Griff bekäme. Und tatsächlich ist so ziemlich alles, was schief gehen kann, in der Zwischenzeit auch schief gegangen. Aber im Laufe der Wochen habe ich mir eine gewisse Routine und ein dickes Fell zugelegt. Perfektion ist nicht, kannst du vergessen! Pannen gehören einfach dazu, man muss lernen mit Ihnen umzugehen. Und dankenswerterweise sehen das meine Gesprächspartner draußen genauso. (Fast) alle haben eine erfreulich hohe Pannen-Toleranz.

Ich fühle mich ein wenig an 1997/98 erinnert, als ich die ersten Websites für Kunden konzipiert habe, die dann auch wirklich realisiert wurden. Bei Design und Programmierung ging ständig etwas schief, Bilder verrutschten, Schriften verschwanden, Farben veränderten sich. Fehler gehörten zum Tagesgeschäft und die Fehlersuche wurde bisweilen zur Odyssee. Aber trotz des ständigen Stresses mit den Website-Tücken waren alle irgendwie stolz darauf, unbekannte Wege zu gehen und Neues auszutesten.

Kein Weg zurück

Vor allem ältere Semester berichten mir, sie freuen sich auf das Ende von Corona, wenn es zurückgeht zum „Business as usual“. Sorry, es wird kein Zurück geben. Nicht, dass wir in Zukunft vom kurzen Meeting bis zum langen Workshop alles online laufen lassen, denn bestimmte Themen, Probleme und Gruppenkonstellationen funktionieren einfach besser, wenn die Teilnehmenden sich direkt sehen, hören, riechen, fühlen, spüren.

Aber eine Reihe von Routine-Veranstaltungen, für die ich in der Vergangenheit oft hunderte Kilometer mit der Bahn gefahren bin, um mitzureden, werden in Zukunft dauerhaft ins Netz verlegt. Das spart Zeit und Kosten. Ich schätze, dass meine Reisetätigkeit in Zukunft um 30 % bis 40 % zurückgehen wird.

Und während ich meine nächste Online-Konferenz vorbereite, höre ich Bob Dylan hinten in meinem Kopf vor sich hin krächzen: „If your time to you is worth savin‘, you better start swimmin‘ or you’ll sink like a stone, for the times they are a-changin‘.“

29 Juli 2020

Online since 2005

Von |2020-07-29T13:59:24+00:00Juli. 29th. 2020|Persönliches und Sonstiges|

15 Jahre konzeptionerblog. Wie die Zeit vergeht!

Im Juli 2005 startete mein konzeptionerblog mit dem ersten Post. Hätte damals jemand prophezeit, dass der Blog noch in 15 Jahren online ist, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Eigentlich wollte ich nur mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, einen eigenen Blog zu schreiben. Inzwischen dürfte der konzeptionerblog zu den dienstältesten Weblogs in Deutschland gehören. Er war nie eine große Nummer im Netz, hat sich lieber im Hintergrund gehalten und die Nische der strategischen Kommunikationsplanung besetzt. Er besaß aber all die Jahre eine treue, stetig wachsende Leserschaft. Danke an alle!

Eine feste Regel hatte ich mir damals hinter die Ohren geschrieben, die heute noch gilt. Ich schreibe nur über mein Herzensthema: Kommunikation mit Konzept. Denn nur da kenne ich mich richtig gut aus und kann Inhalte transportieren, die Hand und Fuß haben. Denn nur beim Thema Kommunikation besitze ich einen Wissensvorsprung, der für andere nützlich sein könnte.

Falls mich jemand fragt, was denn mein guter Rat für Nachwuchs-Blogger wäre, die gerade erst starten, dann würde ich sagen: Wenn du irgendwo die 12 goldenen Regeln für Blogger entdeckst, ignoriere sie! Wenn die 7 Gesetze für einen erfolgreichen Blog verkündet werden, tu das Gegenteil! Mache einfach dein eigenes ehrliches Ding.

25 Juni 2020

Krisenkommunikation

Von |2020-06-25T09:44:58+00:00Juni. 25th. 2020|Strategie und Planung|

Konzeptionslose Kommunikation in Krisenzeiten

Unsicherheit regiert

Nichts ist wie gewohnt. Zurzeit herrscht in Unternehmen und Institutionen Krisenstimmung. Und was macht die Kommunikation? Die einen stecken in finanzieller Not und haben ihre Kommunikationsfunktion auf Lebenserhaltendes runtergefahren. Andere verharren in Schockstarre und wissen mit ihrer Kommunikation nicht mehr wohin. Die meisten haben den Werkzeugkasten der Krisenkommunikation hervorgeholt und setzen einzelne Instrumente taktisch ein.

Dagegen sind Konzepte und Strategien selten auf dem Schirm. Wenn ich bei Kommunikationsverantwortlichen nachfrage, dann winken sie ab: „Mit Konzeption verlieren wir nur Zeit, wir müssen schnell handeln…“ oder „Schon morgen kann sich alles ändern, da hilft ein Konzept nicht weiter.“  Sie halten das Konzept für Ballast, der sie noch tiefer nach unten zieht. Dabei kann es ein Rettungsring sein, der wertvollen Auftrieb gibt.

Konzept als Orientierungshilfe

Ein Kommunikationskonzept sondiert die Lage, bestimmt ausgehend vom Lagebild den strategischen Kurs für die anstehende Krisenkommunikation und ordnet entlang der Kurskoordinaten die passenden Maßnahmen an.

Wie viel Zeit ist erforderlich? Wenn das Team seine Hausaufgaben gemacht und alle Fakten zur Lage parat hat, dauert die Entwicklung des Konzepts einen halben Tag – selten länger.

Wie wird das Konzept entwickelt? Unbedingt im Teamwork. Die Kommunikationsbeteiligten setzen sich (online oder offline) zusammen, um die Lage zu analysieren, strategische Koordinaten zu bestimmen und konkrete operative Konsequenzen zu ziehen. Alle sind dabei, bauen auf den gleichen Erkenntnissen auf, planen gemeinsam und stehen am Ende dahinter.

Was ist das Ergebnis? Eine Konzeptionsskizze auf klassischen Flipcharts oder virtuellen Whiteboards. Ohne Schnörkel und Schönheit, schnurgeradeaus in Richtung Ziel. Die Skizze wird sofort den Entscheidern vorgestellt und als Grundlage für die Kommunikation der nächsten Tage und Wochen verabschiedet.

Wie fix ist das Konzept? Konstruktionsprinzip des Konzepts in der Krise ist Flexibilität. Es entsteht keine in Stein gemeißelte Arbeitsanweisung, sondern eine allgemein akzeptierte Orientierungslinie für die weitere Kommunikation, so dass die Beteiligten nicht tastend durch die Krisen-Landschaft tappen. Sie haben definierte „Landmarks“ vor Augen, an denen sie sich ausrichten können. Und sobald sich das Lagebild ändert, werden die Landmarks durch schnelle Updates wieder auf die Höhe der Zeit gebracht.

Mit Szenarien arbeiten

Speziell in Krisensituationen kann es sinnvoll sein, innerhalb der Konzeption mit der bekannten Szenario-Technik zu arbeiten, um mutmaßliche positive und negative Entwicklungen abzudecken. Das Konzept erfasst in der Analyse die wahrscheinlichen Trends, definiert in der Strategie maßgebliche Kursrichtungen und umreißt davon ausgehend spezifische Aktivitäten. Wobei so wenig Szenarios wie möglich beschrieben werden, zwei oder drei Wege sind okay, mehr machen aus dem Handlungskonzept schnell ein Verwirrspiel. Meine Erfahrung zeigt übrigens, dass trotz unterschiedlicher Kursrichtungen viele Maßnahmen in allen drei Szenarien gleich oder ähnlich zum Einsatz kommen. Lediglich an einigen Schlüsselstellen müssen komplett andere operative Akzente gesetzt werden.

2 Juni 2020

Visuelle Kommunikation

Von |2020-06-02T13:46:57+00:00Juni. 2nd. 2020|Text und Gestaltung|

Moodboards – zunehmend mutlos und müde

Moodboards – altes Tool neu entdeckt

Visualisierung ist eine prägende Dimension der Kommunikation. Und vor diesem Hintergrund versteht man unter einem Moodboard die idealtypische Collage von Bildern, die dem Betrachter die besondere unverwechselbare visuelle Stimmung der zukünftigen Kommunikation vermitteln soll. Die Kommunikation bekommt eine eigene Bildschrift.

Moodboards gab es schon damals in den 80ziger Jahren, als ich in der Kommunikationsbranche anfing. Eine Zeitlang waren sie ziemlich abgemeldet, aber gerade in den letzten Jahren liegen Moodboards wieder voll im Trend. Über den Daumen jedes dritte Kommunikationskonzept, das ich aktuell aufschlage und durchblättere, beinhaltet ein Moodboard.

Moodboards – so nicht!

Allerdings erlebe ich viele der heutigen Moodboards als Zumutung. Da wurde mal eben auf die Schnelle ein Moodboard arrangiert. Das Ergebnis ist eine Kombination aus generischen Bildern aus Stockfoto-Sammlungen, die in der Summe nur irgendwelche Klischees bedienen. Inspiration? Identität? Individualität? Keine Spur!

Letzten Monat kam mir ein Moodboard für eine Kette von Fashion-Boutiquen vor Augen: lauter gesichtslos lächelnde Models vor Schaufenstern, in Läden, in der Ankleide, mit Shopping-Tüte. Danach zeigte mir ein Kunde ein Moodboard für sein neues Heizsystem. Herbststimmung mit fallenden Blättern, Herbstfeuer und heißen Maronen, eine Stockfoto-Familie, die sich zusammenkuschelt. Um Klischees zu bedienen, braucht es kein Moodboard, Leute!

Moodboards – so und nicht anders!

Die Bilder von Moodboards verbinden sich, und in ihrer Verbindung entsteht etwas Neues. Gegensätze erzeugen Spannung und haben Ausstrahlung. Einzelne Bilder verschmelzen zu einer unverwechselbaren neuen Stimmungslage. Der Betrachter reagiert überrascht und emotional berührt. Man muss ihm die Stimmung nicht erklären, sie vermittelt sich von selbst, und nach zwei, drei Tagen steht sie ihm immer noch vor Augen.

Solche Moodboards spenden der Kommunikation Kraft. Sie bringen Grafiker, Texter, Fotografen, Filmer, Storyteller auf viele, ganz tolle Ideen.

Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um irgendwelche Anmutungen handelt, sondern um Inspirationen, welche die Werte von Marke, Unternehmen, Produkt, Dienstleistung in einem neuen, interessanten Licht erscheinen lassen.

Moodboards – auch analog

Moodboards werden heute in der Regel digital erstellt. Es gibt Apps wie Gomoodboard, Morpholio oder Sampleboard, die das „in Stimmung bringen“ erleichtern.

Aber vielleicht sollten es sich die Konzeptioner und Kreativen nicht so einfach machen und mehr Zeit in ihr Board investieren, als die 60 Sekunden, die eine der obigen Apps für notwendig hält. Denn wie in meiner Anfangszeit lassen sich Moodboards weiterhin auch mit ausgeschnittenen Bildern, kleinen Zeichnungen, grafischen Elementen, kurzen typischen Textaussagen auf einem Karton zusammenkleben, und erst dann mit dem Smartphone ablichten und digitalisieren.

Alle Fotos der Bildcollage: pixabay.com, unsplash.com

13 Mai 2020

Retrospektive und Debriefing

Von |2020-05-13T07:50:12+00:00Mai. 13th. 2020|Strategie und Planung|

Keep, Drop, Try – Tool mit hohem Erkenntniswert

Tool für Retrospektive und Debriefing

Mein letzter Eintrag vor zwei Wochen schaute sich Retrospektive und Debriefing näher an. Zwei Meeting-Arten, in denen das Konzeptionsteam zurückschaut, Tops und Flops sichtet und ehrlich bewertet. Keep, Drop, Try ist ein hilfreiches Tool, um diesen Teamdialog produktiv zu gestalten.

Keep? Drop? Try?

Was steckt hinter den Begriffen? Das Debriefing nimmt zum Abschluss die Erfolge eines Kommunikationsprojekts unter die Lupe. Die Retrospektive schaut zwischendurch oder hinterher auf die Performance der Teamarbeit. In beiden Foren kann Keep, Drop, Try zum Einsatz kommen. Auf analoger Flipchart oder digitalem Whiteboard werden drei Spalten gezogen, jeweils mit einem der Begriffe im Kopf:

  • Keep! – Was wollen wir von dem, was wir bisher im Teamwork/in der Kommunikation gemacht haben, in Zukunft bewahren und wiedereinsetzen?
  • Drop! – Was von den Dingen, die bisher gelaufen sind, funktionierten nicht und sollten deshalb zukünftig unterbleiben?
  • Try! – Her mit neuen Ideen! Was wollen wir aufgrund der vorliegenden Erfahrungen beim nächsten Durchgang verändern und neu angehen?

Kurze Gebrauchsanweisung

Der Freiraum unter den drei Spaltenköpfen ist der Erkenntnisraum, der von den Teammitgliedern in einem Brainstorming gefüllt und analysiert wird. Die Abläufe und Resultate der zurückgegangenen Kommunikation/Teamarbeit werden reflektiert und Konsequenzen für die Zukunft abgeleitet. Dafür nimmt sich das Team maximal 90 Minuten Zeit.

Das Team sollte die drei Spalten nacheinander in Reihenfolge füllen. Die Mitglieder schreiben ihre Anregungen, Kritikpunkte und Ideen auf analoge bzw. digitale Post-its und hängen sie in das jeweilige Feld. Sind alle Felder belegt, analysiert das Team die Ergebnisse. Der Input wird gruppiert (Welche Erkenntnisse gehören zusammen?) und priorisiert (Welche Erkenntnisse sind besonders wichtig?) und operationalisiert (Wie könnten die Erkenntnisse in konkrete Aktionen umgesetzt werden?).

Alternative zum Soll/Ist-Vergleich

In Debriefings habe ich lange Jahre den klassischen Soll/Ist-Vergleich eingesetzt. Dort vergleicht man die Kommunikationsziele des ursprünglichen Konzepts mit dem tatsächlich Erreichten, sucht Erklärungen und zieht Konsequenzen.

Nicht immer, aber immer öfter ziehe ich inzwischen Keep, Drop, Try vor. Während Soll/Ist als Kontrollinstrument im Debriefing in der Regel pflichtbewusst „abgearbeitet“ wird, gehen die Beteiligten beim neuen Tool viel freier, frischer, spontaner an die Sache – oft mit überraschend produktiven Ergebnissen. Try it!

28 April 2020

Zwei Foren der Erfolgskontrolle

Von |2020-04-28T14:04:19+00:00April. 28th. 2020|Strategie und Planung|

Retrospektive oder Debriefing – das ist die Frage?

Prüfen mit Konzept

Ein Kommunikationskonzept entsteht meist mit vereinten Kräften im Team. Um besser zu werden, trifft sich das Team anschließend zur Erfolgskontrolle und prüft die Tops und Flops der Konzeption. Manche organisieren das Treffen als Retrospektive, andere als Debriefing, wieder andere entscheiden sich für eine Kombination.

Im täglichen Sprachgebrauch wird oft nicht sauber unterschieden. Retrospektive? Debriefing? Ist das nicht in etwa das Gleiche? Nein! Zwar prüfen und optimieren beide, aber sie setzen den Hebel woanders an.

Retrospektive – Teamwork checken

Das Team hat mehrere Tage oder Wochen am Konzept gearbeitet und während des Teamworks gab es Handicaps und Highlights. Manche Arbeiten liefen wie am Schnürchen, andere kamen nicht von der Stelle. Die Retrospektive betreibt Ursachenforschung. Vielleicht stimmte die Chemie des Teams, aber die Disziplin des Teamworks ließ zu wünschen übrig. Vielleicht war der kreative Input gigantisch, es gelang aber nicht, die Ideen sinnvoll zu sortieren und zu verdichten. Darüber muss man reden und Konsequenzen ziehen.

Bei erfahrenen Teams und einfachen Konzepten macht eine Retrospektive wenig Sinn. Bei wenig eingespielten Teams auf schwierigem konzeptionellem Terrain ist die „Retro“ ein Muss. Sie wird nicht nur zum Abschluss des Teamworks, sondern bei Bedarf auch schon zwischendurch auf den Terminkalender gesetzt, um mitten in der Arbeit die Form zu steigern.

Debriefing – Kommunikationswirkung checken

Das Debriefing erfolgt immer zum Schluss. Konzeption und Planung sind beendet, die Kommunikation ist gelaufen. Erst danach als Finale trifft sich das Team zu einer Nachbesprechung und zieht Bilanz. Beim Debriefing geht es vorrangig um Erfolge und Flops der Kommunikation. Welche Zielgruppen haben nicht reagiert, warum sind Ziele gefloppt, wie kamen die kreativen Ideen an und wie war die Performance der Maßnahmen?

Das Debriefing ist die Stunde der Wahrheit. Die Beteiligten sprechen offen und ehrlich über die realen Resultate des Konzepts. Das Gespräch erfolgt in konstruktiver Atmosphäre, das Team lernt dazu, um im nächsten Durchgang die Schlagkraft der Kommunikation zu erhöhen.

Übrigens wird bisweilen in Debriefings zusätzlich eine Retrospektive auf die Agenda gesetzt. Wenn alle beisammensitzen, dann macht es Sinn, auch gleich über das Teamwork ein klärendes Gespräch zu führen.

Nach oben